d9b134fa7000354.jpg

HSG Konstanz gewinnt souverän gegen Herrenberg

22.09.2013
22.09.2013 · Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: PM

HSG Konstanz gewinnt souverän gegen Herrenberg

War es im letzten Spiel vergangene Woche in Coburg noch ein wahres Handballfest mit dem falschen Ausgang für die HSG Konstanz, so konnte die HSG gegen Herrenberg zwar den zweiten Heimsieg erringen, ein Handballfest war es dieses Mal hingegen nicht. Erringen deshalb, weil es kein wirklich ansehnliches Spiel für die 600 Zuschauer am Schänzle war. Zu zerfahren und oft unterbrochen war die Partie. Insgesamt 13 Zeitstrafen mussten die Unparteiischen gegen beide Teams verhängen (sieben gegen die Konstanzer, sechs gegen Herrenberg), insgesamt 17 regelwidrige Abwehrattacken mit Siebenmeter (zwölf für Konstanz, fünf für die Gäste) bestrafen. Dabei wurde allein Yannick Schatz elf Mal an die Siebenmetermarke gebeten, zehn Mal ging er als Sieger im Duell mit den SG-Torhütern hervor. Für den gelassenen und nervenstarken Spezialisten offenbar kein Problem: „Ich schaue einfach auf den Torwart, der muss ja dann etwas ausprobieren und andere Varianten wählen.“

Blieb den Konstanzern nach dem Spiel in Coburg nichts anderes übrig, als sich in Anlehnung an einen alten Spruch damit zu trösten, dass ohne Punkte zwar alles nichts ist, aber Punkte auch nicht alles sind, so galt gegen Herrenberg genau das Gegenteil. Die Punkte blieben in Konstanz, doch das Spiel bot wesentlich weniger Höhepunkte als das vor Wochenfrist. Die offensive, anfangs in 3:2:1-Formation agierende Herrenberger Defensive war darauf aus, das Spiel der Konstanzer immer wieder früh zu stören und schöne Spielzüge gleich im Ansatz zu unterbinden. „Es war eine komplett andere, unangenehme und nervige Abwehrformation, wodurch das Spiel sicher nicht so schön anzusehen war“, meinte ein trotzdem zufriedener Yannick Schatz.

Dennoch war es die gewohnt sicher stehende 6:0-Abwehr der HSG, gegen die die Gäste bis zur achten Minute und der ersten eigenen Überzahlsituation kein Durchkommen fanden. Aggressiv und schnell auf den Beinen bereitete sie den Gästen mehr Probleme, als die offensive SG-Deckung den Einheimischen. Die Gastgeber hatten zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal getroffen, die Herrenberger wurden auch bei ihren weiteren Angriffen oft bis an den Rand des Zeitspiels gebracht. Allerdings fanden sie nun auch vor allem über ihre erfahrenen Rückraumakteure Dürner und Djurdjevic, die zusammen insgesamt 13 Treffer erzielen konnten, immer öfter doch noch in letzter Sekunde eine Lücke im HSG-Abwehrriegel. So hielten die Gäste zunächst über 6:3 und 8:5 den Anschluss.

Musste die HSG Konstanz erneut auf den an einer Schulter- und nun auch noch einer Handverletzung laborierenden Matthias Faißt verzichten, so betrat mit Simon Flockerzie in der 17. Minute jedoch ein lange schmerzlich vermisster Akteur das Spielfeld. „Es hat sich gut angefühlt, ich freue mich einfach über den Sieg“, so Flockerzie. Die rustikal agierende SG-Abwehr kam indes im Verlaufe des Spiels immer öfter zu spät oder schoss über das erlaubte Maß an Härte hinaus. Stefan Bruderhofer war es, der in doppelter Überzahl Sekunden nach Wiederanpfiff den Ball humorlos in den Winkel des SG-Gehäuses hämmerte, Simon Österle vollendete per Heber elegant zum 12:8 und der eingewechselte Max Folchert hielt den letzten Herrenberger Angriff - nun wiederum bei HSG-Unterzahl - zum 12:8-Halbzeitstand fest.

Auch in der zweiten Halbzeit konnte sich Max Folchert fortan immer wieder durch gute Paraden auszeichnen, auch wenn er deutlich machte, dass er „sehr glücklich war, die Chance bekommen zu haben, sein Können im Zusammenspiel mit einer guten HSG-Abwehr unter Beweis stellen zu können. Ich habe mich reinsteigern können und die Konzentration hochhalten können.“ Dabei war dies in einer sehr zerfahrenen Begegnung alles andere als einfach, denn zunächst gelang es ihm einen Abschluss von der Außenposition zu entschärfen und einen Gegenangriff einzuleiten, da scheiterte Yannick Schatz auch schon mit seinem Hüftwurf, der Gegenstoß landete wieder in den Fängen des 1,95 Meter großen Schlussmanns - doch es gab einen Siebenmeter für Herrenberg. „Ich mag die Siebenmetersituation, die lief bei mir eigentlich immer gut“, so Folchert zur folgenden Szene. In der Tat, denn auch hier behielt er die Oberhand.

Nachdem die HSG schon wie der sichere Sieger aussah, konnte Herrenberg noch einmal auf 17:15 (42.) verkürzen. Spätestens als Folchert einen weiteren Wurf der Gäste abfing und Schatz beim Aufbau des Gegenangriffs in der Mitte unsanft zu Boden befördert wurde, machte die angestachelte HSG kurzen Prozess. Schatz biss die Zähne zusammen, vergaß die Schmerzen, tanzte und wackelte die halbe SG-Abwehr aus, stieg hoch und knallte den Ball unter die Latte des SG-Tores. Schnell war der alte Abstand wieder hergestellt (20:15, 45.) und die Konstanzer steuerten einem sicheren Heimsieg entgegen. 

„Wir haben eine super Deckung gestellt, waren von Anfang an richtig aggressiv und haben gut gekämpft“, fasste Paul Kaletsch die Gründe für den deutlichen und ungefährdeten 29:22-Heimsieg zusammen. Nach der unglücklichen Niederlage tat dieser Sieg besonders gut, und so war ein völlig gelöster und überglücklicher Fabian Schlaich nach dem Spiel auch wieder zu Scherzen aufgelegt: „Für mich war das ein überragendes Wochenende: gestern Mario-Kart-Weltmeister geworden und heute dieser Sieg.“

HSG Konstanz: Glatt, Folchert (Tor); Kaletsch (2), Mittendorf, Österle (2), Groh (3), Riedel (2), Hafner, Flockerzie, Schlaich (4/1), Schatz (11/10), Krüger, Geßler (4), Bruderhofer (1)
Zuschauer: 600