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21:24 gegen Ungarn: Jensens Mannschaft hadert mit sich und hofft auf Erfolg gegen Kroatien

05.12.2012
05.12.2012 · Home, Nationalteams, Frauen Nationalteam · Von: tok

21:24 gegen Ungarn: Jensens Mannschaft hadert mit sich und hofft auf Erfolg gegen Kroatien

Zweites Spiel, zweite Niederlage, großer Frust - 21:24 (14:11) gegen Ungarn: Wie gegen Spanien präsentierte sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Novi Sad auch am Mittwoch erneut ebenso stark wie wankelmütig. Nach beeindruckendem Beginn brach das Team von Bundestrainer Heine Jensen trotz der überragenden Torfrau Katja Schülke ein und verpasste die vorzeitige Qualifikation für die Hauptrunde der EURO. Stattdessen droht am Freitag gegen Kroatien ohne Sieg das Aus. „Die Chance gegen Ungarn war da, aber wir haben sie nicht genutzt. Das liegt an uns selbst”, sagte Jensen.

So ist die Lage in Gruppe C: Spanien hat mit 4:0 Punkten bereits den Einzug in die Hauptrunde sicher. Mit einem Sieg gegen Kroatien kann das DHB-Team dank des dann gewonnenen direkten Vergleichs noch auf Platz drei kommen - in der Hauptrunde würde Jensens Team allerdings ohne Punkt gehen. Schlägt Spanien auch Ungarn, käme es zu einem Dreiervergleich von Ungarn, Deutschland und Kroatien - und in dieser Konstellation müsste für das DHB-Team gegen Kroatien ein Sieg mindestens mit drei Toren Unterschied her.

Den Showdown gegen Kroatien im Sportski i poslovni centar Vojvodina überträgt Sport1 am Freitag ab 20.15 Uhr live.

Am Mittwochabend war Jensen erst einmal damit beschäftigt, die zweite ärgerliche, weil vermeidbare EURO-Niederlage zu verarbeiten. „Defensiv war das wieder ganz in Ordnung, aber wir belohnen uns nicht”, sagte der 35-jährige Däne. „Wir haben einfach eine zu schlechte Chancenverwertung. Und obwohl wir gut decken, bekommen wir fünf, sechs Tore aus Situationen, auf die wir uns vorbereitet hatten. Jetzt haben wir am Freitag gegen Kroatien eine letzte Chance. Da müssen wir alles reinlegen, um bereit zu sein, alles zu geben.”

Jensen begann mit Torfrau Katja Schülke sowie Natalie Augsburg (LA), Laura Steinbach (RL), Kerstin Wohlbold (RM), Anne Hubinger (RL), Marlene Zapf (RA) und Anja Althaus (Kreis). In der Abwehr kamen Anne Müller und Nadja Nadgornaja für Hubinger und Steinbach.

Der Start? War traumhaft. Torfrau Schülke parierte, aus der starken Abwehr vollendeten unter anderem Natalie Augsburg und Kerstin Wohlbold. Beim Stand von 6:1 für Deutschland nahm Ungarns norwegischer Trainer Karl-Erik Bøhn nach acht Minuten die erste Auszeit. Erst kurz darauf gelang den Magyaren das erste Feldtor.

Die deutsche Mannschaft behielt die Kontrolle und verkraftete auch kleine Rückschläge: Als Ungarn-Torfrau Orsolya Herr einen Nadgornaja-Siebenmeter fing, beantworteten Katja Schülke und Anne Müller den nächsten Angriff mit Parade-Gegenstoß-Tor zum 10:7 (19.). Bis zum Seitenwechsel erhöhten Nadgornaja, Zapf und Anna Loerper (übernahm Hubingers Part im rechten Rückraum) auf 14:11.

Der Auftakt der zweiten Halbzeit? War im Rückblick der Anfang vom Ende. Katja Schülke wehrte zwar den ersten von zwei Görbicz-Siebenmetern ab, aber Ungarn glich trotzdem aus, legte vor - und ließ sich auch vom Althaus-Ausgleich (21:21/56.) nicht stoppen. Dabei gab es Gelegenheiten in Hülle und Fülle, um das Spiel zu wenden und sogar zu gewinnen. Und damit wäre Deutschland vorzeitig in der Hauptrunde gewesen. „Das war ein unglaublicher Tag. Wir haben nicht aufgeben”, sagte Bøhn. „Ich bin stolz auf die Spielerinnen. Wir sind sehr glücklich.”

 

Deutschland - Ungarn 21:24 (14:11)

Deutschland: Schülke, Woltering; Zapf (5), Lang, Augsburg (2), A. Müller (3), Naidzinavicius, Loerper (1), Hubinger, Beier, Steinbach (3), Althaus (3), Nadgornaja (2), Geschke, Wohlbold (2), Lütz
Ungarn: Herr, Kiss; Verten (2), Szucsanszki (1), Kovacsics, Vincze (1), Bulath (3), Szabo, Görbicz (9/6), Klivinyi, Szamoransky (5), Redei-Soos (1), Bodi (1), Szekeres, Kovacsicz, Tomori (1)
Schiedsrichterinnen: Bonaventura/Bonaventura (Frankreich). - Zuschauer: 1500. - Siebenmeter: 2/0:8/6 (Nadgornaja scheitert an Herr, Loerper an Kiss - Schülke hält zweimal gegen Görbicz). - Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Müller, Zapf, Althaus, Nadgornaja - Bodi, Bulath). - Spielfilm: 2:0 (4.), 6:1 (8.), 6:4 (12.), 11:8 (22.), 11:10 (25.), 14:11 - 14:14 (37.), 15:16 (39.), 18:20 (47.), 21:21 (56.), 21:23 (59.), 21:24.

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