SG Nußloch holt sich Spitzenposition zurück – Marco Bitz lässt HG Oftersheim/Schwetzingen verzweifeln
SG Nußloch holt sich Spitzenposition zurück – Marco Bitz lässt HG Oftersheim/Schwetzingen verzweifeln
Christian Job hatte allen Grund zur Freude. Seine SG Nußloch hatte sich gerade gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen mit 28:23 durchgesetzt, zudem gab es die freudige Kunde, dass Fürstenfeldbruck verloren hat. Das bedeutet zum einen, dass sein Team nun wieder Spitzenreiter ist, zum anderen aber eben auch, das der kommende Gegner gerade rechtzeitig vorm Spitzentreffen die erste Niederlage einstecken musste. Die SGN revanchiert sich dagegen für den Durchhänger in der Sachsenhalle und zeigte eine starke Leistung – allen voran Keeper Marco Bitz, der mit sage und schreibe 24 Paraden zum unumstrittenen Matchwinner avancierte.
„Das war überragend, was wir heute gespielt haben – in der Abwehr und mit Marco im Tor“, sagte Job: „Das hat mir von Anfang an ein gutes Gefühl und die Sicherheit gegeben.“ Es war genau die Antwort, die es nach der ersten Saisonniederlage gebraucht hatte: Ein souveräner Derbysieg. „Samstagabend, Derby, volle Halle, gute Stimmung, wir haben gewonnen und sind wieder Tabellenführer“, zählte der zufriedene Nußlocher Trainer Job auf: „Das ist schon mal Top.“ Selbst die engagierte Leistung der Gäste brachte den Coach nicht aus dem Konzept. „Nervosität? Nein, nervös war ich das ganze Spiel über nicht. Ich hatte nie den Eindruck, dass meine Mannschaft den Faden verlieren kann. Ich wusste, dass wir das Spiel über 60 Minuten nicht verlieren.“
Die SGN bewies schnell den Willen, die Derby-Niederlage der vergangenen Woche wieder gut machen zu wollen. Nach 13 Minuten gingen die Blauen per 3:0-Lauf mit 6:3 in Führung. Doch auch die HG ging mit voller Überzeugung zu Werke, ließ sich nicht abschütteln. Es entwickelte sich eine Partie, die dem Derby-Charakter gerecht wurde. Oftersheim/Schwetzingen kam wieder näher, dann zog Nußloch erneut auf drei Tore weg – es war immer dasselbe Bild, das sich den Zuschauern in der Olympiahalle bot. Wirklich unfair wurde es nicht, doch auch die gewisse Härte eines solchen Spiels fehlte nicht – ganz zum Leidwesen von SGN-Kreisläufer David Ganshorn, der sich trotz zwischenzeitlichen Behandlungspausen immer wieder aufs Spielfeld wagte.
Auch der Ex-Nußlocher in Reihen der HG Oftersheim/Schwetzingen, Adrian Fritsch, bekam keine Sonderbehandlung der ehemaligen Kollegen. Kurz vor der Pause hatte seine HG indes Pech. Der mögliche 13:13-Ausgleich wurde zu Recht wegen Übertritts aberkannt, auf der Gegenseite drehte Max Schmitt sensationell zum 14:12-Halbzeitstand ein. Das Nußloch die Oberhand behielt, lag nicht zuletzt an Bitz`s zwölf Paraden. „Wir wussten, dass die HG einen Bomben-Rückraum hat. Das wir 3-2-1 gedeckt haben war, finde ich, das richtige Mittel“, gab der die Lobeshymnen umgehend an seinen Coach weiter: „Das es so gut geklappt hat, hätte nicht jeder gedacht, weil wir das nicht so oft spielen. Das ist immer einfacher für einen Torhüter, wann man in der Abwehr mit 110 Prozent rangeht. Dann sind die Würfe vielleicht auch nicht so fest, wenn der Spieler noch einen mitbekommt.“
Die Nerven der Gäste lagen immer blanker, je länger die Partie dauerte. Der Grund: Trotz teilweise bester Chancen auf den Ausgleich, blieb dieser den Roten verwehrt. Nach 42 Minuten wäre es beinahe soweit gewesen: Daniel Hideg stand mittig vor dem von Marco Bitz gehüteten Kasten ohne Gegenspieler, doch der starke Nußlocher Schlussmann parierte. Und es wurde nicht unbedingt besser aus Sicht der HG, denn die Hausherren drehten nun auf, zeigten endlich, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Bis zur Schlussphase ging die SGN mit 22:18 in Führung. Die Deckungsarbeit verbesserte sich minütlich, im Angriff konnte selbst die aggressive gegnerische Verteidigung kaum etwas ausrichten. So schien es zumindest, doch zu einem letzten Ritt war die HG noch bereit. Der 20:22-Anschluss verunsicherte die SGN allerdings keineswegs, Lars Crocoll beantwortete die zwei Gäste-Treffer mit einem Doppelpack, Jochen Geppert legte zum 25:20 nach – die Vorentscheidung. „Wir wollten heute Handball kämpfen und das haben wir überragend gemacht“, lautete das Schlussfazit Jobs: „Glückwunsch an die Mannschaft, ich bin riesig stolz auf die Jungs.“
SG Nußloch: M.Bitz, Lieb; Kuch 1, Körner 5, Crocoll 6, Fehringer 1, Geppert 7/3, Freudl 2, Rigterink, Schmitt 2, Buse, Ganshorn 4, Pauli.
HG Oftersheim/Schwetzingen: Gabel, Unser 1; Messerschmidt 2, Rudolf 1, Förch 2, Gartner, Sauer, Fritsch 4, Geisler 1, Mehl, Seyfried 3, Micke 1, Körner, Hideg 8/6.