Finale! Jetzt gegen Ägypten um WM-Gold
Die U19 steht im WM-Finale. - Foto: IHF
17.08.2019 U19/18m

Finale! Jetzt gegen Ägypten um WM-Gold

DHB-Auswahl brennt im Halbfinale gegen Dänemark ein Feuerwerk ab und feiert einen 31:23-Sieg / Wudtke: Ziehe den Hut vor meinen Spielern

Der Jubel war überschwänglich, die Freudentänze nach dem Abpfiff wollten am Samstagabend in der Boris-Trajkovski-Arena in Skopje kein Ende nehmen. Vor den Augen von DHB-Präsident Andreas Michelmann gelang der deutschen U19-Nationalmannschaft ein historischer Triumpf: Durch das 31:23 (13:9) im Halbfinale gegen Dänemark zog erstmals eine deutsche Mannschaft in dieser Altersklasse in ein WM-Endspiel ein. Die bislang beste Platzierung war Bronze im Jahr 2013 - nun greift das Team von Erik Wudtke und Alexander Koke nach Gold.

Gegner im WM-Finale am Sonntag um 18 Uhr ist Ägypten, der Livestream von sportdeutschland.tv ist über dhb.de/livestreams zu sehen. Der Afrikameister hatte am Samstag in einem wahren Torfestival Portugal im ersten Halbfinale 41:36 besiegt und steht wie Deutschland erstmals in einem U19-WM-Finale. Bislang beste Platzierung der Ägypter war Rang fünf 2007 und 2011.

Beste deutsche Werfer beim Halbfinaltriumpf gegen die Dänen, die zuvor alle sieben WM-Spiele gewonnen hatten, waren Alexander Reimann (TBV Lemgo-Lippe) mit fünf Treffern sowie Julian Köster (TSV Bayer Dormagen) und Nils Lichtlein (Füchse Berlin) mit je vier Toren. Unter dem tosenden Applaus seiner Teamkameraden wurde Köster als bester Spieler der Partie ausgezeichnet.

„Das war ein unbeschreibliches Spiel“, meinte der ebenfalls überragende Veit Mävers: „Wir haben super in der Abwehr gekämpft, das war das Fundament, dass wir so gut gespielt haben. Im Angriff haben wir gute Würfe genommen und gut getroffen, aber das Entscheidende war, dass wir in der Abwehr unglaublich zugepackt haben und Bock hatten zu laufen.“

Dem stimmt Bundestrainer Wudtke zu 100 Prozent zu: „Die Abwehrleistung heute war ganz nah dran an der absoluten Perfektion. Ich ziehe den Hut vor meinen Spieler, es ist unglaublich, wie sie sich in der Abwehr bewegt hatten. Ich bin stolz, diese Mannschaft zu trainieren. Aber wir sind immer noch nicht am Ende angekommen, da fehlt noch ein Schritt.“

Ab dem 4:3 in der achten Minute gab die DHB-Auswahl die Führung gegen die leicht favorisierten Dänen nicht mehr aus der Hand, beim 9:5 in Minute 19 und trotz einer frühen Auszeit der Skandinavier betrug die Differenz erstmals vier Tore. Großen Anteil an dem immer größer werdenden Vorsprung hatte der überragende Johannes Jepsen (TuS N-Lübbecke), der das Torwartduell gegen die Dänen um Längen für sich entschied und am Ende zwölf Paraden auf seinem Konto hatte. Auch die von Bundestrainer Wudtke geforderte Kooperation von Torwart und Abwehr funktionierte tadellos.

Wie schon in den K.o.-Spielen gegen Argentinien (33:25 im Achtelfinale) und Ungarn (26:16 im Viertelfinale) spielte die deutsche Mannschaft hochkonzentriert, gab nie die Spielkontrolle aus der Hand. Nach dem zwischenzeitlichen 12:6 war schon zur Pause (13:9) der Kurs weiter klar auf Finale. Die Dänen versuchten nach dem Seitenwechsel zwar alles, um die Partie noch zu drehen, doch näher als auf vier Tore beim 17:13 kamen sie nie heran. Spätestens als Alexander Reimann, Jaris Tobeler und Kapitän Ian Weber bis zur 46. Minute eine 3:0-Serie zum 24:16 im dänischen Tor unterbrachten, war die Partie entschieden, die DHB-Auswahl feierte den siebten WM-Sieg in Folge. Nun träumt ganz Handball-Deutschland von WM-Gold!

Einer der ersten Gratulanten am Samstagabend war Christian Dissinger, der weiß, wie sich WM-Gold im Nachwuchsbereich anfühlt, 2011 wurde er U21-Weltmeister und Turnier-MVP: „Das war ein überragendes Ergebnis, mit dem niemand in der Halle gerechnet hätte. Ich hätte nicht gedacht, dass es so dominant wird. Im Finale müssen die Jungs nun nochmal genauso eine Leistung auf die Platte bringen“, sagte der Rückraumspieler, der bei Vardar Skopje spielt und schon beim Viertelfinale in der Halle war.

Halbifnale: Deutschland - Dänemark 31:23 (13:9)
Deutschland:
Johannes Jepsen (TuS N-Lübbecke), Lukas Diedrich (SC Magdeburg); Jaris Tobeler (HC Empor Rostock/3), Alexander Pfeifer (TV Großwallstadt), Julian Köster (TSV Bayer Dormagen/4), Alexander Reimann (TBV Lemgo-Lippe/5), Veit Mävers (TSG Hannover-Burgdorf/2), Merlin Fuß (TV Hüttenberg/3), Ian Weber (HSG Wetzlar/2), Nils Lichtlein (Füchse Berlin/4), Philipp Ahouansou (Rhein-Neckar Löwen/3), Julius Meyer-Siebert (SC DHfK Leipzig/1), Benedikt Damm (Rhein-Neckar Löwen), Tom Bergner (VfL Eintracht Hagen/1), Nils Röller (TSG Friesenheim), Yessine Meddeb (Rhein-Neckar Löwen/3) - Bester Werfer Dänemark: Mads Hoxer (6)
Schiedsrichter: Jovandic/Sekulic (Serbien) - Zeitstrafen: Deutschland 8 Minuten / Dänemark 4 Minuten, Siebenmeter: Deutschland 1/1 - Dänemark 5/5

Die deutschen WM-Ergebnisse:

Vorrunde, Gruppe D:
Deutschland - Portugal 26:33 (15:18)
Tunesien - Deutschland 15:36 (10:15) 
Deutschland - Serbien 30:22 (16:11)
Deutschland - Brasilien 28:22 (13:11)
Island - Deutschland 22:26 (9:13)
Achtelfinale:
Deutschland - Argentinien 33:25 (16:15)
Viertelfinale:
Deutschland - Ungarn 26:16 (14:7)
Halbfinale:
Deutschland - Dänemark 31:23 (13:9)

Alle Spiele als Livestream unter dhb.de/livestreams und bei www.sportdeutschland.tv

(BP)

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