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GSV Eintracht Baunatal: Paul Gbur und Marvin Gabriel im Doppel-Interview

31.01.2014
31.01.2014 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Ost · Von: PM

GSV Eintracht Baunatal: Paul Gbur und Marvin Gabriel im Doppel-Interview

Mit einem denkbar knappen Sieg in Leipzig (28:27) und der ersten Heimniederlage gegen den TV Groß Bieberau (22:30) startete für den GSV Eintracht Baunatal die Rückrunde der 3. Liga Ost nicht gerade optimal. Am vergangenen Wochenende ging es dann zur Auswärtspartie nach Pirna. Die Anspannung im Vorhinein war ohnehin nicht zu leugnen, dazu hatte man von dort noch nie Zählbares mit nach Hause bringen können. Paul Gbur und Marvin Gabriel geben einen Einblick in ihre Gefühlswelt vor und nach diesem Spiel, blicken auf den bisherigen Saisonverlauf zurück und werfen natürlich auch einen Blick auf die beiden bevorstehenden Heimspiele am Samstag gegen den Dessau-Rosslauer HV (20 Uhr) und eine Woche später, 8. Februar, gegen den HC Elbflorenz (20 Uhr).

Wir starten sehr persönlich in das Doppelinterview: Geben Sie uns bitte einen Einblick in Ihre Gedanken, und verraten Sie uns, mit welchen Gefühlen Sie nach Pirna gereist sind?
Paul Gbur: Ich war sehr angespannt. Ich glaube, wir alle haben uns den Rückrundenstart etwas anders vorgestellt und waren insbesondere durch die Heimniederlage gegen Groß Bieberau enttäuscht und verunsichert. Zudem ging es gegen unseren Angstgegner aus Pirna. Keines der drei Auswärtsspiele am Sonnenstein konnten wir für uns entscheiden. Uns stand also ein schweres Spiel bevor, wollten wir von dort endlich die ersten Punkte nach Nordhessen entführen.
Marvin Gabriel: Mit dem Gefühl, unbedingt zwei Punkte mit nach Hause nehmen zu müssen, um endlich einmal in Pirna zu gewinnen und um unseren Rhythmus wieder aufzunehmen. Aber viel mehr noch möchte man endlich einmal wieder ein gutes Spiel abliefern, was die ersten beiden Spiele bekanntlich nicht so der Fall war. 

Erst 5:5, ehe es mit 14:8 in die Pause ging. Am Ende stand es 24:17. Lief dann einfach alles zusammen?
Gbur: Jein. Das Ergebnis zeigt genau, wo unsere derzeitigen Stärken und Schwächen im Spiel liegen. Gegenüber der letzten Woche haben wir in unserem Abwehr/Torwart-Spiel zur gewohnten Sicherheit gefunden und daraus immer wieder einfache Tore über die erste und zweite Welle erzielt. Unser Manko in dem Spiel war leider die schlechte Chancenauswertung. Daher haben wir es auch nicht geschafft, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. Es war aber schön zu sehen, dass wir von der ersten Sekunde an mannschaftlich geschlossen, leidenschaftlich und konzentriert aufgetreten sind, denn genau diese Attribute haben uns in der Hinrunde so stark gemacht.
Gabriel: Unsere Abwehr war von Beginn an hellwach. Der Gegner hat es selten geschafft, gute Torchancen zu kreieren. Die Folge dessen war, dass wir kaum Angriffsminuten hatten und zusätzlich noch die eine oder andere freie Einwurfchance vergeben haben. Mit zunehmender Spielzeit hat sich aber dann auch im Ergebnis das widerspiegelt, was von Anfang an offensichtlich war, nämlich dass wir an diesem Tag die bessere Mannschaft waren.

Aktuell stehen 30:6 Punkte zu Buche. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Gbur: Wir können mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden sein. Es ist nicht selbstverständlich, dass man mit so einer jungen Truppe in der 3. Liga ganz vorne mitmischt. Erschwerend kommt ja auch noch der Umstand hinzu, dass wir allesamt Amateure sind und neben den fünf Trainingseinheiten entweder arbeiten und/oder studieren. Der Zeitaufwand für unser gemeinsames Hobby Handball ist also sehr sehr hoch. Wenn mir also jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach 18. Spieltagen auf dem ersten Platz stehen werden, hätte ich ihn für komplett verrückt erklärt.
Gabriel: Sicherlich kann man mit der Punktausbeute zufrieden sein, auch wenn man selbstverständlich den drei Niederlagen zu Recht hinterher trauert. Darüber hinaus gibt es immer Phasen in einer Saison, in denen man überzeugender oder weniger überzeugend spielt. Wichtig ist, dass wir nach wie vor von Spiel zu Spiel denken und versuchen unseren Rhythmus beizubehalten. Zu verbessern gibt es natürlich überall immer etwas.
Gbur: Das Prunkstück in dieser Saison ist die Abwehr. Noch nie haben wir so wenig Tore kassiert wie in dieser Spielzeit. Mit einem Schnitt von 24 Toren pro Spiel stehen wir an der Spitze der Liga. Leider hapert es bei uns seit einiger Zeit im Umschaltspiel von der Abwehr auf den Angriff und  im Positionsangriff. Das haben wir in den letzten Spielen zu sehr vernachlässigt, obwohl genau das über Jahre hinweg unsere Stärke war. Im Positionsangriff fehlt uns zurzeit die Leichtigkeit und Flüssigkeit im Kombinationsspiel.

Bisher kaum Verletzungspech - ist der Handballgott ein Nordhesse?
Gbur: Nein. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel von Training und der ärztlichen/physiotherapeutischen Betreuung. In der Vorbereitung  hat Horsti genau die richtige Mischung aus Intensitäts- und Regenerationsphasen gefunden, sodass wir in bester körperlicher Verfassung in die Saison gegangen sind. Darüber hinaus ist die medizinische Betreuung am MVZ in Baunatal optimal. Sowohl die beiden Physiotherapeuten Oskar und Natalie, als auch der Mannschaftsarzt Dr. Hans Schafdecker stehen uns bei Verletzungen immer zur Verfügung.
Gabriel: Die Situation ist natürlich bis dato komfortabel. Aber so etwas kann sich schnell ändern, wir machen uns keine Gedanken darüber.

Nun stehen zwei Heimspiele innerhalb von acht Tagen auf dem Programm. Was erwarten Sie vom Spiel gegen den Dessau-Rosslauer HV, der Partie gegen den HC Elbflorenz und dem Heimpublikum in der Rundsporthalle?
Gbur: Alles andere als ein Sieg wäre eine herbe Enttäuschung! Die Frage ist nicht OB wir gewinnen sondern das WIE ist entscheidend. Für uns gilt es wieder einen Schritt nach vorne zu machen und die Fehler aus den vergangenen Spielen abzustellen. Ich habe mir vor der Saison vorgenommen, von Spiel zu Spiel zu denken, daher kann und will ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts zu dem Spiel gegen Elbflorenz sagen. In der heimischen Halle erwarte ich eine stimmungsvolle Kulisse!
Gabriel: Es werden zwei Gegner auf uns treffen, die beide durch eine kompakte und körperlich extrem robuste 6:0-Deckung bestechen. Dessau steht sicherlich auch etwas hinter ihren eigenen Erwartungen in  der Tabelle. Beide Mannschaften werden alles für einen Sieg tun, es wird nicht einfach. Allerdings haben wir zu Hause noch etwas gut zu machen und allein darauf liegt der Fokus. Wenn die Unterstützung weiterhin so wächst, wie das bisher der Fall war, werden wir noch viel Spaß in der Rückrunde haben, aber natürlich gibt es auch in dem Punkt noch Steigerungspotenzial.