Der Favorit wankte, fiel aber nicht - SG H2Ku unterliegt dem TSB Heilbronn/Horkheim
Der Favorit wankte, fiel aber nicht - SG H2Ku unterliegt dem TSB Heilbronn/Horkheim
Mit einer couragierten Leistung wartete am Samstagabend der Drittligist SG H2Ku Herrenberg in eigener Halle gegen den TSB Heilbronn/Horkheim auf. Dass es beim 32:35 (16:20) gegen den Favoriten trotzdem nicht zu einem Punktgewinn reichte, war letztlich der höheren Qualität des Horkheimer Kaders geschuldet.
Nach Spielende machten beide Trainer ihren Mannschaften Komplimente. Sicher nicht alltäglich, war aber nach einem rassigen, die 600 Zuschauer begeisternden Spiel durchaus nachvollziehbar. Gern hätte SG-Coach Nico Kiener einen oder gar beide Punkte in Herrenberg behalten, er musste aber den verdienten Sieg der Gäste nach Spielschluss anerkennen. Auch Horkheims Coach Jochen Zürn konnte später ein zufriedenes Fazit ziehen. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, wir sind mit einer gehörigen Portion Respekt nach Herrenberg gekommen“, diktierte Zürn in der Pressekonferenz der anwesenden Presse in die Notizblöcke.
Vor allem in der ersten Halbzeit lagen dabei die Kritikpunkte des Heimtrainers. Sechs Minuten musste Nico Kiener auf ein Tor seines Teams warten. Doch da stand es bereits 0:4. Vier Tore Rückstand, die sich durch das gesamte Spiel ziehen sollten. Der TSB aus Horkheim ließ in dieser Phase nichts anbrennen. Gestützt auf seine robuste Abwehr mit einem in den ersten 20 Minuten überragenden Daniel Rebmann im Tor ließ der Gast die SG H2Ku immer wieder ins Leere laufen. Zwar steigerte sich das Gastgeberteam im Laufe der ersten Halbzeit zusehends, Hoffnung keimte aber erstmals nach 20 Minuten und drei Toren in Folge für die SG auf (11:13). Jochen Zürn wusste aber bereits hier auf jedes taktische Mittel seines Gegenübers eine passende Antwort. Und so war das 16:20 zur Pause nur folgerichtig. „Gerade in der ersten Halbzeit haben wir zu oft nur reagiert anstatt zu agieren“, konstatierte später Nico Kiener.
In der zweiten Halbzeit nahm das Spiel dann noch mehr Fahrt auf. Das lag vor allem daran, dass die SG-Abwehr nun einen besseren Zugriff auf die Gäste bekam und im Angriff weiter effizient spielte. Nach 38 Minuten war der Anschluss nahe (22:24). Aber gerade hier zeigte sich wie später auch noch das ein um das andere Mal die größere Klasse und Erfahrung des Gegners. Angetrieben vom stark aufspielenden Felix Knoll auf der Spielmacherposition trug sich fast jeder Spieler in die Torschützenliste ein. Diese Ausgeglichenheit fehlte der SG H2Ku gestern, um noch einmal entscheidend eingreifen zu können. Das Plus der letzten Partien, der breite und ausgeglichene Kader, war gestern letztlich die Trumpfkarte der Gäste vom TSB Horkheim.
Nur vier Torschützen konnte der Statistiker auf Seiten des Gastgebers nach Spielschluss verbuchen. Zwar warteten Christian Rau (11), Jona Schoch (9), Ingo Krämer (8) und Eike Schmiederer (4) mit hoher Treffsicherheit auf, gegen einen solchen Gegner war dies aber gestern am Ende nicht ausreichend. Für Nico Kiener war die gestrige Niederlage aber kein Beinbruch liegt der Fokus sowieso auf die kommenden Spiele gegen Zweibrücken, Auerbach und Pforzheim. „Hier sollen die nötigen Punkte geholt werden“, so Kiener. Dort hofft er dann auch wieder auf ein Mitwirken seines Kapitäns. Gerade in der zweiten Hälfte hätte der Einsatz von Christian Dürner der Mannschaft sicher noch ein Stück weiterhelfen können.