Eine Überraschung ist mehr denn je gefragt - SG H2Ku will im Abstiegskampf mit der SG Kronau/Östringen II den nächsten Favoriten stürzen
Eine Überraschung ist mehr denn je gefragt - SG H2Ku will im Abstiegskampf mit der SG Kronau/Östringen II den nächsten Favoriten stürzen
Die Saison in der Dritten Liga Süd biegt auf die Zielgerade ein und ist zumindest im Abstiegsrennen an Spannung kaum zu überbieten. Wenn die SG H2Ku Herrenberg am Samstag um 20 Uhr in der Markweghalle auf die SG Kronau/Östringen II trifft, sind wieder einmal die Rollen im Vorfeld klar verteilt. Das Team von Coach Nico Kiener möchte aber seine Außenseiterrolle so leidenschaftlich wie zuletzt zu einem zählbarem Erfolg nutzen.
Noch drei Spieltage sind zu absolvieren und ganze sieben Teams müssen rein rechnerisch noch um den Klassenerhalt bangen. Mittendrin auch die SG H2Ku, die durch das jüngste 28:35 beim SV Kornwestheim und den gleichzeitigen Erfolg der Mitkonkurrenten nun nur noch zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsrang stehen. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass beide Vereine, die eben jene zwei Punkte Rückstand auf die Herrenberger besitzen, den besseren direkten Vergleich für sich verbuchen können. Sowohl der TuS Fürstenfeldbruck als auch der TSV Rödelsee waren dem Gäuclub in Hin- und Rückspiel zusammengerechnet überlegen. Zwei Abstiegsränge sind seit einiger Zeit schon an den TSV Friedberg und den TSV Neuhausen/Filder vergeben.
Punkte sind für die Kiener-Truppe also momentan mehr denn je gefragt. Das gilt inzwischen auch für Partien, in denen nicht unbedingt mit Erfolgserlebnissen zu rechnen ist. In diese Kategorie fällt sicherlich auch die Partie gegen die SG Kronau/Östringen II. Die Bundesligareserve der Rhein Neckar Löwen steht momentan auf dem vierten Tabellenplatz, nach Minuspunkten sogar auf Rang drei. Auch wenn das Team von Trainer Klaus Gärtner im Abwehrverbund sehr ausgeglichen und homogen agiert, sorgen im Vorwärtsgang vor allem zwei Aktive für die nötige Durchschlagskraft. Michel Abt und David Schmidt erzielten alleine 326 Treffer in der laufenden Spielzeit.
Schmidt spielte sich folgerichtig nicht nur zeitweise in den Kader der Rhein Neckar Löwen, sondern auch in die Notizbücher anderer Vereine. Der Halbrechte wird so in der nächsten Saison die Schuhe für die TSG Friesenheim schnüren. Allerdings stehen bei den „Junglöwen“ mit Roko Peribonio im Tor, Roy James oder auch David Ganshorn noch einige Akteure auf dem Feld, die ein Spiel entscheiden können. Zuletzt überzeugte Kronau/Östringen mit einem Sieg über den Tabellenführer, die SG Leutershausen (28:23).
Über die Schwere der Aufgabe ist sich die SG H2Ku Herrenberg also bewusst. Am Ziel, Zählbares in der Markweghalle zu behalten, wird sich dadurch aber nichts ändern. Auch wenn jetzt die Rechenspiele bei den Vereinen beginnen, steht für die Herrenberger fest: Sollten die beiden noch ausstehenden Heimspiele gewonnen werden, bleibt die SG H2Ku auch in der kommenden Spielzeit in der Dritten Liga. Die Konkurrenz kann dann den Gäuverein nicht mehr auf einen Abstiegsplatz stoßen. Dies gilt mindestens für den HBW Balingen/Weilstetten II, der nur noch zwei Spiele zu absolvieren hat.
Für das Unternehmen Favoritensturz baut Nico Kiener für den Samstag unterdessen wieder auf zuletzt gezeigte Tugenden. Der Trainer der SG H2Ku wird sein Team erneut auf eine leidenschaftliche Abwehrarbeit einschwören müssen. Die Folge einer Defensive, die nicht über die vollen sechzig Minuten aufmerksam agiert, bekam die Mannschaft beim Spiel in Kornwestheim schmerzlich vor Augen geführt. Zwanzig schwache Startminuten reichten aus, um die spätere Aufholjagd nicht erfolgreich enden zu lassen. Natürlich soll am Samstag auch die Trumpfkarte Markweghalle stechen. Die Verantwortlichen der SG H2Ku hoffen auf eine wieder einmal kochende Heimstätte, die als achter Mann ihren Teil zur Überraschung gegen die SG Kronau/Östringen II beiträgt.