Gegen Konstanz endlich Konstanz zeigen - SG H2Ku vor wichtigem Heimspiel
Gegen Konstanz endlich Konstanz zeigen - SG H2Ku vor wichtigem Heimspiel
Zwei schwere Heimspiele vor der Brust, die Abstiegszone im Rücken: Für die SG H2Ku Herrenberg geht es beim Heimspiel am Samstag (20 Uhr) gegen die HSG Konstanz vor allem erst einmal darum, über 60 Minute eine konstante Leistung abzurufen. Gegen den Tabellenvierten der 3. Liga Süd käme dabei ein Erfolgserlebnis natürlich nicht gerade ungelegen.
Duplizität der Ereignisse: Zwei Mal zeigte die Kiener-Truppe nun schon nacheinander eine hervorragende Startphase, um sich dann im weiteren Spielverlauf durch individuelle Fehler selbst um den Lohn der eigenen Arbeit zu bringen. Besonders bitter ist die Tatsache, dass sich die beiden letzten Gegner aus Großsachsen (29:33) und Kronau-Östringen II (21:25) durch ihre Siege gegen den Gäu-Club ins Mittelfeld absetzen konnten, die SG H2Ku aber weiter in den roten Bereich der Tabelle stießen.
Keine guten Vorzeichen also auf den ersten Blick für den kommenden Samstag. In der Markweghalle stellt sich mit der HSG Konstanz ein Team vor, das sich im Laufe der Saison stetig steigern konnte. Nach einem eher mäßigen Start mit zehn Punkten aus den ersten zwölf Spielen startete das Team vom Bodensee kräftig durch. Seit sieben Partien ungeschlagen, mit einer Bilanz von 13:1 Punkten, sprang die HSG Konstanz auf den vierten Tabellenrang. Der letzte Husarenstreich liegt gerade einmal eine Woche zurück. Gegen den HSC 2000 Coburg gewann die Sieben von Coach Daniel Eblen nach einem zwischenzeitlichen 12:16 noch durch ein Kempa-Tor von Paul Kaletsch Sekunden vor dem Ende mit 19:18 in der heimischen Schänzlehalle. Der Siegtorschütze wird in Herrenberg allerdings nicht in den Harztopf greifen können. Sekunden nach seinem Siegtor unterband der Neuzugang vom TV Hüttenberg den letzten Gegenangriff der Coburger und sah dafür die rote Karte. Qualitativ dürften dies die Konstanzer aber kompensieren können. Torhüter Patrick Glatt, der Rückraum mit Yannick Schatz oder Matthias Faißt, die Außen Marc Hafner und Fabian Schlaich sowie Simon Flockerzie am Kreis sind nur einige Korsettstangen eines äußerst homogenen Teams, das sicherlich als Favorit nach Herrenberg reist.
Für den Gastgeber steht trotz der Außenseiterrolle ein Punktgewinn, einfach oder doppelt, auf der Agenda. Zu eng ist die Abstiegszone inzwischen zusammengerückt, um nicht auch einmal mit überraschenden Erfolgen aufwarten zu dürfen. Dass dies nicht einfach wird, dürfte dabei allen Beteiligten klar sein. Nach den letzten drei Niederlagen ist das Selbstvertrauen der Mannschaft dabei sicher nicht gestiegen. Um dieses zu steigern, sollte das Viertelfinale im Pokal des Württembergischen Handballverbandes gegen den Oberligisten TSV Neuhausen/Filder am Mittwoch gerade recht kommen (34:32). Ob der Sieg die erhoffte Initialzündung war, kann sich schon am Samstag zeigen. Die größte Baustelle im Spiel der SG H2Ku ist aber ein anderes Problem. Das konstanteste ist im Moment die fehlende Konstanz. Hier gilt es, im Verlauf der Woche in der Trainingsarbeit und sicher auch im mentalen Bereich den Hebel anzusetzen.
Ein Blick in die Statistik sollte dem Gastgeber übrigens weiteren Auftrieb geben. In der jüngeren Vergangenheit stellte die Markweghalle für die HSG Konstanz stets ein heißes Pflaster dar. Der letzte Sieg der Bodenseestädter datiert noch aus dem Jahre 2006 (27:29). In lebhafter Erinnerung ist dabei den Fans in und um Herrenberg noch das letzte Remis beider Teams. Beim 25:25 vor etwas über einem Jahr holte die SG noch einen Rückstand von fünf Toren (17:22) auf. Eben diese Fans sind auch an diesem Samstag wieder gefragt. Mit der lautstarken Unterstützung im Rücken, gerade auch in schwierigen Situationen, kann die Mannschaft wie schon oft in der Vergangenheit Berge versetzen. Samstag wäre wieder einmal eine gute Gelegenheit dafür.