c986d4dfab91efb.jpg

Nichts für schwache Nerven

17.03.2016
17.03.2016 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel West · Von: pm verein

Nichts für schwache Nerven

Einen hauchdünnen, ganz wichtigen Heimsieg fuhr der Longericher SC gegen die HSG Varel-Friesland ein und kletterte wieder auf Rang 8 der Tabelle. Der Sonntags-Tatort ist ein Witz gegen diese überaus dramatische Begegnung, die in der Schlussphase einen echten Handball-Krimi darstellte, in dem der LSC das glücklichere Ende hatte und schlussendlich als verdienter Sieger das Feld verließ.

Das Spiel war im Vorfeld als „4-Punkte-Spiel“ auserkoren worden, gegen den zuvor punktgleichen Gast entwickelte sich die erwartet spannende Begegnung, heißumkämpft von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der LSC ging zunächst in Front, in der torarmen ersten Hälfte waren die Abwehrreihen und Torhüter spielbestimmend, sowohl Seefeldt auf Vareler Seite als auch Valentin Inzenhofer im LSC-Kasten überragten in Hälfte eins. So blieben Tore Mangelware, unter anderem, weil der LSC 2 Siebenmeter verwarf. Dennoch konnte man die Führung bis zum 7:4 ausbauen (Dahlke, 17. Minute). Die gute Abwehrleistung hielt dem Druck des starken Vareler Rückraums stand, erst im zweiten Teil der ersten Hälfte kam es zu „einfachen“ Gegentoren, die man unbedingt vermeiden wollte. Mit einem hauchdünnen 9:8-Vorsprung ging es in die Kabine.

Das Spiel nahm in der zweiten Hälfte dann an Fahrt auf, beide Teams drückten deutlich aufs Tempo. Durch den zwischenzeitlichen 14:14-Ausgleich ließ sich der kampfstarke LSC nicht beirren und hatte bis zum 19:16 eine starke Phase. Das 19:16 war ein Kempa-Tor von Benni Richter, die Halle stand erstmals richtig Kopf. Nach der folgenden Zeitstrafe gegen den LSC kam ein kleiner Bruch ins Spiel, Varel schlich sich wieder heran und konnte nicht nur verkürzen, sondern wegen des starken Torwarts, der 2 weitere LSC-7m entschärfte, sogar beim 22:23 drei Minuten vor Spielende erstmals in Führung gehen. Der LSC wirkte kurz geschockt und etwas platt, hatte man doch mit aller Kraft hohen Aufwand betrieben, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Ein Gewaltwurf von Kiki Born sorgte für den Ausgleich, spätestens jetzt war die Spannung in der Halle auf dem Siedepunkt. Nach dem erfolgreich abgewehrten Vareler Angriff blieben noch 70 Sekunden, um den Ball im Tor unterzubringen. Das Passiv-zeichen der Referees ging hoch, der Druck auf den LSC-Angriff war immens, dennoch konnte der Ball bis zum Linksaußen Daniel Wagener durchgesteckt werden, der regelwiedrig beim Wurf gefoult wurde, 2 Minuten und 7m entschieden die Schiedsrichter folgerichtig 25 Sekunden vor Spielende. Benni Richter übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher. Der Folgeangriff brachte zwei Freiwürfe und einen finalen Kracher des Vareler Halblinken Patzak an die Latte, das Spiel war gelaufen, der LSC hatte es geschaftt und nach zuletzt sieglosen Spielen endlich wieder einen doppelten Punktgewinn eingetütet. Trainer Chris Stark: „Einen Schönheitspreis gibt es für das heutige Spiel sicherlich nicht, das war aber auch schon vorher klar. Wir wollten den Sieg vielleicht den entscheidenden Tick mehr, haben über weite Strecken des Spiels geführt und gehen meiner Meinung nach auch verdient als Sieger vom Platz. Wir haben auch bei der hektischen Schlussphase kühlen Kopf bewahrt und sind nicht in Hektik verfallen. Der Druck fiel nach dem Spiel postwendend von allen ab, es war große Erleichterung zu spüren. Kompliment ans Team, das immer an sich geglaubt hat.“

Tore: Richter 10/4, Dahlke 4, Born 4, Peters 2, Krosch 2/1, Hoffmann 1, Wittig 1