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Ferndorf feiert dank Alen Sijaric in Halver

02.02.2014
02.02.2014 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel West · Von: WHP

Ferndorf feiert dank Alen Sijaric in Halver

Es herrschte eine Riesen-Stimmung, es war ein sehr, sehr intensives Freitagabend-Spiel in der Sporthalle Halver. Und am Ende gab es Glückliche und Unglückliche, Fröhliche und Traurige. Die SG Schalksmühle-Halver, der Aufsteiger in die 3. Liga West, hatte den haushohen Favoriten am Rand einer Niederlage. Doch in den letzten drei Minuten drehte der TuS Ferndorf, der Tabellenzweite und Absteiger aus der 2. Bundesliga, das Spiel vor fast 1000 Zuschauern. Nachdem die Siegerländer schon mit 19:22 und dann mit 21:23 zurückgelegen hatten, schafften sie es noch. David Breuer aus dem Rückraum, Moritz Barkow vom Kreis und Alen Sijaric von der Linksaußen-Position trafen zum 24:23 (13:11)-Sieg und sorgten für Ausdrücke der Verzweiflung im Gesicht von Mathias Grasediek. „Das ist bitter für uns, das ist echt schwer“, sagte der Schalksmühler Trainer. „Die Zuschauer hätten auch einen Sieg verdient gehabt.“

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Klar: Erik Wudtke, der Ferndorfer Coach, weiß ganz genau, dass seine Mannschaft zu mehr in der Lage ist. „Aber es sind keine Maschinen, sondern Menschen, die auch fehlbar sind“, erklärte der 41-Jährige. „Momentan ist es so, dass es uns in stressigen Situationen an Ruhe fehlt.“ Um diesen Stress zu erzeugen, hatte sich SGSH-Trainer Mathias Grasediek auch etwas einfallen lassen: Christian Feldmann als Positionsverteidiger, wenn auch mal mit kurzer Unterbrechung in der ersten Halbzeit, gegen den jeweiligen rechten Rückraum-Mann des TuS. „Damit haben wir den Ferndorfern den Zahn gezogen“, sagte er, während sein Gegenüber Erik Wudtke in seiner Analyse davon sprach, dass „wir in der zweiten Halbzeit zu hektisch waren“. Er habe Struktur im Angriff vermisst.

Jene Struktur kam in der zweiten Halbzeit mehr und mehr in das Angriffsspiel der Schalksmühler, nachdem sie im ersten Abschnitt zwischenzeitlich schon mit vier Treffern hinten gelegen hatten, „weil wir immer wieder gezögert haben“, berichtete Mathias Grasediek. Doch dann liefen sie besser, der Ball und die SGSH-Spieler. „Die alten Leute haben das gut gemacht“, sagte Mathias Grasediek und konnte trotz des großen Frustes kurz einmal schmunzeln. Sein Lob galt Marc Oberste, Alex Brauckmann und Christian Feldmann – also einem 33-, 30- und 27-Jährigen (in dieser Reihenfolge). „Angesichts der vielen Ausfälle, die wir hatten“, sagte der 50-Jährige, „haben wir das extrem gut gemacht.“

In Zivil saßen Maciej Dmytruszynski (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Jan Stuhldreher (krank) auf der Tribüne, während bei den Ferndorfern der langzeitverletzte Heider Thomas und nach seiner Meniskus-Operation Simon Breuer fehlten, der am Freitagabend auf der Rückraum-Mitte-Position nicht zu ersetzen war. Von seinem Angriff hätte sich TuS-Trainer Erik Wudtke mehr Druck auf die Schalksmühler Deckung gewünscht. „Aber wir waren zu pomadig und sind zu Recht in Rückstand geraten“, sagte er. Das hatte er auch mit seiner Grünen Karte nach 38:40 Minuten nicht verhindert, als Julian Mayer per Siebenmeter und der eingelaufene Rechtsaußen Alex Brauckmann bereits aus dem 12:14 den 14:14-Ausgleich für die SG Schalksmühle-Halver gemacht hatten. Anschließend folgten zwei weitere Treffer Alex Brauckmanns, so dass dieser einen Hattrick schaffte (16:14).

Es stand auch noch 17:15 für die SGSH, aber dann entschied sich der TuS Ferndorf in dieser Fehlwurf- und Fehlpass-Partie für einen 3:0-Lauf: Julian Schneider, Bennet Johnen und Alen Sijaric, der bekanntlich mit seinem Bruder Mirza zur neuen Saison zum Verbandsligisten RSV Eiserfeld Handball wechseln wird, brachten den TuS mit 18:17 in Führung. 19:18 führte das Wudtke-Team auch noch, ehe die SG Schalksmühle-Halver auf die Siegerstraße einzubiegen schien. Zumal sie einen herausragenden Dominik Formella zwischen den Pfosten hatte und Daniel Krüger, Marc Oberste, Dominic Luciano – alle in Überzahl, als Bennet Johnen auf der Strafbank saß – sowie Alex Brauckmann für die 22:19-Führung sorgten. „Dominik war eigentlich der Garant für den Sieg“, sagte Trainer Mathias Grasediek. „Dass es kein Punkt geworden ist, kann ich immer noch nicht glauben.“

Erik Wudtke nahm eine Auszeit und brachte 6:31 Minuten vor dem Ende auch wieder seinen Top-Kreisläufer Moritz Barkow für Bennet Johnen. Und tatsächlich schaffte es seine Mannschaft, das Spiel zu drehen. „Wir konnten uns heute auf unsere sehr gute Abwehr verlassen“, sagte der TuS-Coach, der auch kein schlechtes Händchen hatte, als er in der 41. Minute Max Hamers für Kai Rottschäfer zwischen die Pfosten stellte, obwohl Ferndorfs Nummer 1 stark begonnen hatte – ebenso wie auf der anderen Seite Mareks Skabeikis. „Wir hätten in der zweiten Halbzeit auch schon früher gewinnen können, haben uns aber durch Disziplinlosigkeiten in Unterzahl-Situationen gebracht“, erklärte Erik Wudtke.

Gutes Stichwort: Es hätte viel, viel mehr Unterzahl- und somit auch Überzahl-Situationen geben müssen. Zwar machte Mathias Grasediek auch seine Mannschaft verantwortlich – „wir haben in der Schlussphase zu viele Freie ausgelassen“, sagte er. Ferndorf nutzte indes in der Schlussphase eine Sechs-gegen-fünf-Situation eiskalt, spielte Linksaußen Alen Sijaric frei, und der traf zum 24:23.

 

SG Schalksmühle-Halver – TuS Ferndorf 23:24 (11:13)

SG Schalksmühle-Halver: Skabeikis (1.-30.), Formella (31.-60.) – Herzog (n. e.), Diehl (1), Brauckmann (4), Oberste (7), Feldmann (1), Luciano (3), Hermann, Buff, Polakovs, Müller (2), Mayer (4/3), Krüger (1).
TuS Ferndorf: Rottschäfer (1.-41.), Hamers (41.-60.) – A. Sijaric (3), Koke (1), Aust, Hilger (2), D. Breuer (3/1), Lange (4), Johnen (1), M. Sijaric (1), Bettig, Barkow (5), Schneider (4).
Spielfilm: 1:0, 3:2, 3:4 (9.), 4:4, 4:7 (15.), 5:7, 7:9, 7:11 (21.), 9:11, 9:13 (28.), 11:13 (Halbzeit), 12:13, 12:14 (34.), 16:14 (41.), 17:15, 17:18 (47.), 18:19 (49.), 22:19 (54.), 22:21 (55.), 23:21 (57.), 23:24.