Herausforderung Hanau und einige Personalien
Muss ein Mangel an Erfahrung in kauf nehmen: HG-Coach Holger Löhr
09.02.2019 Ost

Herausforderung Hanau und einige Personalien

Auch wenn andere immer wieder davon sprechen und schreiben, dass die Plätze 10 bis 12, in denen sich Handball-Drittligist HG Oftersheim/Schwetzingen bewegt, „gesichertes Mittelfeld“ seien, hält Trainer Holger Löhr daran fest, dass es für sein Team nur um den Klassenerhalt gehe: „Dass die Rückrunde für uns schwierig wird, war uns klar. Und das bestätigt sich jetzt auch, wenn man sieht wie die anderen Teams da unten drin punkten.“ Die Schwierigkeiten liegen aber nicht nur darin begründet, sondern auch in der personellen Ausstattung des HG-Kaders. Ohnehin von recht jungem Altersdurchschnitt, bleibt durch die anhaltende Serie von Ausfällen der „älteren“ Spieler (Simon Förch 25, Alexander Sauer 26, Lucas Bauer 23), Löhr nichts weiter übrig, als ab und an ein Manko an Erfahrung, an Cleverness festzuhalten. „Wir dürfen halt in den wichtigen Phasen keine leichten Fehler mehr machen, damit wir uns selbst belohnen dürfen.“

PM Verein/ Mike Junker

PM Verein/ Mike Junker
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Mit der HSG Hanau kommt jetzt ein Team in die Nordstadthalle von etwas ältere, sonst ähnlicher Struktur (Durchschnitt von rund 24,5 Jahren). Auffällig dabei Tarek Marschall, der schon vor zwei Wochen mit dem Hanauer Jugend-Bundesliga-Team in der Kurpfälzer Residenzstadt zu Gast war. Erst ist nicht nur in der A-Jugend ligaweit einer der besten Torschützen, sondern gilt auch als Leistungsträger bei den Männern, fällt jetzt aber einige Wochen aus (doppelter Jochbeinbruch).

Zu den erwähnten Ausfällen hat sich letzte Woche noch Rechtsaußen Justus Mehl gesellt. Er war im Training auf die Hand gefallen. „Die war zunächst nur geschwollen, aber die Schmerzen hielten dann die nächsten Tage weiter an“, berichtete er. Samstags stand dann fest, dass die rechte Mittelhand gebrochen war. „Werfen ginge ja vielleicht noch, aber fangen und schalten beim Autofahren ist gerade sehr schwierig“, meinte er. Ob er noch einmal aufläuft bleibt offen. „Bis zum Saisonende wird es inklusive Eingewöhnungszeit knapp“, denkt er. Danach wechselt er zum TSV Amicitia Viernheim. In der 3. Liga sei in Zukunft die zeitliche Belastung für ihn zu groß.

Nicht nur auf Mehls Position wird also nach Ersatz gesucht. Zwar nehme das Team der neuen Saison Formen an, heißt es aus Führungskreisen, aber Vollzugsmeldungen fehlen noch, Gespräche sind noch am Laufen. Denn zu den jungen solle noch der eine oder andere erfahrene Spieler gewonnen werden. Verlängert um zwei weitere Spielzeiten haben indes Max Barthelmeß, Maximilian Herb und Kevin Schuschlik. Lucas Bauer, Alexander Kubitschek, Tom Jansen, Niklas Krämer und Jerrit Jungmann sind ohnehin noch länger an Bord. Julian Zipf hat wie vor Weihnachten vermeldet bereits vorzeitig bis 2021 seine Zusage gegeben.

Rechtsaußen Schuschlik meinte zu seinem Entschluss: „Hier gefällt es mir einfach und bei Holger kann ich so unheimlich viel lernen, das lohnt sich für alle Seiten.“ Ähnlich äußerte sich Barthelmeß: „Ich fühle mich in dieser jungen Mannschaft bei der HG sehr wohl und sehe hier für mich die besten Möglichkeiten, mich sportlich weiterzuentwickeln. Außerdem bin ich ja Oftersheimer.“

„Das macht uns stolz“

Positiv bewertet dabei Martin Schmitt, der sportliche Leiter der HG, „dass sie alle unserem Nachwuchs entstammen. Die oft so schwierige Anschlussförderung mit dem Übergang von der Jugend zu den  Aktiven hat bei allen toll funktioniert. Sie bestreiten große Spielanteile in der 3. Liga, das ist der Weg der HG und dafür betreiben wir Jugendarbeit, das macht uns stolz“, unterstreicht er und kündigt an: „Wir möchten sie weiter entwickeln und die nächsten Jahre noch viel Spaß an Ihnen haben.“ Und auch den Zuschauern soll am Samstagabend – im Gegensatz zu vor zwei Wochen – mit ihnen und ihren Kollegen möglichst viel Spaß bereitet werden.

Vor dem Vergnügen wird aber jede Menge Arbeit auf die Jungs warten, ist sich Löhr sicher: „Hanau ist mit Sicherheit einer dieser Gegner, wo es auch von der Tagesform abhängig ist. Und dazu ist nötig, dass wir die richtige Einstellung auf die Platte bringen. Das ist ganz wichtig.“ Der Coach blickt auch noch einmal kurz zurück: „Das mit Nußloch war nichts Besonderes, das sollte unser Standard sein, den wir immer bringen müssen, um zu bestehen. Denn jetzt zählt es und so müssen wir uns auch präsentieren. Aber das hat die Mannschaft verstanden und arbeitet sehr konzentriert.“

„Kein schönes Gefühl“ - „Nigges“ mischt wieder mit

„Kein schönes Gefühl“ - „Nigges“ mischt wieder mit
Nils Krämer. - Foto: Verein

Lange – schon in der sommerlichen Vorbereitungszeit – musste Niklas Krämer auf Tribünenbänken schmoren, bevor er in der aktuellen Saison zum Einsatz kam. Für Handballer beinahe so etwas wie eine Höchststrafe. In Nußloch hatte nun seinen zweiten Drittligaeinsatz 2018/19 absolviert und kommt allmählich wieder so recht in Schwung.  Der 19-Jährige Kreisläufer plagte sich lange mit Rückenbeschwerden herum und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis er wieder ins Mannschaftstraining einstieg. Für seinen Trainer Holger Löhr stellt er indes nun wieder eine weitere Alternative im Angriffs- und Abwehrgeschehen dar. Unserer Zeitung erzählte der Mannheimer etwas über diese Leidenszeit und blickt auf die heutige Partie gegen die HSG Hanau voraus.

Was für eine Art von Verletzung war das genau?

Niklas Krämer: Ich hatte zwei Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule. Hierbei blieb mir zum Glück eine Operation erspart, da diese Verletzung in den meisten Fällen muskulär behandelt wird.

Wie ging das im Einzelnen vonstatten?

Krämer: Im Rahmen der Behandlung galt es, durch Physiotherapie und gezieltes Krafttraining, Disbalancen auszugleichen und den Rücken dadurch wieder zu stärken. An dieser Stelle auch noch einmal ein riesen Dankeschön an unseren Physiotherapeuten Christian Gervers und an Athletiktrainer Pierre Heidicker, welche mich während der gesamten Reha bestens betreut haben.

Wie hat es sich so auf abseits vom Spielfeld angefühlt?

Krämer: Ich glaube da erging es mir wie allen anderen Verletzten. Verletzt zu sein und der Mannschaft nicht helfen zu können, ist mit Sicherheit kein schönes Gefühl. Umso mehr freue ich mich jetzt wieder auf der Platte stehen zu können.

Wie lief es jetzt in den beiden ersten Spielen?

Krämer: Nach so einer langen Verletzung ist es natürlich nicht so leicht, an seine Leistung zu Zeiten vor der Verletzung anzuknüpfen. Ich bin noch nicht wieder bei ganz bei 100 Prozent, aber ich gebe alles dafür, dort wieder hin zu kommen. Die ersten beiden Spiele waren, denke ich, ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Was lief aus Deiner Sicht in Nußloch ab?

Krämer: In Nußloch haben wir weitestgehend ein gutes Spiel gemacht. Die Abwehr war mit 22 Gegentoren gut gestanden, im Angriff kam von uns aber zu wenig. Dass vergangenen Sonntag mehr drin gewesen wäre, wissen wir alle, tragen dafür aber selbst die Verantwortung, auch wenn gegen Ende hin, die eine oder andere strittige Entscheidung seitens der Schiedsrichter fiel.

Wie sieht der Ausblick für Hanau aus?

Krämer: Mit Hanau erwartet uns eine eingespielte Truppe, die auf keinen Fall hier her kommt, um uns zwei Punkte zu schenken. Deshalb gilt es, alles rein zu werfen, um zusammen mit unseren Fans im Rücken, die zwei Punkte in der Nordstadthölle zu behalten!

HG Oftersheim/Schwetzingen – HSG Hanau (Samstag, 19.30 Uhr, Nordstadthalle Schwetzingen)