Bundestrainer Heine Jensen: „Wir entwickeln uns immer weiter”
Bundestrainer Heine Jensen: „Wir entwickeln uns immer weiter”
Das kommende Wochenende steht für die deutschen Handballerinnen im Zeichen der Doppel-Probe: In Hamm (Samstag, 15 Uhr, Westpress-Arena) und Leverkusen (Sonntag, 16 Uhr, Smidt-Arena) spielt die deutsche Nationalmannschaft gegen Schweden. Für das Team von Bundestrainer Heine Jensen sind dies die letzten Gelegenheiten, unter Wettkampfbedingungen für die nur eine Woche darauf beginnende Weltmeisterschaft zu proben. In Novi Sad werden Australien (7. Dezember), Tschechien (9. Dezember), Rumänien (10. Dezember), Tunesien (12. Dezember) und Ungarn (13. Dezember) Vorrundengegner der deutschen Mannschaft sein. Diese muss mindestens Platz vier belegen, um das Achtelfinale zu erreichen. Die WM-Vorbereitung im SportCentrum Kamen-Kaiserau hat am vergangenen Samstag begonnen - Zeit für Jensen, eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Sechs Tage der WM-Vorbereitung Tag sind absolviert - wie ist der aktuelle Stand der Dinge?
Jensen: Positiv. Wir haben gut trainiert. Die Spielerinnen haben schon im Vorfeld gut gearbeitet und sind bereits in einem vernünftigen Zustand hierher gekommen, mit dem wir zufrieden waren. Aber es gibt natürlich noch Dinge, die wir besser machen müssen. Deshalb ist es auch wichtig für uns, dass wir am Wochenende gegen Schweden ans Spielen kommen. In der Trainingshalle sieht es gut aus - aber wissen auch, dass es etwas anderes ist, wenn es um Punkte geht. Wir kommen jedenfalls Tag für Tag, Schritt für Schritt ein Stück weiter.
Drei Spielerinnen sind nach Mittelhandbrüchen zurückgekehrt. Wie weit sind Nadja Nadgornaja, Kim Naidzinavicius und Anne Hubinger? Und welchen Eindruck haben Sie damit von der gesamten personellen Situation?
Jensen: Die ist positiv. Nadja, Kim und Anne sind voll ins Training integriert. Nadja und Kim hatten schon in den vergangenen Wochen wieder für ihre Vereine gespielt, Anne konnte erst hier anfangen - sie braucht noch ein bisschen Zeit, um wieder mit dem Ball umzugehen, aber auch das wird mit jeder Einheit besser.
Wie wichtig sind jetzt die Tests gegen Schweden?
Jensen: Für uns sind die sehr wichtig. Training ist das eine, Spiele im richtigen Trikot das andere. Wir freuen uns auf Schweden. Es ist immer wichtig zu gewinnen, aber es gibt auch kein besseres Training als Spiele. Und da haben wir uns mit Schweden einen sehr guten Gegner ausgesucht. Zum Beispiel passt die kompakte 6:0-Abwehr gut zu dem, was wir bei der WM von vier unserer fünf Vorrundengegner erwarten. Und Schweden wird sehr strukturiert nach vorn zu spielen. Diese Tests sind eine gute Gelegenheit…
…um zu proben, oder kommt es auch auf die Ergebnisse an?
Jensen: Wir wollen immer gewinnen, wenn wir auf das Parkett gehen. Natürlich gibt es Spiele, bei denen wir wissen, dass ein Erfolg wichtiger ist als bei anderen. Aber wir verlieren definitiv nie mit Absicht. Wir werden alles geben, um gegen Schweden zu gewinnen und ein bestmögliches Gefühl mit zur WM nach Serbien zu nehmen.
Eine gute Woche vor der WM - wie formulieren Sie das Ziel?
Jensen: Das ist immer eine spannende Frage. Wir wollen gern so gut wie möglich abschneiden. Aus der Erfahrung heraus müssen wir jedoch feststellen, dass wir bei der WM 2011 nicht weitergekommen sind. Das wollen wir dieses Mal schaffen. Wir finden alle, dass wir uns seitdem gut entwickelt und im vergangenen Jahr eine gute Hauptrunde bei der EURO gespielt haben. Auch seitdem haben wir uns gut präsentiert, gegen die Ukraine souverän die Play-offs geschafft und auch zuletzt gegen Russland zweimal gut gespielt, obwohl es in Astrachan nicht für einen Erfolg gereicht hat. Wir entwickeln uns immer weiter.
Das heißt für die WM?
Jensen: Wir wollen aus der Gruppenphase rauskommen und dann von Spiel zu Spiel denken. Wir sind in der Lage zu sagen: Wenn wir unsere Top-Leistung bringen, dann haben wir gegen viele Mannschaften eine gute Chance. Und das wollen wir immer wieder zeigen.
Was sind die stärksten Argumente, die für die Mannschaft sprechen?
Jensen: Wir hoffen, dass wir die Stabilität aus der EURO-Hauptrunde 2012 bestätigen können und zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir arbeiten hart an unseren Zielen, die mit den Olympischen Spielen 2016 und der WM 2017 noch weit in der Zukunft liegen. Aber wir wollen alles dafür tun, auch bei der WM 2013 eine gute Figur machen.