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Dritter Altlandsberger Sieg in Folge

03.12.2013
03.12.2013 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel Ost · Von: PM

Dritter Altlandsberger Sieg in Folge

Da kommt der neutrale Beobachter schon etwas ins Staunen. Trotz aller Widrigkeiten, wie schwerer Verletzungen und unverhoffter Trainings- und Spiel-Absagen wegen beruflicher Verpflichtungen, geht es bei den Handball-Damen des MTV Altlandsberg in der 3. Liga Ost aufwärts. Zuletzt wurde beim Nachbarn Berliner TSC mit 23:21 (11:10) gewonnen. Es war der dritte Sieg des Drittligisten in Folge. Das war mit dem Sprung auf Tabellenplatz 9 in der 14-er-Staffel verbunden. Und beim Heimspiel am Sonnabend (17 Uhr) gegen den HC Salzland, der wie der MTV 10:12 Punkte auf dem Konto hat, gibt es die gute Chance, weiter zu klettern.

Es war beim TSC allerdings ein eher schmutziger Sieg, wie die Fußballer in solchen Fällen sagen. Einer, bei dem nicht mit filigranem Spiel geglänzt wurde, mit technisch schön herausgespielten Toren. Sondern einer, bei dem die Kampfschweine gefragt waren. „Ein schönes Spiel war das von uns heute wirklich nicht“, gab MTV-Trainer Fabian Lüdke zu. Und wie sahen es die Betroffenen? Allrounderin Franziska Chmurski: „Hauptsache gewonnen. Mir tut jeder Erfolg in unserer angespannten personellen Situation so unheimlich gut. Und den anderen geht es wohl ebenso.“

Einfach haben es die MTV-Damen, wie bereits angedeutet,  aus vielerlei Hinsicht nicht. Beispiele: Franziska Chmurski, die neben ihrem Studium jobbt, kam ziemlich abgehetzt und auf den letzten Drücker vom Dienst zum Spiel. Genau wie Torhüterin Kathrin Wiehle. Während die Keeperin wieder mal vom Anpfiff an voll da war, begann die attraktive Franziska fast schon introvertiert. Aber entscheidend war: Sie steigerte sich, steuerte noch drei Tore zum Erfolg bei.

Ja was war das für ein Spiel? Mit 3:0 ging der MTV in Führung. Team-Timeout beim TSC. Der erzielte erst in der 11. Minute sein erstes Tor - legte dann aber los und führte acht Minuten später mit 8:4. Das schlauchte. Besonders Christiane Wiechert. Altlandsbergs wurfstarke Rückraumspielerin war schwer erkältet. Aber wegen der Personalnot (die frisch operierte Annika Fleck, Mandy Gramattke, die heute am Kreuzband operiert wird, und Sylvia Kalina mischten im Fan-Block mit) biss sich „Chrissi“ durch. Zumal sie im Spiel bei ihrem Ex-Klub keinesfalls fehlen wollte.

Der MTV gab sich nach jenem 4:8-Rückstand natürlich nicht geschlagen. Im Gegenteil. Zur Pause (11:10) führte man wieder. Und in der 43. Minute (19:12) war der Vorsprung sogar echt komfortabel. Der beste Background, um Ruhe in die eigenen Aktionen zu bekommen? Pustekuchen. Es ging aufregend weiter. Vor allem in der Phase der 2. Halbzeit, als Manja Berger vor Schmerz schreiend auf dem Spielfeld lag. Die Linkshänderin hatte sich mit dem rechten Zeigefinger im Trikot einer Gegnerin verhakelt. „Da waren zwei Gelenke ausgekugelt“, sah und fühlte Kathrin Wiehle sofort. Was tun? Physiotherapeutin Janine Gliewe durfte das aus rechtlichen Gründen nicht einrenken. Also machte es die Torhüterin. Erfolgreich. „Es tat aber höllisch weh“, so nach dem Spiel die tapfere Manja. Sie wurde dann mit Eis, Massage und einer Bandage versorgt. Die Linkshänderin kehrte noch mal aufs Spielfeld zurück und erzielte sogar das Tor zum 22:18 (56.). Respekt!

Nur - Ruhe in die eigenen Aktionen brachte das alles nicht. Beim 22:21 (59.) war der Gastgeber wieder dran. Und bis dann MTV-Kapitän Sophie Lütke mit ihrem Tor 29 Sekunden vor Schluss alles klar machte, wurde munter weiter gezittert.

Und was war mit dem TSC los, der zuletzt sein Punktspiel in Altlandsberg mit 29:22 gewonnen hatte? Trainerin Kristina Richter, die dreimalige Weltmeisterin: „Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Stark waren nur die Torhüterinnen. Juliane Meyer jedenfalls am Anfang. Die dann eingewechselte junge Jennifer Höft machte sogar ein Riesen-Spiel.“ Das Top-Talent ist erst 17 Jahre alt. Was die Minus-Aktionen betrifft: Da nahmen sich beide Teams nicht viel. Beim MTV standen den 23 Toren 26 Fehlwürfe gegenüber. Dazu 14 Technik-und Regel-Fehler.

Jetzt laufen die Vorbereitungen auf das kommende Duell mit dem starken Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt. MTV-Co-Trainerin Eveline Sellert, die als gebürtige Dessauerin aus dieser Gegend stammt: „Wir wissen vom erst 2006 gegründeten HC Salzland noch nicht sehr viel, werden uns aber mit Video-Aufnahmen schlau machen…“

MTV 1860 Altlandsberg: Kathrin Wiehle, Juliane Schlein; Christiane Wiechert 1, Sophie Lütke 4/1, Sophie Mrozinski 1, Marion Priemer 1, Dominic Wielsch 4/1, Franziska Chmurski 3; Janin Hetzer 5/1, Manja Berger 4, Lisa Schönfelder.