U19-WM: Voller Fokus auf Argentinien
Die U19 schwört sich auf das Achtelfinale ein. - Foto: IHF
13.08.2019 U19/18m

U19-WM: Voller Fokus auf Argentinien

Am Mittwoch steht das erste K.o.-Spiel für Ian Weber & Co an - Bundestrainer Erik Wudtke zieht positives Vorrundenfazit

Jetzt warten die „Nachwuchs-Gladiatoren“: Nach einer Serie von vier Vorrundensiegen in Folge und Rang zwei im Abschlussklassement der Vorrundengruppe D bekommt es die deutsche Mannschaft bei der U19-WM in Skopje (Nordmazedonien) im Achtelfinale mit Argentinien zu tun. Anwurf des ersten K.o.-Spiels ist am morgigen Mittwoch um 14 Uhr, der Livestream von Sportdeutschland.TV ist via dhb.de/livestreams zu sehen.

Co-Trainer Alexander Koke schätzt Argentinien als starken Gegner ein: „Sie haben eine starke Vorrunde gespielt und zeichnen sich vor allem durch ein sehr gutes Tempospiel aus. Wir haben uns genau darauf intensiv mit einer Videoanalyse vorbereitet´. Aufpassen müssen wir auch auf die zwei wurfstarken Linkshänder im rechten Rückraum. Die müssen wir offensiv verteidigen. Ich bin aber überzeugt, dass wir gut eingestellt sind und das Ganze erfolgreich gestalten. Wichtig ist, dass wir Argentinien ernst nehmen.“

Die Gauchos, Silbermedaillengewinner bei der letzten Südamerika-Meisterschaft, belegten in der Vorrundengruppe C den dritten Tabellenplatz. Die Südamerikaner besiegten Gastgeber Nordmazedonien, Bahrain und Nigeria, Niederlagen gab es gegen Dänemark und Japan. Im Falle eines Erfolgs bestreitet die DHB-Auswahl ihr Viertelfinale am Donnerstag, 15. August, um 18.30 Uhr. Gegner in der Runde der letzten Acht wäre entweder Kroatien oder Ungarn.

Argentinien, dessen Männer-Handball-Nationalteams die „Gladiatoren“ heißen, hat sich für alle U19-Weltmeisterschaften seit 2005 qualifiziert, beste Platzierung war Rang vier im Jahr 2007. Bei den vergangenen beiden Turnieren verpasste Argentinien als jeweils 21. die Achtelfinals. Trainer ist Fernando Capurro, der zuvor das Männer-Nationalteam von Chile trainiert hatte.

U19-Bundestrainer Erik Wudtke zieht derweil ein positives Fazit der Vorrunde: „Das war ein typischer Start in ein Jugendturnier, wir sind durch viele Leistungswellen geschwommen.“ Das habe schon das Auftaktspiel gegen Portugal gezeigt, als „wir stark gestartet sind, dann aber nicht konstant auf einem hohen Niveau weitergemacht haben. Das Endklassement unserer Gruppe zeigt aber, dass wir gegen keinen schwachen Gegner verloren haben.“

Mit dem Sieg gegen Tunesien habe sich die Mannschaft selbst wieder stark gemacht: „Ab dann haben wir uns auf uns konzentriert“, sagt Wudtke, der vor allem die Abwehrarbeit und das Torwartspiel von Lukas Diedrich in den weiteren siegreichen Begegnungen gegen Serbien, Brasilien und Island lobt: „Auch die Angriffseffizienz war mit Ausnahme einiger Phasen gegen Brasilien sehr hoch. Die Abwehr war der Grundstein der Erfolg, auch das Kreisläuferspiel und das Kreuzen wurden immer besser, das war eine klare Steigerung zur EM im Vorjahr. Was uns zum großen Schritt nach vorne noch fehlt, ist nun in Erfolg gegen Argentinien.“

Die Statistik belegt Wudtkes Einschätzung: In der Vorrunde stellte Deutschland mit 113 Gegentoren die drittbeste Abwehr der 24 Teilnehmer und mit 146 Toren den neuntbesten Angriff. In Sachen Angriffseffektivität liegt die DHB-Auswahl nach der Vorrunde mit 69,2 Prozent Trefferquote aus allen Angriffen auf Rang drei. Effektivster Werfer der gesamten Vorrunde ist Benedikt Damm mit einer 100-prozentige Quote und zehn Treffern aus zehn Versuchen, mit 92,9 Prozent (13 Tore/14 Versuche) ist Veit Mävers Sechster. Mit Tom Bergner auf Rang 16 und Alexander Reimann auf Rang 20 stehen zwei weitere DHB-Spieler unter den Top 20 dieses Rankings.

Interessant: Alle deutschen Spieler - inklusive beide Torhüter - haben im Verlauf der Vorrunde getroffen. Mit 18 Treffern führt Jaris Tobeler das interne Ranking an vor Yessine Medded (15) sowie Veit Mävers und Alexander Reimann (beide 13). Angesichts der Ausgeglichenheit der deutschen Offensive verwundert es nicht, dass kein DHB-Spieler unter den besten 35 Werfern in der aktuellen WM-Torschützenliste steht. Dafür ist Lukas Diedrich mit einer Quote von 40 Prozent gehaltenen Bällen (39 Paraden) auf Rang zwei der WM-Torhüterstatistik.

„Diese WM ist für uns alles etwas Neues, wir haben noch nie gegen Mannschaften außerhalb Europas gespielt. Das ist sehr interessant. Ich denke, wir sind jetzt im Turnier angekommen und fokussieren uns ganz auf Argentinien“, meint Mannschaftskapitän Ian Weber. Ein Lob für den WM-Organisator gibt es vom DHB-Delegationsleiter Carsten Klavehn: „Wir haben hier sehr gute Bedingungen, ein tolles Hotel, einen tollen Teamguide und sehr gute Trainingsmöglichkeiten. Was die Mazedonier machen, ist absolut einer WM würdig, da bleiben keine Wünsche offen, vielleicht sind es ein paar Zuschauer zu wenig. Und unsere Jungs sind sehr fokussiert unterwegs.“

In den weiteren WM-Achtelfinals stehen sich am Mittwoch gegenüber: Ägypten - Slowenien, Island - Japan, Frankreich - Norwegen, Portugal - Mazedonien, Spanien - Schweden und Dänemark - Tunesien.

Die deutschen WM-Vorrundenergebnisse in Gruppe D:
Deutschland - Portugal 26:33 (15:18)
Tunesien - Deutschland 15:36 (10:15) 
Deutschland - Serbien 30:22 (16:11)
Deutschland - Brasilien 28:22 (13:11)
Island - Deutschland 22:26 (9:13)

Alle Spiele als Livestream unter www.dhb.de/livestreams und bei www.sportdeutschland.tv

(BP)

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