
Lars Kaufmann, ein wichtiger Aktivposten im deutschen Team, das er erstmals als Kapitän anführte Foto: Michael Heuberger
In allen Belangen und auf allen Positionen zeigte sich die deutsche Nationalmannschaft auch im zweiten Länderspiel der weißrussischen klar überlegen. Vor 2700 Besuchern in der ausverkauften Maxipark Arena von Hamm bewiesen die Spieler von Heiner Brand den nötigen Biss und Siegeswillen, um am Ende auch einen in dieser Höhe verdienten 36:24 (20:11)-Erfolg herauszuwerfen.
Ohne Kreisläufer Manuel Späth, der sich im Vormittagstraining eine Bänderverletzung im linken Fuß zugezogen hatte, und ohne Linkshänder Steffen Weinhold, dessen Adduktorenzerrung aus dem letzten Bundesliga-Spiel mit Grosswallstadt nicht abklang, erwischte das DHB-Team, wie schon am Vortag, einen eher schwachen Start. In der ersten Sieben fand sich auch Debütant Matthias Flohr vom HSV Hamburg wieder, später wechselte er sich mit dem zweiten Neuling, Jakob Heinl aus Flensburg, ab. Bei den Weißrussen setzte Artur Borzenkov im linken Rückraum am Anfang die Akzente, schied dann aber mit einer Verletzung aus. Da auf der anderen Seite Linkshänder Shylovich nach einer Schulterverletzung aus dem gestrigen Spiel von vorneherein passen musste, fehlte dem jungen weißrussischen Team der Druck aus der zweiten Reihe. Zumal Puchovskij, der Spielmacher, einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und nach einer roten Karte in der 43. Minute früh die Segel streichen musste.
Ein Merkmal der deutschen Mannschaft ist ihr unbändiger Siegeswille und ihre ausgeprägte Kampfbereitschaft. So setzte sie sich kontinuierlich ab und erspielte sich - meist in Überzahl - schon zur Halbzeit einen sicheren Vorsprung. „Unsere Gegenspieler haben die Fehler meiner jungen Mannschaft gnadenlos ausgenutzt“, erkannte Juri Shewzow, der Trainer der Weißrussen.
Auch im zweiten Durchgang ließ die Begeisterung im deutschen Team nicht nach, vor allem Lars Kaufmann war kaum zu bremsen. Bei seinen sieben Toren leistete er sich kaum einen Fehlwurf und stand auch in der Abwehr im Mittelblock seinen Mann. „Die Leistungssteigerung bei Lars Kaufmann ist unverkennbar und freut mich sehr“, sagt Bundestrainer Heiner Brand. „Auch in der Abwehr ist er inzwischen auf verschiedenen Positionen eine echte Alternative.“ Im rechten Rückraum zeigte Michael Müller eine beherzte Partie und wies seine Torgefährlichkeit nach. Auch Niko Katsigiannis in der zweiten Halbzeit im Tor und Uwe Gensheimer zählten zu den Aktivposten des deutschen Spiels.
„Es macht mir immer wieder Spaß mit anzusehen, mit welchem Willen und welcher Begeisterung meine Spieler zu Werke gehen. Noch müssen wir in der Umsetzung unserer taktischen Aufgaben konsequenter werden, aber wir sind auf einem guten Weg“, analysierte Heiner Brand. „Diese beiden Spiele gegen Weißrussland haben mir gezeigt, wie es um den derzeitigen Leistungsstand der Stammspieler steht und welche Spieler nachrücken können, wenn einer der Arrivierten ausfallen sollte.“
Deutschland – Weißrussland 36:24 (20:11)
Deutschland: Heinevetter (bis 30.), Katsigiannis (ab 31.); Kneer (1), Gensheimer (7/4), Müller (7), Flohr (2), Heinl (3), Salzer (1), Oprea (1), Groetzki (1), Schöne (3), Kaufmann (8), Haaß (2).
Weißrussland: Kishov (1. bis 60.) Krainov (n.e.), Mazkewich; Ushal (n.e.), Tsitou, Kolesnjev (2/1), Shumak, Siamionou (3), Vachnovich, Gromyko (3), Puchovskij (2), Rutenka, Borzenkov (2), Kamyshyk (4), Baranov (6), Ladutko (2)
Schiedsrichter: Kenneth Abrahamsen/Arne Kristiansen (NOR). – Zuschauer: 2.700 (ausverkauft) in Hamm. – Siebenmeter: 4/4:5/1 (Puchovskij über das Tor, Kolesnjev, Baranov an den Pfosten, Kolesnjev scheitert an Katsigiannis). – Zeitstrafen: 10:18 Minuten (Müller, Haaß/zweimal, Heinl, Kneer – Puchovskij und rote Karte wegen Foulspiels (43.), Borzenkov, Kamyshyk/zweimal, Gromyko, Tsitou, Siamionou/zweimal). – Spielfilm: 0:2, 4:4, 8:5 (12.), 12:8 (19.), 20:11 – 22:11, 25:12, 30:18 (50.) 36:24. – Beste Spieler: Kaufmann, Müller, Gensheimer, Katsigiannis – Baranov