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Mehr Frauen ins Ehrenamt, mehr Mädchen in die Vereine bringen

16.03.2016
16.03.2016 · Home, Verband, Frauenkommission · Von: BP

Mehr Frauen ins Ehrenamt, mehr Mädchen in die Vereine bringen

Ein europäisches Netzwerk aufbauen, Experten zusammenbringen, gute Ideen vorstellen und teilen, gemeinsame und unterschiedliche Sichtweisen erfahren - und das alles mit der Motivation, den Frauenhandball europaweit voranzubringen: Das waren die Themen eines EHF-Workshops in Wien, an dem über 30 Mitgliedsverbände teilnahmen.

Der Deutsche Handballbund wurde durch seine Frauenbeauftragte, Dr. Vera Jung, bei der Tagung vertreten, die vom 2012 gegründeten Women’s Handball Board organisiert wurde. Als „sehr interessante Plattform“, beschreibt Jung die Veranstaltung - vor allem im Hinblick auf zwei ihrer aktuellen Themen: Erstens den Workshop mit den Präsidenten der Landesverbände am kommenden Samstag in Kassel, der zu mehr Frauen in ehrenamtlichen Funktionen führen soll, sowie zu ihrer Funktion im Organisations-Komitee der Frauen-WM 2017.

„Gerade zu diesem Punkt hatte ich einen intensiven Austausch mit den Vertretern aus Dänemark und Schweden, den Gastgebern der WM 2015 und der EM 2016. Schweden hat zum Beispiel durch eine gezielte Kampagne 70 Prozent weibliche Volunteers rekrutiert. Eine Frage war natürlich auch, wie man durch solche Turniere Mädchen für den Handball begeistern und als Mitglieder für Vereine gewinnen kann“, zog Jung Bilanz.

Neben einer Präsentation des Women’s Handball Board und Beispielen von Mädchen-Nachwuchsförderung in Europa (unter anderem mit Bayer Leverkusens ausgezeichneten Schulprojekt) war die Stärkung eines europäischen Netzwerkes das Hauptthema in Wien. „Gerade in Skandinavien hat Frauenhandball einen ganz anderen Stellenwert. Da wurde einem bewusst, wo man in Deutschland und beim DHB ansetzen kann und muss“, sagt Jung. Ziel des Workshops war auch, die Durchlässigkeit von Ideen der EHF zu überprüfen - und ob diese bei Vereinen, Landesverbänden und Nationalverbänden auch ankommen.

In fünf verschiedenen Workshops wurden dann Bereiche wie die europäischen Toppwettbewerbe Frauen-EURO und Frauen-Champions-League, Nachwuchsförderung, Frauenhandball als europäische Marke, Frauenhandball in „Entwicklungsländern“ oder die Gewinnung von Frauen für ehrenamtliche Positionen und Aufgaben diskutiert. „In diesem Workshop gab es viele Anknüpfungspunkte für unsere Veranstaltung am Samstag in Kassel“, sagte die DHB-Frauenbeauftragte.

Dort geht es nach der Präsentation der Umfrageergebnisse zum Status Quo in den Landesverbänden um die Herausforderungen und mögliche Wege zur Gewinnung von weiblichen Ehrenamtlern. Petra Tzschoppe, Vize-Präsidentin im Deutschen Olympischen Sportbund, ist als Gast geladen und wird dieses Thema aus Dachverbandsperspektive beleuchten. „Ich freue mich auf einen offenen und konstruktiven Austausch mit den Landesverbandspräsidenten, denn es geht mir darum, den Handball auch in diesem Bereich bunter und breiter aufzustellen“, lautet Jungs Ziel.