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Altlandsberg gegen Buxtehude: Punkt gewonnen oder Punkt verschenkt?

26.01.2014
26.01.2014 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel Ost · Von: PM

Altlandsberg gegen Buxtehude: Punkt gewonnen oder Punkt verschenkt?

Das Frauenteam des MTV 1860 Altlandsberg lebt. Wer nach dem 18:28 zuletzt gegen den SV Henstedt-Ulzburg etwas anderes glaubte, der wurde nun eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Beim 23:23 (11:10) gegen die Bundesliga-Reserve des Buxtehuder SV rackerte die Mannschaft wie in besten Zeiten. Manja Berger lag nach der Partie mit erhöhten Beinen vor der Wechselbank, brauchte einige Zeit, bis sie sich erholte.

Die Linkshänderin (drei Tore): „Mein Kreislauf spielte etwas verrückt.“ Ein Wunder ist das nicht. Die Frau aus dem rechten Rückraum war bis Freitag wegen einer Magen-Darm-Grippe krankgeschrieben, wollte bei dieser Top-Partie der 3. Liga Ost aber keinesfalls fehlen. Der große Favorit Buxtehude kam ja immerhin mit nur vier Minuspunkten nach Altlandsberg. Genauso wenig, wie Spitzenreiter Travemünde auf seinem Konto hatte.

„Heute haben wir wieder eine echte Mannschaftsleistung gezeigt“, urteilte MTV-Kapitänin Sophie Lütke - und ärgerte sich gleichzeitig. „So ein blöder Fehler wie in der Schlussphase, der uns den Sieg kostete, darf nicht passieren. Darum kann ich mich über den einen Punkt auch nicht freuen.“

Wer könnte diese Vollblut-Handballerin, die neun Tore zu diesem bemerkenswerten Resultat beisteuerte, nicht verstehen? Ausgerechnet „Rike“ war es, die bei einer 23:22-Führung in der Buxtehuder Alles-oder-Nichts-Pressdeckung den Ball verlor, der den Gästen den entscheidenden Konterangriff ermöglichte. Lisa Prior nutzte den dann 31 Sekunden vor Schluss zum Endstand von 23:23. Das war in der Tat etwas ärgerlich. Vor allem, wenn man weiß, dass der MTV in der 59. Minute durch ein Tor von Janin Hetzer noch mit 23:21 geführt hatte.

„Heute war ein Sieg möglich. Eigentlich darf man den nicht mehr aus der Hand geben“, so der MTV-Vorsitzende André Witkowski. „Aber entscheidend und sehr erfreulich war, dass sich die Mannschaft ganz anders präsentiert hat, als noch vor einer Woche. Nämlich mit Moral und Leidenschaft, so wie es sie jahrelang auszeichnete.“

Das war wirklich vorbildlich. Stellvertretend für alle sei nur erwähnt, was Sylvia Kalina leistete. Sie musste ja wegen einer schweren OP wochenlang pausieren. Umso eindrucksvoller, wie sie jetzt wieder in der Abwehr schindert, wie sie blockt und Löcher stopft. Wie platt war „Kalli“ nach der Partie, und wie konnte sie mit dem hohen Aufwand 60 Minuten durchhalten? Die Allrounderin mit einem Augenzwinkern: „Am Kreis kann man sich ja zwischendurch ausruhen. Aber ernsthaft, jetzt bin ich echt geschafft und ziemlich sauer auf die Schiris.“

Sophie Lütke erklärt warum: „Immer wieder wurde Kalli bei unseren Angriffen von den Buxtehude-Spielerinnen in den Sechs-Meter-Raum gedrückt und die Schiris pfiffen das mindestens fünfmal als Laufen durch den Kreis. Sie pfiffen uns damit immer erfolgversprechende Angriffe weg.“

Noch ein paar Fakten zum Spielverlauf. Nach 0:2- und 2:4-Rückständen erarbeitete sich der Gastgeber eine 8:5-Führung (17. Minute), konnte diese aber nicht ausbauen. Lange war es eine auch vom Resultat ausgeglichene Partie (11:10, 13:13), ehe der MTV dann in der 42. Minute wieder 13:16 zurück lag. Doch man kämpfe sich erneut heran (stark nicht nur in dieser Phase Franziska Chmurski), bis hin zu jener schon erwähnten 23:21-Führung.

„Wenn man nur die letzten fünf Minuten nimmt, war das mit dem aus der Hand gegebenen Sieg schon ärgerlich“, meinte die fünfmalige Torschützin Janin Hetzer. „Nimmt man aber das gesamte Spiel, geht das Remis schon in Ordnung.“

Was sagt MTV-Trainer Fabian Lüdke? „Als wir hinten heraus mit zwei Toren führten, waren wir nicht clever genug, das auf drei Tore auszubauen. Dafür bin ich mit der Abwehr sehr zufrieden. Die war heute unsere Stärke. Unsere Kreuzungshandlungen im Angriff sind dagegen zu langsam und zu ausrechenbar.“

Stärken und Schwächen erkannt. Das ist eine gute Basis dafür, vielleicht auch den nächsten Großen zu ärgern. Und der kommt mit Spitzenreiter Travemünde schon am 8. Februar in die Erlengrund-Halle.

MTV 1860 Altlandsberg: Kathrin Wiehle, Juliane Schlein; Janin Hetzer 5/1, Sophie Lütke 9/2, Christiane Wiechert 2, Marion Priemer, Sylvia Kalina, Franziska Chmurski 4, Dominic Wielsch, Manja Berger 3, Annika Fleck