Premiere in Kaiserau: Mehr als nur Training für den Elitekader
Sebastian Heymann ist Teil des Elitekaders. - Foto: Marco Wolf
20.03.2019 U21/20m

Premiere in Kaiserau: Mehr als nur Training für den Elitekader

Wenn sich die 16 Spielerinnen und Spieler des DHB-Elitekaders vom 1. bis zum 3. April im SportCentrum Kamen-Kaiserau zum ersten gemeinsamen Lehrgang treffen, steht weit mehr als nur Training mit den A-Bundestrainern Henk Groener und Christian Prokop auf dem Programm.

Der FC Barcelona trifft die SG Kappelwindeck/Steinbach, ein frisch gebackener A-Nationalmannschafts-Debütant trainiert mit einer U17-Europameisterin, eine Frauen-EM-Teilnehmerin steht gemeinsam mit Männer-Bundesligaspielern auf dem Feld: Wo das möglich ist? Beim ersten gemeinsamen Elitekader-Lehrgang des Deutschen Handballbunds vom 1. bis zum 3. April im SportCentrum Kamen-Kaiserau.

Im vergangenen Oktober wurde der neue Elitekader am Rande des EM-Qualifikationsspiels der Männer-Nationalmannschaft gegen Israel in Wetzlar präsentiert, nun trainieren die 16 männlichen und weiblichen Toptalente des deutschen Handballs erstmals gemeinsam. Aber der Lehrgang bietet den Spielerinnen und Spielern weit mehr als das Training mit den A-Bundestrainern Henk Groener und Christian Prokop. Ein besonderer Fokus liegt auf der Persönlichkeitsentwicklung, aber auch Aspekten wie der dualen Karriere im Sport, der finanziellen Absicherung oder dem Umgang mit Medien.

Welche Einstellung zum Sport erwartet der Deutsche Handballbund von Nachwuchsstars? Wie sehen die Leitlinien der gesamten Elitekader-Förderung aus? Wie funktioniert das Mentorenprogramm, und wo kann der DHB die Talente auch über den Sport hinaus unterstützen? Alle diese Themen beleuchten Jochen Beppler, der DHB-Chef-Bundestrainer Nachwuchs, sowie Wolfgang Sommerfeld, der Initiator und Erfinder des Elitekaderkonzepts, der heute wieder als Mentor das Bindeglied zwischen Verband, Verein, Eltern, Schule und Ausbildungsbetrieb ist.

„Diese Lehrgangspremiere geht weit über den Handball hinaus, es geht um die ganzheitliche Entwicklung der Toptalente Deutschlands. Allein dass die A-Bundestrainer die Einheiten leiten und sich ein Bild von den besten DHB-Nachwuchsspielerinnen und -spielern machen, zeigt, wie hoch das Thema bei uns angesiedelt ist. Wir wollen den Talenten alle mögliche Unterstützung auch in ihrer Karriereplanung geben. Wir wollen auch sehen, wie Talente auf diese besondere Form reagieren."

Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes

„Diese Lehrgangspremiere geht weit über den Handball hinaus, es geht um die ganzheitliche Entwicklung der Toptalente Deutschlands. Allein dass die A-Bundestrainer die Einheiten leiten und sich ein Bild von den besten DHB-Nachwuchsspielerinnen und -spielern machen, zeigt, wie hoch das Thema bei uns angesiedelt ist. Wir wollen den Talenten alle mögliche Unterstützung auch in ihrer Karriereplanung geben. Wir wollen auch sehen, wie Talente auf diese besondere Form reagieren“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes.

Der Lehrgang wird auch von der Deutschen Sporthilfe unterstützt, indem die teilnehmenden Athleten und Athletinnen eine zusätzliche Förderung erhalten. „Sporthilfe-Förderung bedeutet weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Einen ähnlich hohen Stellenwert nehmen die Duale Karriere und die Persönlichkeitsentwicklung ein, um Athleten für die Zeit nach der sportlichen Karriere zu wappnen. Maßnahmen wie die des DHB begrüßen wir sehr und unterstützen wir daher sehr gerne im Rahmen der direkten Athletenförderung“, sagt Thomas Gutekunst, verantwortlich für den Bereich Athletenförderung in der Geschäftsleitung der Deutschen Sporthilfe.

Nach einigen positions-spezifischen Lehrgängen mit allen Altersklassen wie dem gemeinsamen Lehrgang aller DHB-Torhüterinnen und Torhüter im Vorjahr, steht nun die gemeinsame Entwicklung künftiger Weltklassespieler im Blickpunkt. „Schon bevor wir die aktuellen Turniere analysiert hatten, standen die Inhalte für den Lehrgang fest. Gerade die Männer-WM hat uns gezeigt, dass wir vor allem in der Entwicklung von Topspielern noch nachlegen müssen“, sagt Kromer.

„Talent allein reicht nicht, um ein ganz Großer oder eine ganz Große zu werden. Deswegen ist dieser Lehrgang eine ideale Plattform, um auch die Gesamt-Entwicklung in den Fokus zu rücken, um die Persönlichkeit zu trainieren. Wir versuchen zu vermitteln, was man braucht, um weiterzukommen. Natürlich werden Christian Prokop und ich zudem sehr intensiv individuell und in Kleingruppen mit den Spielerinnen und Spielern arbeiten und unsere Sicht des Handballs vermitteln“, sagt Frauen-Bundestrainer Henk Groener.

Zum 16-köpfigen aktuellen Elitekader gehören unter anderem Sebastian Heymann, der am Samstag beim 27:29 gegen die Schweiz sein erstes A-Länderspiel absolvierte, Juri Knorr, der seit dem Sommer im Nachwuchs des FC Barcelona spielt, die beiden Frauen-Nationalspielerinnen Amelie Berger und Mia Zschocke von Bayer Leverkusen , oder U17-Europameisterinnen von 2017, wie Maxi Mühlner, Julia Weise oder Laetitia Quist.

Diese 14 Spielerinnen und Spieler sind für den Lehrgang in Kamen-Kaiserau nominiert:
Amelie Berger (TSV Bayer 04 Leverkusen), Dana Bleckmann (BVB 09 Dortmund), Lena Degenhardt (TV Nellingen), Sebastian Heymann (FA Göppingen), Juri Knorr (FC Barcelona), Leonie Kockel (BVB 09 Dortmund), Maxi Mühlner (HSG Bad Wildungen Vipers), Laetitia Quist (SG Kappelwindeck/Steinbach), Lukas Stutzke (TSV Bayer Dormagen), Aimée von Pereira (TSV Bayer 04 Leverkusen), Julia Weise (HC Leipzig), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen), Nele Reese (SV Henstedt-Ulzburg), Lukas Diedrich (SC Magdeburg)

Quelle: Deutsche Sporthilfe