Debüt mit Komplimenten - Union Halle schälgt Minden-Nord deutlich
Debüt mit Komplimenten - Union Halle schälgt Minden-Nord deutlich
Halle. Das Lachen ist zurückgekehrt. Im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Uwe Landwehr zeigte sich Frauenhandball-Drittligist HSG Union ’92 Halle von seiner besten Seite. 33:25 (17:12) setzte sich die HSG im OWL Derby gegen den HSV Minden- Nord durch. Selten in der Vergangenheit sah man nach dem Schlusspfiff so viele strahlende Gesichter.
Einer allerdings musste erst einmal kräftig durchatmen, bevor er sich so richtig freute. Halles neuem Coach Steffen Thiede war deutlich anzumerken, welche Last er zuvor in diesen 60 Minuten seines Drittliga-Trainerdebüts auf den Schultern getragen hatte. „Was soll ich sagen. Das ist einfach riesig“, freute sich der Steinhagener. Dann sprudelten die Komplimente nur so aus ihm heraus. „Das war einfach eine ganz starke Teamleistung. Es ist krass, wie schnell diese Spielerinnen taktische Veränderungen umsetzen können“, erklärte er kopfschüttelnd.
Was immer Thiede dieser Mannschaft in den vergangenen Tagen auch auf dem Weg mitgegeben haben mag, es muss gut gewesen sein. Dass sich dabei offensichtlich etwas verändert hat, wurde gleich in den ersten Minuten deutlich. Sina Speckmann, die in den Wochen zuvor selten überzeugt hatte, erzielte bis zum 4:2 drei Tore. Zudem bekam die bei Landwehr zuletzt in Ungnade gefallene Edita Medjedovic ihre Spielanteile, entlastete im Angriff Edda Sommer, die somit in der Abwehr 60 Minuten lang dafür sorgen konnte, dass die Defensive stabil blieb. Hier lag der Schlüssel zum Sieg. „Minden hat zwei ganz starke Halbspielerinnen. Doch von denen war in der ersten Halbzeit fast nichts zu sehen“, sagte Thiede und hob die Abwehrleistung von Marleen Fräßdorf als „überragend“ heraus.
In dreieinhalb Minuten sorgte Halle für eine Vorentscheidung in diesem Spiel, als man sich kurz vor der Pause von 13:12 auf 17:12 absetzte. Danach wurde es nur noch einmal eng. Eine Zeitstrafe gegen Fräßdorf nutzte Minden, um von 15:22 auf 19:22 (38.) zu verkürzen. Nach einer Auszeit aber baute die HSG den Vorsprung wieder auf 26:19 aus. In dieser Phase parierte Halles Torhüterin Mareen Stüker gleich mehrfach gegen freie Gästespielerinnen.
Beim 26:22 (52.) mutmaßte Gästetrainer Detlef Meyer: „Da geht noch was.“ Er irrte. Mit entschlossenen Aktionen von Edda Sommer, Theresa Janzen und Annika Rohde baute die HSG den Vorsprung auf 32:23 aus. Danach begann die Zeit des Lachens.
Halle: Stüker (1.-60.), Werft (bei Siebenmetern); Löbig, Rohde (1), Medjedovic (4/1), Speckmann (6), Hillmer, Thiede (4), Bergmann (3), Gottschalk (n.e.), Sommer (7/1), Fräßdorf (3), Janzen (5), Kindt (n.e.).
Minden-Nord: Kaiser (1.-30./ab. 40.); Sandmann (31.-40.); Schuck (4), Liebsch (2), Benecke (1), Wöbking (6/4), Knicker (4), Wohlfromm (3), Viering (2), Schwier (1), Rodehau (2).
Siebenmeter: 1/2:4/4 – Sommer scheitert an Kaiser.
Zeitstrafen: 3:1 – Speckmann, Bergmann, Fräßdorf bei Halle; Benecke bei Minden-Nord.
Schiedsrichter: Langkamp/Szesny (Heek/Dortmund).
Zuschauer: 350.