Varel: Toller Kampf, tolle Moral – aber keine Punkte
Varel: Toller Kampf, tolle Moral – aber keine Punkte
Die HSG Varel-Friesland hat am Abend ihr Heimspiel gegen den Neusser HV mit 24:25 Toren verloren. Vor 385 Zuschauern in der Manfred-Schmidt-Sporthalle waren Niklas Weis (7 Tore) beim Gast und Max Wiedenmann und Malvin Patzack (je 5 Tore) bei der HSG die besten Torschützen.
Nach der Gedenkminute für die Opfer der Terror-Anschläge in Paris hieß es für das Vareler Publikum wie immer „Stehen bis zum ersten Tor der HSG“. Dieses Mal außergewöhnlich lange, weil die HSG-Spieler zu wenig Angriffsdruck entwickeln und so nicht zum Erfolg kommen können. Neuss macht es viel besser und so steht es in der 10. Minute 0:6. Als sich Neuss mit zwei Zeitstrafen selbst schwächt, wachen die Vareler endlich auf und können Tor um Tor aufholen. Beim 5:6 in der 16. Minute sieht es schon wieder viel besser aus, doch jetzt zeigen sich erneut die gleichen Schwächen bei der HSG. Neuss zieht wieder weg; beim 6:12 ist der alte Rückstand wieder da. Auch der Torwartwechsel von Stasch auf Legler zeigt keine Wirkung. Als Till Schinner in der 26. Minute beim Stand von 7:13 dann disqualifiziert wird, scheint die Lage der Vareler aussichtslos; beim Stand von 9:14 werden die Seiten gewechselt.
Auch im zweiten Abschnitt gelingt den HSG-Spielern zunächst nicht viel; dass 10:16 in der 33. Minute spricht eine deutliche Sprache. Doch jetzt geht ein Ruck durch die Vareler Mannschaft: Binnen vier Minuten gelingen den Gastgebern fünf Tore in Folge. Doch der Ausgleich will nicht fallen – das erledigt dann Malvin Patzack mit seinem Tor zum 18:18 in der 43. Minute. Direkt danach und auch noch beim Stand von 20:20 lassen die Spieler um Kapitän Helge Janßen die Chance aus, erstmalig in Führung zu gehen. So wittern die Gäste wieder ihre Chance und zeigen jetzt ihre ganze Klasse. Drei Tore in Folge sorgen für klare Verhältnisse und beim Stand von 21:24 dreieinhalb Minuten vor dem Ende scheint die Partie nun endgültig entschieden zu sein. Doch weit gefehlt: Einmal Libergs und zweimal Max Wiedenmann schaffen knapp zwei Minuten vor Schluss den Ausgleich. Neuss geht durch den Felix Handschke erneut in Führung und kann letztendlich die 25:24-Auswärtssieg feiern, weil die HSG-Spieler in den letzten Sekunden nicht mehr zum Erfolg kommen. Am Ende war der Neusser Coach Jens Sieberger froh, das Spiel mit einem Tor gewonnen zu haben. HSG-Trainer Andrzej Staszewski lobte die tolle Moral seiner Mannschaft, bedauerte aber, dass es am Ende nicht gereicht habe: „Die Niederlage ist ganz bitter“.
In der nächsten Woche steht wieder ein Auswärtsspiel auf dem Plan der HSG. Am Samstag geht es nach Minden. Anwurf in Dankersen ist um 19.00 Uhr.
HSG Varel-Friesland: Stasch, Legler; Janßen, J. D. (1), Wiedenmann, M. (5), Janßen, H. (3), Schinnerer, Langer (2), Patzack (5), Mikeci (4/1), Straten (n.e.), Libergs (4), Wiedenmann T