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Herrenberg: Gang in die Oberliga ist nun amtlich

05.04.2016
05.04.2016 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Herrenberg: Gang in die Oberliga ist nun amtlich

Im drittletzten Heimspiel der Drittligasaison unterlag die SG H2Ku Herrenberg am gestrigen Abend in eigener Halle dem SV Salamander Kornwestheim mit 24:31 (10:17). Durch diese Niederlage ist der Abstieg der Kiener-Sieben in die Baden-Württemberg-Oberliga nun auch rechnerisch nicht mehr abzuwenden.

Der Gang eine Spielklasse tiefer war für alle Beteiligten der SG H2Ku Herrenberg eigentlich schon seit längerem relativ klar. Mit der gestrigen Niederlage ist dieses vorausschauende Wissen nun der bitteren Realität gewichen. Mit neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer bei noch vier ausstehenden Spielen ist auch mathematisch nichts mehr in Sachen Klassenerhalt zu machen. Wie ein Wechsel in die Zukunft, wenn wohl auch etwas ungewollt, kam dann auch das gestrige Spiel daher. Auf dem Parkett konnten mit Lukas Fischer, Marvin Fuß und Alexander Zürn lediglich junge Nachwuchstalente überzeugen, auf die der Verein in der kommenden Saison seine sportliche Hoffnungen setzt.

Schon kurz nach Anpfiff offenbarte sich den gut 400 Zuschauern, wohin die Reise am gestrigen Abend gehen sollte. Die Gäste führten nach zwei Minuten mit 1:3 und auf Seiten der Gastgeber gab es schon zwei technische Fehler zu protokollieren. Waren in der Vergangenheit stets die Abwehrprobleme ausschlaggebend für Niederlagen, konnte dieses Problem weitestgehend nach 15 Minuten abgestellt werden. Bis dahin aber schaltete und traf ein Kevin Wolf auf Seiten der Kornwestheimer nach Belieben. Der Spielmacher, der gegen seinen Ex-Verein gefühlt immer wieder seine Topleistung abruft, ließ vor allem das Spiel über den Kreis in der Anfangsphase erfolgreich laufen. Was wiederum SG- Coach Nico Kiener schier verzweifeln ließ: „Gerade gegen diese Auslösehandlungen haben wir immer wieder trainiert“.

Trotzdem war das verbissen geführte Württemberg-Derby nach der Anfangsviertelstunde ausgeglichen (7:8). Aber schon in dieser Phase fragte sich wohl manch einer der Zuschauer, warum ausgerechnet der Gastgeber oft mit der vielzitierten „zittrigen“ Hand agierte. Der SV Salamander Kornwestheim spielte dagegen mit Tempo und Vorwärtsdrang und einer zumindest in der ersten Halbzeit viel höheren Ballsicherheit. Bei den Gästen, die weitaus mehr unter Erfolgsdruck standen, wäre eine solche Nervosität verständlicher gewesen als bei den Hausherren, die eigentlich viel lockerer hätten aufspielen können. Das 10:17 zur Pause war dann auch für die meisten Zuschauer schon mehr als eine Vorentscheidung. Der vergebene Siebenmeter mit der Pausensirene passte da noch gut ins Bild der ersten Halbzeit.

Die Kabinenansprache von Trainer Nico Kiener schien erst einmal auf keinen fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Beim 12:21 nach 34 Minuten schien sich sogar ein Debakel für die SG H2Ku anzubahnen. Doch plötzlich ging ein Ruck durch die Mannschaft. Linus Mathes, der inzwischen das Tor hütete, konnte immer wieder freie Bälle abwehren. Die Abwehr war nun leichtfüßig und aufmerksam und konnte so einige Tempogegenstöße initiieren. Kaum acht Zeigerumdrehungen später waren die Herrenberger beim 18:21 wieder voll im Geschäft. Aber gerade als eine Wende im Bereich des möglichen war und die Mannschaft die Zuschauer auf ihre Seite gezogen hatte, verfiel sie wieder in das Muster der ersten Halbzeit. Nun war auch der zuvor auf die Bank beorderte Kevin Wolf für Kornwestheim wieder auf der Platte und gab dem Spiel der Gäste die nötige Struktur zurück. „Heute haben zwei Spieler den Unterschied ausgemacht“, musste nach Spielschluss Nico Kiener dann auch anerkennen. Neben Wolf war es Peter Jungwirth, gegen den Abwehr und Torhüter der Gastgeber oft das Nachsehen hatte. Der erfahrene Rechtsaußen brachte es ebenso wie Kevin Wolf letztlich auf acht Treffer für seine Farben.

So war das Aufbäumen der SG H2Ku Herrenberg spätestens nach fünf Gästetreffern vom 19:23 hin zum 19:28 in der 51.Minute beendet. Trotzdem kämpfte das Team unverdrossen weiter (Nico Kiener: „Das ist natürlich etwas ganz Selbstverständliches“). Das 24:31 am Ende bedeutete, dass die Gastgeber immerhin die zweite Halbzeit remis gestalten konnte. Es bedeutete aber auch gleichzeitig, dass die SG H2Ku Herrenberg zum zweiten Mal in ihrer nun 23- jährigen Vereinsgeschichte in den sauren Apfel des Abstiegs beißen muss.