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Drittliga-Preview #Spieltag9

21.10.2017
21.10.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga · Von: cb/pm vereine

Drittliga-Preview #Spieltag9

Im Norden und im Süden kann es an diesem Spieltag zu Verschiebungen an der Tabellenspitze kommen. Neben direkten Duellen der Spitzenteams lauern einige Teams in direkten Verfolgerduellen darauf, sich mit einem Sieg vorzustoßen. Zudem dürften in Großwallstadt und in Leutershausen einige Fans und Verantwortliche „an die guten alten Zeiten“ zurückdenken.

Staffel Nord: Der Spitzenreiter-Schreck empfängt TSV Altenholz

Am vergangenen Spieltag nah der HSV Hannover überraschend einen Punkt beim bis dahin an der Spitze thronenden HSV Hamburg mit. Nun empfängt das Team von Trainer Stefan Lux den amtierenden Nord-Meister TSV Altenholz. „Das fühlt sich gut an“, kommentierte Lux das 25:25 (12:12) in Hamburg. Und hat sicher noch nicht genug von dem guten Gefühl. „Dass in dieser Liga alles möglich ist, zeigt das 25:25 der Hannoveraner beim Titelkandidaten Handball Sport Verein Hamburg“, meinte Altenholz-Trainer Mirko Baltic gegenüber der Eckernförder Zeitung und spricht somit eine Warnung an seine Mannschaft aus. Die Erfolge aus der Vorsaison seien nichts mehr wert, so der Coach weiter. Übrigens: Die Hannoveraner dürften sich darüber, dass es ein Heimspiel ist, besonders freuen. Denn auf den Fahrten um Spiel beim DHK Flensborg wurde der Mannschaftsbus von der Polizei angehalten. Die glaubte, im Bus befänden sich gewaltbereite Fußballfans, die beim Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen Rabatz machen wollten. Während der letzten Auswärtsfahrt nach Hamburg wurde der Mannschaftsbus vom Zoll angehalten. Im Gegensatz zu dem Flensburg-Ausflug war der Spuk aber schnell vorüber und der Bus konnte nach kurzer Zeit seine Reise fortsetzen.

HSV Hamburgs Rechtsaußen Stefan Schröder führt das anstehende Auswärtsspiel in seine Geburtsstadt. Für den HSV zählt im zweiten Spitzenspiel des Spieltages nur ein Sieg beim aktuellen Tabellendritten. Für die punktgleichen Stiere ebenfalls. Denn bei einem Ausrutscher des TSV Altenholz winkt dem Sieger dieser Partie die Pole-Position. Im Lager der Stiere spricht man vor dem Heimspiel, für das bis Donnerstag bereits über 1000 Tickets abgesetzt worden sind, von einem Spiel auf Augenhöhe. Und in diesem wollen die Verantwortlichen um Stiere-Geschäftsführer Axel Schulz am liebsten einen Zuschauerrekord feiern und der Mannschaft mit einer „gelben Wand“ den Rücken stärken.

Neben den beiden Top-Spielen steht noch das Niedersachsenderby zwischen den Handballfreunden Springe und dem MTV Braunschweig im Blickpunkt. Die Gastgeber könnten mit einem Sieg in der Tabelle weiter nach oben klettern.

Staffel Ost: Nostalgiker geraten ins Schwärmen

TV Großwallstadt gegen die SG Leutershausen. Ein Klassiker der 90er Jahre erlebt eine Wiederauflage in der 3. Liga. Auf beiden Seiten standen sich in vielen heißen Duellen unzählige DHB-Nationalspieler wie die Roth-Zwillinge (Olympia-Silber 1984) oder der langjährige Großwallstädter Flügelflitzer Bernd Roos (Olympia-Silber 2000) oder Rückraumspieler Jörg Kunze (WM-Vierter 1994) gegenüber. Ein Duell, das Handballtradition atmet. Viele Spieler trugen sogar beide Jerseys. So wie der aktuelle Leutershauser Trainer Marc Nagel oder der Sportliche Leiter der SGL, Uli Roth. „Jetzt kommt das nächste Knaller-Spiel, das ist wirklich der Hammer. Es ist schon hart, auswärts Punkte zu holen — in Großwallstadt wird das noch schwerer. Wir müssen hoch konzentriert spielen, um etwas mitzunehmen. Großwallstadt hat schon zurecht dieses Prädikat Titelfavorit. In diesem Duell steckt viel Tradition drin — das ist eine tolle Halle, wir hoffen auf einen schönen Samstagabend mit einem guten Spiel“, sprüht Nagel vor Vorfreude. Das Gleiche gilt für die Gastgeber: „Ich freue mich sehr darauf. Endlich haben wir mal wieder ein Spitzenspiel in Elsenfeld“, sagt Trainer und 78er-Weltmeister Manfred Hofmann vor dem Spiel gegen den Spitzenreiter.

Eine Premiere und ein Verfolgerduell gleichermaßen begehen der HC Erlangen II und die HSG Rodgau Nieder-Roden. Für die geht es darum, den Kontakt zur Spitzengruppe nicht abreißen zu lassen. „Die Mannschaft ist eingespielt, hat sich nach dem Aufstieg kaum verändert. lebt von der Euphorie und spielt strategisch cleveren Handball“, sagte der Trainer der Baggerseepiraten, Jan Redmann, gegenüber der Offenbacher Post. Für sein Team, das ein Spiel weniger ausgetragen hat und einen Minuspunkt hinter der Erlanger Reserve liegt, geht es darum, in den kommenden Wochen mehr Konstanz an den Tag zu legen. „Besonders die Defensivleistung ist die Stärke von Rodgau. Das hat man auch in ihrem letzten Spiel gesehen, als sie nur 19 Gegentore im Spiel gegen die Bieberau-Modau hinnehmen mussten. Da müssen wir unser Angriffsspiel strukturiert und mit Druck aufbauen um ein ums andere Mal punkten zu können“, so die Einschätzung von Trainer HCE-II-Helmut Hofmann.

Staffel West: Kooperation ruht für 60 Minuten

Es ist schon eine besondere Konstellation, dass in einer Liga zwei Kooperationspartner spielen. So wie es der TV Korschenbroich und Bayer Dormagen praktizieren. Vor der Serie wechselten reichlich Spieler von den ambitionierten Dormagenern auf die andere Rheinseite, um beim TVK Spielpraxis und im Abstiegskampf wertvolle Erfahrungen für den weiteren Karriereweg zu sammeln. „Wir haben viele Ex-Dormagener in unseren Reihen und ich hoffe einfach darauf, dass sie ihrem Ex-Klub zeigen wollen, was sie können“, sagte Korschenbroichs Manager Kai Faltin, der den an der Nase operierten Coach Ronny Rogawska vertreten wird, der Rheinischen Post.

Normalität kehrt bei der SG Schalksmühle-Halver ein. Nach zuletzt zwei emotionalen Derby gegen den TuS Volmetal und die SG Menden geht es zu Hause „nur“ gegen den OHV Aurich. Die Ostfriesen stehen nach ihrem Umzug aus den Nord-Staffel mit 7:7 Zählern ungefähr dort, wo sie die letzte Spielzeit im Norden beendet hatten – im Mittelfeld. Für die Gastgeber läuft die Saison bisher richtig gut. Schließlich befand man sich in den vergangenen Jahren eher im unteren Drittel der Tabelle und Trainer Stefan Neff hat scheinbar nun die richtige Mischung gefunden. Gut besetzt war der SGSH-Kader bereits in den Vorjahren, nun bekommt das Team aus Schalksmühle und Halver die PS auch auf die Straße und rangiert mit 11:5-Zählern in Sichtweite zum Tabellendritten HSG Krefeld, der vor bei den Leichlinger Pirates vor einer hohen Hürde steht. Mit einem Heimsieg und einer gleichzeitigen Krefelder Niederlage könnte die SG bis auf Platz drei stoßen. Deren Trainer Stefan Neff erwartet gegenüber der Meinerzhagener Zeitung „eine echte Männermannschaft mit einem guten Plan, die nicht nur von ihren Emotionen lebt. Die kommt übrigens gerne in den tiefen Westen. Mit insgesamt fünf Zählern im Gepäck trat man die Heimreisen aus Korschenbroich, Longerich und Ahlen gen Ostfriesland an.

Staffel Süd: Der nächste Kracher

Der SV Kornwestheim mischt derzeit die Liga so richtig auf und kann an diesem Spieltag als Tabellenzweiter gegen den amtierenden Meister SG Nußloch für ein weiteres Ausrufezeichen sorgen. Deren Trainer Christian Job sieht sein Team als Außenseiter in einer Partie. Gründe für diese These fallen dem Trainer der Blau-Weißen genügend ein. „Wir sind noch ein Stück weit entfernt von der Leistung, welche wir vergangene Saison abgerufen haben. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns dieser Leistung momentan Stück für Stück annähern. Sollten wir es schaffen unser volles Potential abzurufen, dann wird es für jeden Gegner schwer gegen uns zu gewinnen“, so der Coach. Sein Kontrahent Alexander Schurr schwärmte gegenüber der Kornwestheimer Zeitung: „Die SG hat sensationelle Spieler, die eigentlich eigens für den Aufstieg geholt wurden“, so Schurr. Leute wie die Rückraumakteure Kevin Bitz, Jochen Geppert und Simon Kuch oder Kreisläufer Philipp Müller besäßen allesamt Erst- oder Zweitligaformat und auch -erfahrung.“ Es ist das Spiel des Tabellenzweiten gegen den Tabellenvierten.

Das Duell zwischen den Tabellendritten und Fünften steigt in Haßloch, wenn die TSG (zuletzt in Nußloch siegreich) die TGS Pforzheim empfängt. „Wir wissen, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt und wir müssen uns Woche für Woche zu einhundert Prozent neu konzentrieren und beweisen, so Haßlochs sportlicher Leiter Thomas Müller vor dem nächsten „Spitzenspiel“ gegen Pforzheim, die zuletzt Eduard Klyuyko nachverpflichteten.

Und der aktuelle Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen II muss in den Panther-Käfig nach Fürstenfeldbruck. In der heißen Atmosphäre wird sich zeigen, welche Raubkatze bissiger sein wird. „Gegen diese erfahrene Mannschaft benötigen wir reichlich Tempo, damit wir dort etwas mitnehmen können. Außerdem ist es in dieser Halle sehr laut, was eine weitere Herausforderung für uns darstellt", erklärt Abt im Vorfeld der Partie. Das Raubkatzen-Duell wird auf sportdeutschland.tv übertragen.

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