„So viel wie möglich vom Kosmos "Olympia" aufsaugen“ - Tim Nimmesgern im Interview
„So viel wie möglich vom Kosmos "Olympia" aufsaugen“ - Tim Nimmesgern im Interview
Knapp drei Wochen nach den Olympischen Spielen starten heute in Rio de Janeiro die Paralympics, die bis zum einschließlich 18. September stattfinden werden. In diesem Zeitraum wird jedoch ein Platz in der DHB-Geschäftsstelle leer bleiben - der von Tim Nimmesgern.
Nimmesgern ist seit Mai diesen Jahres der Referent für Mitgliederentwicklung beim Deutschen Handballbund und damit zuständig für verschiedene Engagement-Formate wie Inklusion und Integration. Er ist das Bindeglied zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Deutschen Sportjugend (DSJ), den Landesverbänden und dem Dachverband DHB.
Bei den Paralympischen Spielen ist der 23-Jährige als Volunteer vor Ort. Vor dem Abflug zum Zuckerhut sprach Nimmesgern mit dhb.de über die kommenden Wochen und seine Arbeit in Rio.
Wie sind Sie dazu gekommen, als Volunteer bei den Paralympics zu arbeiten?
Tim Nimmesgern: „Ich habe von einer Freundin erfahren, dass man sich für das Deutsche Haus als Volunteer bewerben kann. Da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, was ich nach meinem Studium mache und natürlich auch nicht wusste, dass ich jetzt beim DHB arbeiten werde, habe ich keine Sekunde gezögert und meine Bewerbung an den DOSB geschickt. Da ich auch gerne reise, lässt sich das Ganze noch mit etwas Produktivem verbinden."
Was werden Ihre Aufgaben vor Ort sein? Was denken Sie wird Sie erwarten?
Tim Nimmesgern: „Es ist ein buntes Feld aus verschiedenen Aufgaben im Deutschen Haus, welche man alle einmal durchlaufen darf. Das ist zum einen die Gäste- und VIP-Betreuung vor Ort, aber auch die Athletenbetreuung. Außerdem geht es darum, Pressekonferenzen und andere Termine zu koordinieren. Ebenso ist man bei solchen Veranstaltungen verantwortlich für die Abwicklung der Akkreditierungen von Gästen und Pressevertretern."
Worauf freuen Sie sich ganz besonders?
Tim Nimmesgern: „Die Vorfreude ist jetzt noch einmal gestiegen, als man die Olympischen Spiele und die Kulisse im Fernsehen sehen konnte. Es wird so sein, dass wir immer in Halbtagesschichten eingeteilt sind. Dementsprechend haben wir den Rest des Tages noch die Möglichkeit, uns so viele Sportstätten wie nur möglich anzuschauen. Ich hatte bisher noch nicht so viele Berührungspunkte mit paralympischen Sportarten. Ich möchte mir aber auf jeden Fall die Leichtathletik-Disziplinen, Sitzvolleyball und Rollstuhlbasketball anschauen."
Was ist das Besondere an den Paralympics?
Tim Nimmesgern: „Paralympics sind etwas Neues, auf das man sich einlassen kann und sollte. Die Athleten, die dort antreten, haben mindestens die gleiche Aufmerksamkeit verdient, wie Sportler bei Olympia - das sind alles Top-Athleten. Hätten sie keine körperliche Einschränkung, würden sie wahrscheinlich auch zur Weltspitze in ihren jeweiligen Sportarten zählen. Persönlichkeiten, die man dort trifft, sind genauso groß wie ein Usain Bolt oder Michael Phelps."
Was ist Ihrer Meinung nach der größte Unterschied zu Olympia?
Tim Nimmesgern: „Es ist in unserer heutigen Zeit leider immer noch schwierig, Menschen für solche Themen zu sensibilisieren und selbst für ein Großereignis, wie die Paralympics es sind, Unterstützer und Zuschauer zu finden. Erst dadurch entsteht ja diese einzigartige Stimmung, welche die Spiele überhaupt erst ausmachen. London hat das vor vier Jahren herausragend geschafft."
Was haben Sie vor, neben den Spielen, von Rio zu sehen?
Tim Nimmesgern: „Im Anschluss an die Paralympics werde ich noch vier Tage ein Naturschutzgebiet besuchen. In Rio selbst werde ich natürlich auch die klassischen Anlaufstationen wie Copacabana, Ipanema und Corcovado aufsuchen. Aber während der Spiele versuche ich vorrangig erst einmal, so viel wie möglich von diesem eigenen Kosmos „Olympia“ aufzusaugen."