SGL liefert einen heißen Kampf und gewinnt gegen Pfullingen
SGL liefert einen heißen Kampf und gewinnt gegen Pfullingen
Mit einem Sieg ist die SG Leutershausen aus der Fastnachtspause zurückgekommen: Gegen den VfL Pfullingen gewannen die “Roten Teufel” am späten Sonntag Mittag 29:27 (16:14). Gegen die Schwaben, die in den vergangenen fünf Spielen ungeschlagen waren, bewies die Mannschaft von Marc Nagel in einer heißen Schlussphase die besseren Nerven. “Wir haben Pfullingen sehr ernst genommen”, sagte der Coach nach dem Spiel, “wir haben das Spiel dominiert, nach der Halbzeit die Chancen nicht mehr so gut verwertet und dann auch gleich wieder gespürt, dass es eng wurde. Großen Respekt vor der Leistung dieser Pfullinger Mannschaft.” VfL-Trainer Till Fernow haderte nur damit, dass sein Team nicht wenigstens einen Punkt von der Bergstraße entführte: “Für uns war das ein großartiges Spiel, ein Spitzenspiel in der dritten Liga. Es war aller Ehren wert, dass wir so mithalten konnten. Wir haben viel Leidenschaft gezeigt. Am Ende sind wir an Kleinigkeiten und zu vielen technischen Fehlern gescheitert.”
Die Partie startete mit viel Tempo: 6:3 nach fünf Minuten - dieses frühe Zwischenergebnis deutet die Rasanz dieser ersten Phase an. Beide Teams hatten viel Lust auf diese Begegnung, das spürten die 300 Zuschauer in der Heinrich-Beck-Halle sofort und peitschten ihre Mannschaften nach vorne. Allein gut 50 Fans aus Pfullingen bildeten ein Gegengewicht zum Fanclub der “Roten Teufel”. Die frühe Führung der Hausherren währte indes nicht lange: Bis zur zehnten Minute glich der VfL zum 7:7 aus. Leutershausen bot mehr fürs Auge: Besonders die rechte Seite mit Stefan Salger und Sascha Pfattheicher - beide am vergangenen Wochenende noch in Diensten der B-Nationalmannschaft unterwegs - machte den Zuschauern und Trainer Marc Nagel Spaß. Bis zum 11:8 nach fünfzehn Minuten steuerten die beiden sieben Treffer für die SGL bei, erzielt in scheinbar müheloser Leichtigkeit. Pfullingen brauchte für seine Treffer mehr Körpereinsatz. Mit flinken Aktionen in der Offensive brachte der VfL die Teufel-Defensive mehrfach in arge Bedrängnis.
In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit ließ die nahezu hundertprozentige Effizienz aufseiten der Gastgeber zunächst etwas nach, sie ließen Simon Tölke im Kasten der Schwaben jetzt ein paar Mal gut aussehen. Auf der anderen Seite machte jetzt auch Alexander Hübe im Tor der SGL lange Arme - der ungezügelte Torrausch war fürs erste gestoppt. Beim Stand von 16:14 ging es in die Kabinen - eine gefühlt wackelige Führung für den Tabellenzweiten von der Bergstraße.
“Es war bis jetzt ein in Teilen zerfahrenes Spiel mit einer relativ hohen Fehlerquote auf beiden Seiten zum Ende hin”, urteilte Holger Löhr, sportlicher Leiter der SGL, in der Pause. “Wir haben es verpasst mit zwei, drei Toren mehr in Führung zu gehen, weil wir im Angriff relativ undsizipliniert waren.”
Die mangelnde Präzision rächte sich drei Minuten nach dem Wiederanwurf. Pfullingen glich zum 16:16 aus und holte zwei Minuten später zum ersten Mal die Führung. Die Situation hätte ein Wendepunkt in diesem Spiel sein können, doch behielten die Rothemden die Nerven. Sie drehten das inzwischen spürbar emotional geführte Spiel zurück und erarbeiteten sich bis zur 45. Minute die 22:19-Führung. Eine Pfullinger Auszeit trug aus Sicht der Schwaben keine Früchte. Leutershausen stabilisierte sich zusehends und hielt einen Zwei-Tore-Abstand. Aufregung gab es noch einmal dreieinhalb Minuten vor dem Ende: Stefan Salger sah nach einem Foul die rote Karte, Marc Nagel kassierte zwei Minuten wegen Meckerns, das Publikum war aus dem Häuschen. Zwei Paraden von Alexander Hübe und ein Treffer von Hannes Volk sicherten Leutershausen die Luft, um mit einem 28:26 in die letzte Minute gehen zu können. Und selbst die hatte es noch einmal in sich: Ein Foul an Sascha Pfattheicher zog einen kleinen Tumult nach sich, in dessen Folge Christopher Räpple einen Siebenmeter vergab und Pfullingen im Gegenstoß noch einmal den Anschlusstreffer markierte. Dann war es aber Sascha Pfattheicher, der wenige Sekunden vor der Schlusssirene alles klar machte - 29:27 hieß es am Ende.
“Das war heute hart erkämpft”, bilanzierte Holger Löhr, “spielerisch haben wir kein hohes Niveau geboten, und wir haben gesehen, dass es in unserer jungen Mannschaft auch während eines Spiels Leistungsschwankungen gibt. Am Ende war es aber wichtig, dass wir das Spiel gedreht und für und für uns entschieden haben.” Mit dem Sieg sichert Leutershausen Platz zwei gegenüber Verfolger SG Nußloch ab. Zum nächsten Heimspiel am 27. Februar erwarten die “Roten Teufel” den HC Oppenweiler/Backnang.
SG Leutershausen: Hübe, Mangold, Wilde 1, Salger 2, Räpple 8/4, Pfattheicher 7, Volk 5, Geppert 4, Bauer, Spohn 1, Pestinger 1, Conrad, Karpstein, Ratzel.