Soest läßt sich nicht "kirre machen"- GWD Minden II "vernagelt" zu viele Gegenstöße
Soest läßt sich nicht "kirre machen"- GWD Minden II "vernagelt" zu viele Gegenstöße
Der Soester TV hat am Freitagabend in seiner Bördehalle im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga West ein Signal gesetzt. „Das war ein ganz wichtiges Zeichen, auch für uns“, sagte Trainer Dirk Lohse nach dem 33:25 (12:13)-Erfolg im Westfalen-Derby über den immerhin Tabellensiebten TSV GWD Minden II. „Wir haben auch in den vergangenen Wochen, in denen es scheiße gelaufen ist, nie den Glauben daran verloren, dass wir es auch so können.“ Wie gegen die GWD-Zweite eben, deren Coach Markus Ernst das Fehlen von vier Spielern nicht als Entschuldigung gelten lassen wollte. „Auf keinen Fall“, sagte er sogar. „Wir haben auch so eine Mannschaft gehabt, mit der wie hier hätten gewinnen können.“ Unter anderem mit Yves Kunkel, dem U-20-Europameister.
Wenn man davon spricht, dass den Mindenern Routinier Sebastian Bagats sowie Jannik Jungmann, Max Hösl und A-Jugendnationaltorwart Joel Birlehm gefehlt hatten, den die Mindener wegen des wichtigen Bundesliga-Spiels ihrer A-Jugend am Samstag gegen den Bergischen HC (14.30 Uhr) zu Hause gelassen hatten, darf sicherlich nicht unerwähnt bleiben, dass auch den Soestern drei Spieler fehlen: die Kreuzbandriss-Patienten Dennis Zielony, Kevin Bekel und Niko Thomanek, der am Freitagmorgen operiert worden ist. „Es ist alles gut verlaufen und auch nichts Weiteres gefunden worden“, sagte Trainer Dirk Lohse.
Die Westfalenmeister aus Soest erwischten einen Traumstart – 5:1. Der war so gut, dass GWD-Trainer Markus Ernst schon nach 250 Sekunden die Grüne Karte zückte. Mit der Wirkung seiner Auszeit war der Mindener Coach sehr zufrieden. Schnell stellte sein Team den Ausgleich zum 5:5 her und ließ nach dem 8:8 (17.) seinen zweiten 4:0-Lauf folgen. „Bis zum 12:8 war es eigentlich okay“, sagte er später. „Aber wir hatten schon bis zu diesem Zeitpunkt sieben, acht Gegenstöße vernagelt. Wir hatten viel zu viele Fehlwürfe.“ Die Phase nach jenem 8:12 war für STV-Trainer Dirk Lohse dann auch ein ganz wichtiger Faktor für den dritten Saisonsieg. „Wir haben uns nach dieser gefühlten 2:30-Serie nicht kirre machen lassen“, sagte er.
Die Antwort der Schlüsselträger war jedenfalls ein 4:0-Lauf, der mit dem 12:12 durch Torben Voss-Fels endete, einem Treffer mit weitreichenden Folgen. Mindens Gordon Gräfe hatte den Soester Torschützen so attackiert, dass sich die Schiedsrichter Tobias Gehle und Stephan Osebold für die Rote Karte entschieden. „Das hat uns zurückgeworfen, weil wir nicht mehr so decken konnten, wie wir wollten, und uns letztlich das Genick gebrochen“, sagte Markus Ernst. Fortan fehlte dem GWD-Trainer die Spitze seiner 3:2:1-Deckung, einer Abwehr, die er nach dem Wechsel irgendwie vermisste. „Wir haben hinten keine Bälle mehr bekommen“, sagte er und wollte keine Kritik an seinen Keepern Moritz Krieter und Colin Räbiger zulassen. „In der zweiten Halbzeit war es für die Torhüter schwer, weil wir in der Abwehr nicht mehr gestanden haben“, erklärte Markus Ernst. „Und vorne haben wir sehr viele schlechte Wurfentscheidungen getroffen.“
Nachdem die Soester mit 19:16 in Führung gegangen waren, glich die GWD-Zweite wieder zum 19:19 aus und blieb zumindest bis zur 45. Minute auf Schlagdistanz. Aber die Soester 6:0-Deckung, zu der seit der 43. Minute auch Axel Loer gehörte, der nach wie vor mit Schulterproblemen zu kämpfen hat, wurde noch stärker. Und auch vorne klappte es viel besser, nachdem Dirk Lohse seine Suche nach einer starken Sechs erfolgreich abgeschlossen hatte: Yannick Eckervogt auf der Linksaußen-, Dirk Hartmann auf der Rechtsaußen-Position, Tobias Rückrt am Kreis sowie Torben Voss-Fels, Robin Bekel und Max Loer im Rückraum. Die produzierten dann prompt auch die Entscheidung, als sie bis zur 52. Minute einen 6:0-Lauf zum 28:20 hinlegten, ehe es nach 60 Minuten 33:25 hieß.
„Das Ergebnis sagt schon eine ganze Menge“, erklärte Soests Trainer Dirk Lohse. „25 Gegentore: Dann muss man eine gute Abwehr gespielt haben. Wir haben richtig Gas gegeben. Das war unser Trumpf Nummer eins.“ Dabei war es dem seit Dienstag 46-Jährigen wichtig, vor allem das Kreisläufer-Spiel der Mindener zu unterbinden. „Das ist uns gut gelungen“, meinte er. Und Benni Haake sprach er auch ein Sonderlob aus. „Er hat hinten drin ein Riesen-Spiel gemacht“, sagte der STV-Coach. „Aber ich kann alle loben. Das war eine tolle Mannschaftsleistung.“
Soester TV: Jostes, Pfennig (n. e.) – Luther (n. e.), D. Flor (1), A. Loer, Rückert (4), Haake, L. Flor, R. Bekel (2), T. Voss-Fels (8), Hartmann (5), M. Loer (6/5), F. Voss-Fels, Eckervogt (7).
TSV GWD Minden II: Krieter (1.-38., 47.-60.), Räbiger (38.-47.) – Gräfe (1), Kunisch (4), Franke (1), Antonevitch (2), Knickmeier (1), Kunkel (6), Schneider (1), Traue (7), Breuer, Hartwich (2).