Teilnehmerfeld für die WM 2027 fast komplett
Europäische Play-offs enden mit teils überraschenden Resultaten, USA gewinnen Nordamerika-Turnier – Auslosung am 10. Juni in München
30 der 32 Teilnehmer der IHF-Männer-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland stehen fest, nachdem die europäischen Play-offs und das Qualifikationsturnier Nordamerika/Karibik am vergangenen Wochenende über die Bühne gingen. Während sich die USA souverän zum zehnten Mal für eine WM qualifizierten, gab es in Europa einige Überraschungen, denn insgesamt sechs Teilnehmer der EM 2026 verpassten die WM-Qualifikation, darunter auch Topnationen wie die Niederlande, Ungarn oder die Schweiz.
Italien, einer der deutschen Gegner in der Qualifikation zur EM 2028, setzte sich im Nachbarschaftsduell gegen die Schweiz durch. Nach der 29:32-Niederlage im Hinspiel in Zürich feierte das Team von Bob Hanning zuhause einen 38:31-Erfolg, sicherte sich zum zweiten Mal in Folge einen WM-Startplatz und ist nun bei der WM-Auslosung am 10. Juni im Münchener Hofbräuhaus als Kopf der Gruppe B in Stuttgart gesetzt. Für die größte Sensation sorgte Griechenland gegen die Niederlande. Das 29:27 zuhause war noch überraschend, aber das Heimspiel wurde für die Niederländer zu einem echten Desaster, denn die Griechen setzten sich ungefährdet mit 38:33 durch.
Eine hauchdünne – und ebenso überraschende – Entscheidung gab es auch im Nachbarschaftsduell Serbien gegen Ungarn: Die Serben gewannen das Hinspiel zuhause 31:29, nachdem sie zur Pause bereits 18:12 geführt hatten. Im Rückspiel führten die Magyaren mehrfach mit drei Toren Differenz, am Ende reichte der 31:30-Sieg nicht fürs WM-Ticket. Ähnlich dramatisch verpasste Österreich das WM-Ticket: Gegen Polen verloren die Österreicher ihr Heimspiel in Graz 25:26, im polnischen Olsztyn führte das Team von Iker Romero zur Pause 17:13, fünf Sekunden vor Schluss glich Polen zum 30:30 aus – eine Punktlandung fürs WM-Ticket.
Andere Duelle endeten hingen deutlicher: Frankreich gewann beim Trainerdebüt von Talant Dujshebaev beide Partien gegen Tschechien ebenso deutlich wie Nordmazedonien gegen die Slowakei und Norwegen gegen die Türkei. Zum ersten Mal bei einer WM sind die Färöer, die sich zweimal gegen Bosnien-Herzegowina durchsetzten. Slowenien (zweimal Sieger gegen Montenegro) und Spanien (zwei Siege gegen Israel) komplettieren das europäische Teilnehmerfeld.
Die USA gewann derweil souverän das Nordamerika-Qualifikationsturnier im heimischen Bettendorf. Der Olympiagastgeber von 2028 in Los Angeles besiegte Kanada, Mexiko und Grönland in der Vorrunde und feierte schließlich einen 32:18-Erfolg im Finale gegen die Grönländer. Die letzten beiden WM-Tickets sind IHF-Wildcards – und die sollen in Kürze vergeben werden.
Ergebnisse europäische WM-Play-offs:
Norwegen – Türkei 43:30, 37:30
Österreich – Polen 25:26, 30:30
Griechenland – Niederlande 29:27, 38:33
Schweiz – Italien 32:29, 31:38
Tschechien – Frankreich 26:37, 31:36
Montenegro – Slowenien 28:29, 29:31
Serbien – Ungarn 31:29, 30:31
Slowakei – Nordmazedonien 24:31, 23:38
Bosnien-Herzegowina – Färöer 22:24, 28:33
Spanien – Israel 32:27, 36:29 (beide Spiele in Buenos Aires/Argentinien)
Die Töpfe für die WM-Auslosung am 10. Juni in München:
Topf 1: Dänemark, Deutschland, Kroatien, Island, Portugal, Schweden, Ägypten, Argentinien
Topf 2: Frankreich, Montenegro, Norwegen, Serbien, Spanien, Italien, Färöer, Nordmazedonien
Topf 3: Griechenland, Polen, Brasilien, Bahrain, Tunesien, Kap Verde, Chile, USA
Topf 4: Katar, Kuwait, Japan, Algerien, Angola, Uruguay, Wild Card 1, Wild Card 2
Die Gruppenköpfe für die Männer-WM 2027:
Gruppe A in München: Deutschland
Group B in Stuttgart: Italien
Gruppe C in München: Kroatien
Gruppe D in Stuttgart: Frankreich
Gruppe E in Kiel: Schweden
Gruppe F in Magdeburg: Portugal
Gruppe G in Kiel: Dänemark
Gruppe H in Magdeburg: Island