Coburg zieht souverän seine Kreise - SG H2Ku im Heimspiel chancenlos
Coburg zieht souverän seine Kreise - SG H2Ku im Heimspiel chancenlos
Gegen einen souverän aufspielenden HSC 2000 Coburg unterlag die SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend in eigener Halle auch in dieser Höhe völlig verdient mit 27:37 (13:20). Der Gastgeber vermochte der individuellen Klasse des Gegners nur in den ersten 20 Minuten Paroli zu bieten. Mit der fünften Niederlage in Folge ist der Gäuclub endgültig im Abstiegskampf der 3. Liga Süd angekommen.
Der Spielplan hätte für die SG H2Ku sicher besser gestaltet sein können. Von den ersten fünf Spielen ging es viermal gegen Spitzenmannschaften in der Tabelle. Und am nächsten Wochenende steht die Reise zum TV Hochdorf auf dem Programm, momentan Dritter im Klassement. Und so war es nur wenig verwunderlich, dass ein großer Faktor im gestrigen Spiel das fehlende Selbstvertrauen der Truppe von Coach Nico Kiener war.
Dabei hielt die Spielgemeinschaft aus dem Gäu anfangs gegen hoch motivierte Gäste noch erfolgreich dagegen. Die routinierten Coburger machten schnell deutlich, dass sie nicht gewillt waren, erneut leer gegen die Herrenberger auszugehen, trotzdem fand sich der Gastgeber gut ins Spiel. Der schnellen 1:0-Führung folgten zwar postwendend drei Treffer des HSC, der daraus resultierende Vorsprung hatte aber fortan Bestand und wuchs zunächst nicht weiter an. Dass die SG H2Ku aber nicht gleichziehen konnte, hatte zwei einfache Gründe. Zum Einen vergaben die SG-Akteure immer wieder selbst klare Torgelegenheiten gegen einen entfesselt aufspielenden Oliver Krechel. Der Gästeschlussmann, noch tragische Figur bei der Hinspielniederlage im September, legte in Sachen Motivation scheinbar nochmals eine Schippe im Vergleich zu seinen Mitspielern drauf. Der andere Grund lag ganz banal in der individuellen Klasse des Gegners begründet. Nach einem eher unglücklichen Beginn vom schon erstligaerfahrenen Ronny Göhl, unter anderem scheiterte er in der Anfangsphase mit einem Strafwurf an Markus Eipperle, wurde der Rechtsaußen gegen Johan Andersson ausgetauscht, der sich prompt zum Topscorer seines Teams aufschwang. Dies nur ein Beispiel dafür, dass jede Position der Coburger doppelt gut besetzt ist.
Nach 20 Minuten war es aber dann schließlich vorbei mit dem Spiel auf gleicher Augenhöhe. Nach Ingo Krämers 9:11 folgten vier Gästetreffer, die schon in der ersten Hälfte für eine Vorentscheidung sorgten. Mit einem klaren 13:20 wurden schließlich die Seiten gewechselt.
Nach dem Pausentee wurde dann endgültig sichtbar, dass das Hinspielergebnis aus den Coburger Köpfen beileibe nicht gelöscht war. Gästetrainer Jan Gorr machte nach Spielschluss daraus auch keinen Hehl. Angetrieben vom umsichtigen Spielmacher Till Riehn, der später gegen einen um keinen Deut schlechteren Philipp Seitle ersetzt wurde, zog der HSC Coburg nun seine Kreise. Beim 17:27 nach 41 Minuten war der Zehn-Tore-Vorsprung erstmals erreicht. Die SG H2Ku selbst ließ in dieser Phase jegliche Torgefahr vermissen. Technische Fehler taten dabei ihr Übriges. In der Schlussviertelstunde war es dann nicht mehr als lockeres Trainingsspiel für die Gäste aus Franken.
Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass für die SG H2Ku Gegner solchen Kalibers momentan kaum zu schlagen sind. Positive Aspekte waren aber zweifelsohne die gute Torhüterleistung von Steffen Dold und die gelungene Rückkehr von Felipe Soteras-Merz, der mit gewohnter Effizienz im Angriff überzeugte. Unerwähnt sollte auch nicht das Verhalten des Publikums bleiben, was Trainer Nico Kiener auch nochmals später in der Pressekonferenz betonte. Bis zur 60. Minute hinter dem Team stehend, keine Pfiffe trotz des eindeutigen Spielverlaufs. Man ist sich im SG-Lager einig gewesen, dass die Fans bei noch manchem Spiel das Zünglein an der Waage sein können.