Kurpfalz Bären geraten auch „im Hühnerstall“ nicht aus dem Tritt
Kurpfalz Bären geraten auch „im Hühnerstall“ nicht aus dem Tritt
Die Allensbacher Handballerinnen, die sich „Hühner“ nennen, hatten sich viel vorgenommen, um den Kurpfalz Bären endlich die erste Niederlage beizubringen. In einem echten Spitzenspiel - im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg – holte sich die TSG Ketsch mit dem 29:28 (16:13)-Auswärtssieg zwei immens wichtige Punkte. Eine brodelnde Atmosphäre herrschte in der voll besetzten Halle, in der sich die Zuschauer an einem hochklassigen Spiel erfreuen durften. Fast über die gesamte Spielzeit präsentierten sich die Bären erstaunlich souverän und wehrten auch den Endspurt der tapferen Gastgeberinnen gekonnt ab. Erst kurz vor Schluss erzielte Nadja Greinert das Anschlusstor, nachdem die TSG Ketsch zuvor meist mit drei oder vier Toren die Führung behauptete.
Samira Brand und Kate Schneider mit glanzvoller Vorstellung
Beide waren enorm spielfreudig und torgefährlich und bildeten das Gerüst für das schnelle Kombinationsspiel, das der enorm offensiven SVA-Abwehr große Schwierigkeiten bereitete. Lena Feiniler, Saskia Fackel und Sina Michels fanden so immer wieder die Lücken, um ihre permanente Torgefährlichkeit zur Geltung zu bringen. Auch Rebecca Engelhardt und Anna Widmaier schalteten sich clever in die Ballstafetten ein und kompensierten gut den Ausfall von Lene Ebel, die nach ihrer Nasenoperation am Liveticker mitzitterte. Sie durfte sich lange Zeit an den Spielständen erfreuen, denn ihre Bären waren über 2:4 (6. Spielminute), 4:7 (10.), 9:13 (20.), 11:15 (28.) und dem Pausenstand von 13:16 gut in der Partie. Dabei halfen auch einige gute Paraden von Katja Heinzmann, den Gegner nicht näher kommen zu lassen.
Allensbach mobilisierte alle Kräfte und ließ sich nie abschütteln
Als Anna Widmaier in der 37. Minute einen Gegenstoß zum 15:21 im Allensbacher Tor versenkte, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. SVA-Trainer Claus Ammann nahm eine Auszeit, und seine Spielerinnen machten sich wieder an die Aufholjagd. Die Spannung wuchs ins Unerträgliche, als die Gastgeberinnen in der Schlussphase immer wieder auf zwei Tore herankamen. Doch die Bären ließen sich auch durch die schnellen Kontertore der Spielerinnen um die Regie führende Anna Mayer nicht aus dem Konzept bringen. Am Ende reichte die Zeit für die Hühner nicht mehr, um zumindest einen Punkt am Bodensee zu behalten.
Die Bären sehen den entscheidenden Wochen mit Zuversicht entgegen
Rudi Frank und Tom Löbich, das Ketscher Trainergespann, werden auch nach diesem beeindruckenden Erfolg die Zügel nicht schleifen lassen. Allensbach rangiert zwar jetzt schon sechs Punkte hinter den verlustpunktfreien Bären, doch diese haben noch herausfordernde Aufgaben zu meistern. Schärfster Konkurrent ist jetzt München-Gröbenzell, bei dem Ketsch Mitte März antreten muss. Doch Dr. Robert Becker ist nicht bange: „Die Mannschaft hat heute bewiesen, dass sie sich auch in einem Hexenkessel gegen einen sehr spiel- und kampfstarken Gegner nicht aus der Ruhe bringen lässt. Das macht mich sehr optimistisch für die weitere Saison!“
Die Kurpfalz Bären spielten in folgender Aufstellung:
Katja Heinzmann, Hannah Melching und Jule Wolf im Tor, Sina Michels 5, Lena Feiniler 5, Anna Widmaier 1, Samira Brand 5, Lea Marmodee, Saskia Fackel 3, Katrin Schneider 7/5, Elena Fabritz 1, Yvonne Rolland 1, Rebecca Engelhardt 1, Justine Stindl.
Allensbach: Nathalie Wörner und Steffi Neumann im Tor, Denise Lizureck, Sarah Rothmund, Julia Willauer 2, Justine Bickel 3, Nadja Greinert 6, Stefanie Hotz 11/9, Lucy Dzialoszynski 1, Selina Röh, Anna Mayer 3, Nadja Zogg 2, Svenja Hübner.