Trotz tollem Kampf: U19 verliert WM-Finale
Die männliche U19-Nationalmannschaft gewinnt die WM-Silbermedaille. - Foto: IHF
18.08.2019 U19/18m

Trotz tollem Kampf: U19 verliert WM-Finale

Ägypten erstmals Weltmeister im Nachwuchsbereich – DHB-Aufholjagd nicht belohnt

Mit Tränen in den Augen lagen sie auf dem Boden und mussten mitansehen, wie der Gegner ausgelassen feierte, ihre Medaillen nahmen sie mit versteinerten Mienen entgegen. Trotz eines tollen Kampfs verpasste die deutsche Mannschaft durch eine 28:32 (8:14)-Niederlage gegen Ägypten den Titel bei der U19-Weltmeisterschaft in Skopje (Nordmazedonien). Die Silbermedaille von Sonntag ist dennoch der größte Erfolg einer DHB-Auswahl in dieser Altersklasse nach Bronze im Jahr 2013. Beste deutsche Werfer im Finale waren, Yessine Meddeb (Rhein-Neckar Löwen/7) und Julian Köster (TSV Bayer Dormagen/6).

Bundestrainer Erik Wudtke: "Für unsere Mannschaft ist das Ergebnis natürlich hart, denn die Spieler haben wirklich alles in dieses Spiel  investiert. Wir haben alles versucht, gerade in der zweiten Hälfte. Ich bin sehr stolz auf mein Team."

Gegen die physisch enorm starken Nordafrikaner, die nun erster nicht-europäischer Weltmeister im männlichen Nachwuchshandball sind, hatte die deutsche Defensive von Beginn an Probleme. Mit zahlreichen Rückraumhämmern und einer schier unglaublichen Effektivität sorgte Ägypten schnell für einen deutlichen Vorsprung beim 7:3 in der elften Minute.

Der beste Angriff der WM war bestens eingestellt auf die beste Abwehr des Turniers – und fand immer wieder Lücken, um zu Toren zu kommen. Auf der anderen Seite scheiterten die DHB-Angreifer immer wieder an Torwart Abdelrahman Mohamed Homayed, für den am Ende 14 Paraden in der Statistik standen.

Dennoch gab sich die deutsche Mannschaft, die zuvor sieben Spiele in Folge gewonnen hatte, nie auf, verkürzte auf 8:11, musste dann aber die wild aufspielenden Ägypter zur Pause auf 14:8 ziehen lassen. Aber da der Neustart nach der Pause mit einer 3:0-Serie klappte, keimte wieder Hoffnung auf. Näher als auf drei Tore kam das Team des Trainerduos Erik Wudtke/Alexander Koke aber nicht heran. Auch in der Schlussphase, als die Ägypter immer mehr das Tempo aus dem Spiel nahmen und die DHB-Auswahl mit einer äußerst offensiven Abwehr deckte, gelang die Wende nicht mehr.

Zuvor hatte sich Dänemark durch ein 35:27 (15:11) die Bronzemedaille gesichert. Gegen die Dänen hatte die DHB-Auswahl am Samstag in ihrem besten Turnierspiel das Halbfinale 31:23 gewonnen. Ungarn wurde Fünfter durch ein 31:20 gegen Frankreich, Spanien sicherte sich durch ein 30:26 gegen Island den siebten Platz.

Kapitän Ian Weber: "Wir sind natürlich sehr traurig, wir können aber auch stolz sein. Ägypten spielte heute fantastisch, sie haben aus allen Lagen getroffen, sie sind eine tolle Mannschaft."

Finale: Deutschland - Ägypten 28:32 (13:19)
Deutschland: Johannes Jepsen (TuS N-Lübbecke), Lukas Diedrich (SC Magdeburg); Jaris Tobeler (HC Empor Rostock/4), Alexander Pfeifer (TV Großwallstadt), Julian Köster (TSV Bayer Dormagen/6), Alexander Reimann (TBV Lemgo Lippe/1), Veit Mävers (TSG Hannover-Burgdorf/1), Merlin Fuß (TV Hüttenberg/2), Ian Weber (HSG Wetzlar/1), Nils Lichtlein (Füchse Berlin/3), Philipp Ahouansou (Rhein-Neckar Löwen/1), Julius Meyer-Siebert (SC DHfK Leipzig/1), Benedikt Damm (Rhein-Neckar Löwen), Tom Bergner (VfL Eintracht Hagen/1), Nils Röller (TSG Friesenheim), Yessine Meddeb (Rhein-Neckar Löwen/7) - Beste Werfer Ägypten: Walid und Elsayed (beide 8)
Schiedsrichter: Biro/Kiss (Ungarn) - Zeitstrafen: Deutschland 10 Minuten / Ägypten 6 Minuten, Siebenmeter: Deutschland 4/4 – Ägypten 7/6

Die deutschen WM-Ergebnisse:
Vorrunde, Gruppe D:
 
Deutschland - Portugal 26:33 (15:18)
Tunesien - Deutschland 15:36 (10:15) 
Deutschland - Serbien 30:22 (16:11)
Deutschland - Brasilien 28:22 (13:11)
Island - Deutschland 22:26 (9:13)
Achtelfinale:
Deutschland - Argentinien 33:25 (16:15)
Viertelfinale:
Deutschland - Ungarn 26:16 (14:7)
Halbfinale: 
Deutschland - Dänemark 31:23 (13:9)
Finale:
Deutschland – Ägypten 28:32 (8:14)

Autor: BP