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"Positive Anspannung" - B-Jugend vor entscheidendem Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft

13.06.2016
13.06.2016 · JBLH männlich · Von: pm verein

"Positive Anspannung" - B-Jugend vor entscheidendem Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft

Für die B-Jugend der Füchse Berlin wird es am morgigen Samstag, 11. Juni, ernst. Die Mannschaft von Trainer Bob Hanning tritt bei der SG Flensburg-Handewitt an, um im letzten und entscheidenden Spiel den Titel zu verteidigen und erneut Deutscher Meister zu werden. Anpfiff in der Wikinghalle in Handewitt ist um 18 Uhr.

Es wäre die achte Deutsche Jugendmeisterschaft für die Füchse Berlin und die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Das Final-Hinspiel am vergangenen Samstag haben die Jungfüchse deutlich für sich entscheiden können und mit 25:18 (12:9) gegen die SG Flensburg-Handewitt gewonnen. "Das war ein sehr emotionales, aber immer mit Respekt geführtes Spiel und die Zuschauer haben Jugendsport auf höchstem Niveau gesehen. Großen Respekt vor der Leistung von Sascha Zollinger und seiner tollen Mannschaft", sagt Füchse-Trainer Bob Hanning.

Die Mannschaft hat sich bereits heute Morgen auf den Weg in den Norden gemacht. Sie wird in Kiel übernachten und in Hamburg bei Bob Hannings Lieblings-Italiener Vito die Antipasti à la Bob essen, die sogar in die Karte aufgenommen wurden. Anschließend gibt es ein reichhaltiges Nudelgericht. "Dort haben wir 2014 auch den DHB-Pokalsieg der Profis gefeiert, das kann also nur ein gutes Omen sein", so Hanning.

Die Situation vor dem entscheidenden Spiel ist klar: Die Jungfüchse haben aus dem Hinspiel ein 7-Tore-Polster, aber "wir haben an Kielce gesehen, dass man im Champions-League-Finale auch mal einen 9-Tore-Rückstand wieder aufholen kann. Trotzdem fahren wir ohne Angst nach Flensburg und wollen das Spiel mit 0:0 angehen", sagt der Coach und fasst die Ausgangslage zusammen: "Spielen wir überragend, brauchen wir das Hinspielergebnis nicht. Spielen wir gut, wird das Hinspielergebnis helfen. Spielen wir mittelmäßig, spielt das Hinspielergebnis keine Rolle."

Und Hanning stellt klar, dass "Flensburg die einzige Mannschaft in dem Jahrgang ist, die es schaffen kann, den Rückstand wieder aufzuholen." Er stellt dabei die Rückraum-Achse mit Bo Nielsen, Jannek Klein und Brandur Halgirsson heraus. Außerdem hat die SG treffsichere Außen und mit Johannes Jepsen "für mich mit weitem Abstand den besten deutschen Nachwuchs-Torhüter, der aber - und das war unser Plus - das Hinspiel gegen Jan Jochens im direkten Vergleich nicht gewinnen konnte."

Die Mannschaft hat sich diese Woche bestmöglich auf das letzte Saisonspiel vorbereitet, sagt Co-Trainer Volker Zerbe: "Wir haben das Spiel analysiert und sind uns darüber bewusst, dass wir sie nicht nochmal mit der gleichen Taktik überraschen können. Wir sind aber in unserer Spielanlage so flexibel, dass wir uns etwas haben einfallen lassen." Die Jungsfüchse können mit Ausnahme von Niklas Trumpf, der mit einer gebrochenen Hand ausfällt, personell aus dem Vollen schöpfen. Die Spieler waren auf der Busfahrt bester Laune und wollen das Auswärtsspiel zu ihrem machen: "Wir werden die Stimmung ausblenden. Wir sind hundert Prozent vorbereitet und freuen uns auf die Herausforderung", sagt der Rückraumlinke Mex Raguse. Für Robert Lüdtke wäre der Titelgewinn besonders schön: "Wir haben eine positive Anspannung und es wäre toll, in meiner Region den Titel nach Berlin zu holen", so der Rechtsaußen, der im vergangenen Sommer aus Lübeck zu den Füchsen gewechselt war.

Vor der Abfahrt hat die Redaktion noch mit Linksaußen Tim Matthes gesprochen, der im Hinspiel mit fünf Treffern bester Torschütze war.

Wie ist die Stimmung bei euch im Team diese Woche?

Wir sind auf jeden Fall konzentriert, denn wir wollen jetzt den letzten Schritt auch noch machen und nochmal ein gutes Spiel zeigen.

Wenn man weiß, dass man nur noch ein Spiel gewinnen muss, macht einen das auch ein bisschen nervös?

Ich denke schon, dass bei einigen Spielern die Nervosität steigt, aber ich glaube, das wäre ein Fehler, sich zu viel Druck zu machen. Deswegen bringt es meiner Meinung nach nichts, zu viel darüber nachzudenken.

Ein Teil der Füchse-Philosophie ist, dass im Trainingszentrum Füchse Town alle gemeinsam trainieren, also die Nachwuchsspieler neben den Profis. Wie empfindest du das – ist das ein Vorteil?

Ja, das ist auf jeden Fall ein Vorteil. Man kann den Profis beim Training zugucken und man kann sich zwischendurch auch mal unterhalten – natürlich über Handball.

Holt man sich da grade im Endspurt der Saison, wenn die wichtigen Spiele um den Titel anstehen, auch mal Tipps von Spielern wie Fabian Wiede, der ja vor ein paar Jahren selber da stand wo ihr jetzt steht?

Von den Profis holen wir uns eher nicht so viele Tipps, aber von den A-Jugend-Spielern, vor allem den Jüngeren, die letzte Saison noch B-Jugend waren und Deutscher Meister geworden sind.

Gucken sich die Profis ab und zu auch mal Spiele von euch an?

Ja, ich hab schon einige Profis gesehen, die bei uns zugeguckt haben, das freut einen dann natürlich umso mehr.

Ihr steht kurz vor der Titelverteidigung und habt euch fokussiert auf das letzte Spiel vorbereitet. Ist das generell bei euch im Team oft Thema, dass ihr es auch mal in die Bundesliga schaffen wollt?

Klar, da gibt es schon immer mal wieder Gespräche, wie es weitergehen sollte, wie wir uns das vorstellen, da spricht man drüber. Und man sieht natürlich auch hautnah, wie zum Beispiel Paul und Fabi das geschafft haben, da will man auch hinkommen.

Du hast nach dem Hinspiel gesagt, ihr müsst im Rückspiel so spielen, als ob es bei null los ginge. Habt ihr diese Einstellung verinnerlicht?

Ich denke, das ist eine Grundvoraussetzung, dass wir das verinnerlichen. Es wäre ein Fehler, wenn wir mit einer anderen Konzentration in das Spiel gehen würden als im Hinspiel.

Wie habt ihr euch diese Woche vorbereitet – so wie vor jedem Spiel oder gab es eine besondere Vorbereitung?

Im Grunde wie die letzten Wochen vor den Viertelfinal- und Halbfinalspielen auch. Wir haben Videoanalysen gemacht und uns speziell auf den Gegner vorbereitet.

Ihr habt das Hinspiel mit 7 Toren gewonnen. Das ist natürlich eine gute Grundlage für das Rückspiel, oder denkst du, dass es auch ein Nachteil sein kann, weil man dann zu sicher in die Partie geht?

Ich denke schon, dass es auch ein Nachteil sein kann, aber wenn alle die Grundeinstellung haben, die wir eben schon angesprochen haben, und das Spiel für sich entscheiden wollen, dann wird es sicher auch gut für uns ausgehen.

Wenn du dir was wünschen könntest – wie würde die Rückfahrt von Flensburg nach Berlin aussehen?

(lacht) Am besten mit guter Stimmung und Freude, dass wir die Saison bestmöglich abgeschlossen haben – und natürlich mit dem Pokal im Gepäck.