Mit Leidenschaft gegen den Favoriten aufspielen - SG H2Ku empfängt den HSC 2000 Coburg
Mit Leidenschaft gegen den Favoriten aufspielen - SG H2Ku empfängt den HSC 2000 Coburg
Erneut muss sich die SG H2Ku Herrenberg am kommenden Samstag (20 Uhr) mit einem Spitzenteam der 3. Liga Süd messen. Das Spiel gegen den Tabellenzweiten HSC 2000 Coburg in der Markweghalle ist für den Drittligisten aus dem Gäu dabei sicher noch um einiges schwieriger einzuordnen als der letzte Heimauftritt gegen Konstanz. Das ist neben der Qualität des Gegners auch im Hinspiel beider Teams begründet.
Keine Punkte, aber trotzdem nicht enttäuscht. Nach dem 23:26 in eigener Halle gegen die HSG Konstanz musste man im Lager der SG H2Ku nüchtern analysieren, dass Erfolge gegen die vorderen Teams im Klassement nur gelingen können, wenn die ganze Mannschaft ohne längere Schwächephasen auftritt. Eine Halbzeit lang gelang dies vielversprechend, im zweiten Durchgang wurde dann jeder eigene Fehler durch clevere Gäste eiskalt bestraft.
In dieselbe Kerbe werden wohl auch die Gäste am Samstag schlagen, wenn sich die Möglichkeit hierzu ergibt. Der HSC 2000 Coburg hat dafür zweifellos die Qualität. Legt man den Kader der Franken zugrunde, mutet der zweite Tabellenplatz auf den ersten Blick fast schon wie eine Enttäuschung an. Dabei ist für das Team von Trainer Jan Gorr, der in Personalunion auch Co-Trainer der Nationalmannschaft ist, weniger die Platzierung ernüchternd, sondern eher der schon enorme Rückstand von acht Minuspunkten auf den HSC Bad Neustadt. Dieser spielt aber mit null Minuspunkten zum Leidwesen der Coburger bisher eine perfekte Saison. Der Meisterschaftszug dürfte damit fast schon abgefahren sein. Dass der HSC Coburg gerade in Herrenberg mit einer erhöhten Motivationslage anreist, hat zwei triftige Gründe. Grund eins sind die Aufstiegsregularien im DHB. Sollte nur einer der vier Staffelsieger der 3. Liga sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen, entscheidet eine Relegation der aufstiegswilligen Vizemeister über weitere Aufsteiger. Und dafür besitzt der HSC noch sehr gute Karten, erst Recht nach dem Sieg in der letzten Woche gegen den ärgsten Verfolger aus Hochdorf (35:29).
Der zweite Grund ist im Hinspiel beider Teams begründet. Ende September letzten Jahres entführte die SG H2Ku Herrenberg in einem wahren Krimi zwei wichtige Punkte beim bis dato verlustpunktfreien HSC 2000 Coburg (24:23). Man kann also davon ausgehen, dass die Franken mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch anreisen und auf Wiedergutmachung brennen. Einen Punktverlust kann sich die Mannschaft aufgrund des engen Kampes um Platz zwei ohnehin nicht leisten.
Was spricht nun also für den Gastgeber? Auf den ersten Blick sicher nicht allzu viel. Und doch hat die SG H2Ku Möglichkeiten genug, aus der eigenen Außenseiterrolle herauszuwachsen. Das bereits angesprochene Hinspiel hat bewiesen, was möglich ist, wenn der Glaube am Sieg in einen bedingungslosen Fight mündet. Gerade die erste Halbzeit zuletzt gegen Konstanz war das beste Beispiel. Erkennbar war aber auch über weite Teile des Spiels, dass Erfahrung und Cleverness bei einigen Akteuren im jungen Team noch fehlen. Daher wäre eine Rückkehr von Kapitän Christian Dürner extrem wichtig gewesen. Eine Viruserkrankung macht dies aber momentan noch nicht möglich.
Ein anderer ist dafür wieder einsatzbereit und brennt auf seinen Einsatz. Felipe Soteras-Merz soll nach seiner Sperre wieder Akzente in Abwehr und Angriff setzen. Auch Coach Nico Kiener setzt hohe Erwartungen in seinen Spieler: „Felipe muss dem Team jetzt etwas beweisen, und ich bin sicher, dass er dies auch kann“, so der Übungsleiter. Hoffnungen macht sich der Trainer aber auch in Bezug auf den eigenen Heimvorteil. Am letzten Wochenende hatten Konstanzer und Herrenberger Fans gleichermaßen Anteil an einer tollen Stimmung in der Markweghalle. „Das hat uns ungemein beflügelt“, zollte er nach Spielschluss der Kulisse seinen Respekt. Über eine ähnliche Atmosphäre würde sich die SG H2Ku sicher nicht beschweren.