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Drittliga-Review #Spieltag9

23.10.2017
23.10.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga · Von: cb/pm vereine

Drittliga-Review #Spieltag9

Das muntere „Bäumchen-wechsel-dich-Spiel“ an der Tabellenspitze im Norden geht weiter und wieder spielte der HSV Hannover das Zünglein an der Waage. Zudem entsandte der HSV Hamburg ein deutliches Statement in Richtung Konkurrenz und spielte mit den Mecklenburger Stieren Katz und Maus: In der Staffel Ost erfreuen sich 1700 Zuschauer an souveränen Heimsiege des TV Großwallstadt gegen die SG Leutershausen. Im Westen haben sich im Schatten des TuS Ferndorf zwei Teams ihre Serien fortgesetzt und im Süden war für die Löwen im Panther-Käfig nach einem dramatischen Kampf nichts zu holen. Aufsteiger Kornwestheim führt nach einem Sieg gegen den amtierenden Meister die Tabelle alleine an.

Staffel Nord: HSV Hannover wird seinem Ruf gerecht – HSV wieder Spitzenreiter

Im Norden gab es an Spieltag neun wieder einen Wechsel an der Tabellenspitze. Durch den Punktverlust des TSV Altenholz, der beim Spitzenreiter-Schre3ck HSV Hannover nur zu einem Remis kam, übernahmen die Handballer aus der Hansestadt wieder die Führung.

Hannover knöpfte dem Spitzenreiter Altenholzt einen Punkt ab. Dieses Kunststück war dem Team von Trainer Stefan Lux bereits an Spieltag acht bei den Hanseaten gelungen und somit Altenholz an Spieltag acht (bei einem Spiel mehr als Hamburg) an die Spitze verholfen.

Nach 60 dramatischen und temporeichen Minuten feierten 450 Zuschauer des HSV Hannover ihre Mannschaft mit stehendem Applaus. Nach 26:28-Rückstand (55.) hatten die Anderter im Spitzenspiel ein 29:29 (14:14) gegen Tabellenführer Altenholz erkämpft. Allein die letzten anderthalb Minuten waren den Eintritt wert. Mit großer Leidenschaft hatte der HSV den letzten Angriff der Gäste verteidigt. Sascha Muscheiko schaffte den Ballgewinn, vergab aber den Gegenstoß. Altenholz traf eiskalt zum 28:29. Noch 13 Sekunden und Auszeit. Nach zwei Querpässen ist Lukas Quedenbaum frei und verwandelt die Halle in ein Tollhaus. „Wir können uns beide zum Punktgewinn beglückwünschen. Wir haben 27 Bälle weggeworfen, damit gewinnst du normalerweise keinen Blumentopf. Aber Kompliment, wie meine Jungs gekämpft haben“, sagte TSV-Coach Mirko Baltic. Lux, Trainer der Gastgeber, stimmte zu: „„Ich schließe mich meinem Kollegen an. Beide Mannschaften haben sich über 60 Minuten nichts geschenkt. Wir können mit dem Punkt gut leben.“

In Schwerin, beim zweiten Spitzenspiel des Spieltages, ging es weniger dramatisch zu. Zu dominant trat der HSV Hamburg die Stiere bei den Hörnern und führte diese aber der 36. Minute regelrecht vor. Der erste Durchgang war vor rund 2600 Zuschauern in der Kongresshalle noch halbwegs ausgeglichen. Mit 16:10 für die Gäste wurden die Seiten gewechselt. Die legten nach der Pause gleich noch einen 6:2-Lauf nach und sorgten mit dem m22:12-Zwischenstand für die Entscheidung und kamen beim Tabellendritten zu nicht erwarteten Kantersieg, zu dem Lukas Ossenkopp zwölf Treffer zum Endstand von 37:20 beisteuerte. „Wenn man das Heimspiel des Jahres mit 17 Toren Unterschied verliert, tut das weh. Man konnte einfach sehen, dass wir von Anfang bis Ende dominiert wurden – sei es im Angriff, sei es in der Abwehr. Die Niederlage ist natürlich schmerzhaft.“, sagte Stiere-Rechtsaußen Magnus Aust.

Überhaupt nicht läuft es derzeit für Empor Rostock. Der Traditionsverein musste vor eigenem Anhang mit 29:31 die fünfte Schlappe in Folge hinnehmen und fällt nach den drei Siegen zu Saisonbeginn in der Tabelle immer weiter ab. Empor, die sich im Sommer neben Trainer Till Wiechers auch die Dienste dreier weiterer ehemalige Akteure des Flensburger Juniorteams sicherten, hatten enorme Personalprobleme und konnten kaum wechseln. Auf der anderen Seite erwischte der 19-jährige Niederländer Danny Nick Baijens einen Sahnetag und traf 15 Mal.

Staffel Ost: Großwallstdt dominiert das Duell der Traditionsvereine

Rund 1700 Zuschauer wollten sich das Spitzenspiel in der Staffel Ost nicht entgehen lassen. Das Traditionsduell der beiden Altmeister TV Großwallstadt und der SG Leutershausen geriet aber zu einer einseitigen Angelegenheit: SGL-Trainer Marc Nagel, einst Spielmacher des Hausherrn und mit viel Applaus in der Halle begrüßt, sprach während des Trainergesprächs davon, seine Mannschaft habe zwei Chancen auf Punkte nicht zu nutzen vermocht: „Zu Beginn war Großwallstadt nervös. Aber bis zur 6. Minute haben wir keinen Ball aufs Tor bekommen und stattdessen technische Fehler oder Stürmerfouls produziert.“ Großwallstadt nutzte das zu einer frühen 3:0-Führung. Zwei Treffer gingen da auf den früheren Nationalspieler Michael Spatz, der am Ende auf 11/6 Treffer kommen sollte. Den 14:11-Pausenstand erhöhte der TVG wiederum mit einem Blitzstart auf 16:11, führte im zweiten Abschnitt phasenweise mit acht Toren und vor stimmungsvoller Kulisse zu einem am Ende ungefährdeten 26:22-Sieg. Die letzten Spielminuten begleiteten die TVG-Fans zum Teil stehend.

Ohnehin liegt das Feld in der Staffel Ost sehr eng beieinander. Tabellenführer SG Leutershausen (12:6) und den tabellenelften MSG Groß-Bieberau-Modau trennen gerade einmal vier Minuspunkte. Richtig abgeschlagen ist derzeit nur der HSV Bad Blankenburg. Der letztjährige Finalist des DHB-Amateurpokals kommt nach seinem Aufstieg nicht in Schwung. Gegen den HSV Bad Neustadt setzte es die achte Niederlage der Saison. „Die Niederlage war verdient, weil sich am Ende Qualität durchsetzt“, sagte HSV-Trainer Jörn Schläger nach dem 18:25 der Rhön-und-Saale-Post. Die Gastgeber behaupteten sich mit dem Heimsieg in der Verfolgergruppe.

In der spielen auch die Baggerseepiraten der HSG Rodgau Nieder-Roden eine gute Rolle. Nach einer kleinen Ergebniskrise läuft es wieder beim Team von Trainer Jan Redmann. In einem umkämpften Duell bezwang man den Überraschungszweiten HC Erlangen II 30:29 und konnte weiteren Boden auf die Bundesliga-Reserve gut machen und Platz drei behaupten. „„Hier musst du erst einmal gewinnen. Das war auch wichtig für den Kopf, dass wir so ein knappes Spiel geholt haben“, äußere sich Redmann gegenüber der Offenbacher Post.

Staffel West: Longerich fällt es leichter

Während das Schluss-Trio Handball Lemgo, TV Korschenbroich und ATSV Habenhausen sein Punktekonto an diesem Spieltag nicht aufbessern konnten hat sich jenes der vier Spitzenteams SG Schalksmühle-Halver, HSG Krefeld, Bayer Dormagen und TuS Ferndorf nicht verschlechtert. Im Mittelfeld jagten sich die Konkurrenz geneseitig die Zähler ab.

Nutznießer ist der Vorjahres-Dritte Longericher SC, der so langsam aber sicher in Schwung zu kommen scheint. Gegen das Überraschungsteam Bergische Panther holten die Kölner im Derby vor 350 Zuschauern in der engen Sporthalle in Burscheid einen in der Höhe überraschenden 30:24-Sieg und somit 7:1 Punkte in Folge. Die Kölner Handballer erwischten eine gute Startphase, man konnte defensiv stabil agieren und den Gegner zu Fehlern zwingen. Dies führte zu Ballgewinnen und mehreren überfallartigen Angriffen, die man zu Toren und einer Führung nutzen konnte. So legte man zunächst bis zum 8:3 in der 15. Minute vor, der LSC schien die Begegnung gut im Griff zu haben. Longericher Nachlässigkeiten und einige Zeitstrafen spielten den Panthern in die Karten, um bis zum Gang in die Kabinen auf 10:11 zu verkürzen. Nach dem Wiederanpfiff gelang dem Team von Trainer Chris Stark vom 15:15 zum 22:17 der entscheidende Vorstoß. „Mit den jüngst erzielten 7:1-Punkten fällt einiges leichter und es macht alles mehr Freude als noch zu Saisonstart. Ich hoffe, dass die LSC-Fans die guten Leistungen der letzten Wochen belohnen und am Samstag zahlreich in die Halle kommen“, so Stark. Gegen das abgeschlagene Schlusslicht will der LSC seine Serie dann auf 9:1-Punkte ausbauen.

Diese Marke hat die SG Schalksmühle-Halver mit dem 26:25-Heimsige über den OHV Aurich bereits erreicht. Gegen die Ostfriesen mussten die Schützlinge von Trainer Stefan Neff das erwartet dicke Brett bohren. Im finalen Angriff übernahm Goalgetter Lutz Weßeling aber Verantwortung, tankte sich durch die OHV Abwehr und traf zum umjubelten 26:25 Endstand. „Das war einfach nur Pech. Es war klasse zu sehen, wie sie in dieser dramatischen und attraktiven Partie kooperiert haben, sehr diszipliniert agiert haben und als Team aufgetreten sind, sagte OHV-Trainer Arek Blache den Ostfriesischen Nachrichten.

Staffel Süd: Panther beißen Löwen und Kornwestheim führt nun alleine

 

Aufsteiger gegen amtierenden Meister. Klare Sache? Ja, aber von der anderen Seite. Denn der TV Kornwestheim spielte sich gegen die SG Nußloch in einen Rausch und gewann 37:30. „Das ist natürlich geil! Wir haben jetzt zwei Favoriten in Folge geschlagen. Aber wir werden auch in Zukunft mit Respekt und gut vorbereitet an die Sache rangehen. Wir müssen immer im Hinterkopf behalten, dass wir hier der Aufsteiger sind“, sagte Peter Jungwirth, mit elf Treffern wieder einmal bester TVK-Werfer. Auf der anderen Seite beklagte man das Zeitstrafen -Verhältnis im ersten Durchgang. „Aktuell ist der Wurm drin. Das ist eine schwierige Phase. Wir müssen schauen, dass wir schnellstmöglich aus diesem kleinen Tal, das wir gerade durchlaufen wieder herauskommen“, kommentierte Gäste-Trainer Christian Job die dritte Saisonniederlage, die nach dem 16:17-Zwischenstand noch recht deutlich ausfiel.

Die Heimspielstätte des TuS Fürstensfeldbruck entwickelt sich mehr und mehr zu einer Festung. Nach der TGS Pforzheim musste nun mit Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen II im Panther-Käfig die Punkte abgeben. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. In der entscheidenden Phase hielt Michael Luderschmid drei sehr wichtige Bälle von außen, mit denen er die Zeichen auf Sieg über den Tabellenführer setzte. In den letzten Minuten versuchten es die Gäste zwar nochmals mit einer Manndeckung, die aber nicht zum gewünschten Erfolg führte, so dass es Tobias Prestele vorbehalten war, mit der Schlusssirene den Treffer zum verdienten 26:23 Erfolg zu erzielen. „Die Liga ist heuer so ausgeglichen – mir war klar, dass wir an einem guten Tag auch den Spitzenreiter schlagen können“, sagte er und freute sich über „einen rundum gelungenen Handballabend“, sagte TuS-Trainer Martin Wild dem Münchener Merkur. Für uns ist diese Niederlage kein Beinbruch. Unser guter Tabellenplatz ist eine schöne Momentaufnahme, aber unser Ziel ist weiter der Klassenverbleib und dafür haben wir bisher schon richtig viel Punkte gesammelt“, kommentierte RNL-II-Trainer Michel Abt.