"Wir haben viele tolle Talente"
Martin Heuberger im Interview über den männlichen Elitekader
Im DHB-Elitekader erfahren die vielversprechendsten Talente in einer bedeutenden Phase eine wichtige Förderung auf dem weiteren Karriereweg. Martin Heuberger kümmert sich seit Jahresbeginn um den männlichen Bereich. Im Interview erklärt er, in welchen Bereichen die Elitekaderspieler Unterstützung erhalten, wie er den aktuellen Status bewertet und welche Perspektiven er ausmacht.
Herr Heuberger, seit Beginn des Jahres leiten sie neben Ihrer Funktion als U20/U21-Bundestrainer beim DHB auch den männlichen Teil des Elitekaders. Wie sind Ihre ersten Eindrücke Ihrer neuen Funktion?
Martin Heuberger: Es ist eine interessante Aufgabe. Für mich war schon immer wichtig, nicht nur den sportlichen Teil um den Spieler zu betrachten, sondern mich darüber hinaus auch für den Mensch zu interessieren. In meinem neuen, spannenden Amt als Mitverantwortlicher für den Elitekader ist diese Sichtweise eine zentrale Aufgabe für mich als Mentor. Es ist ein Spektrum, das über das Trainer-Dasein hinausgeht, wo jeder seine speziellen Bedürfnisse hat. Ich denke, ich habe in meiner Laufbahn sowohl als Spieler als auch als Trainer alle möglichen Ebenen kennengelernt und freue mich darauf meinen Erfahrungsschatz an die Spieler weiterzugeben.
Welche Bestandteile umfasst dieses Spektrum?
Martin Heuberger: Dort fallen vielfältige Bereiche hinein: angefangen bei regelmäßigen persönlichen Gesprächen, in denen ich mich über die aktuelle Situation der Spieler erkundige, um zu erfahren, wo momentan vielleicht der Schuh drückt, um dabei Unterstützung zu leisten. Darüber hinaus geht es auch um den Dialog zwischen Spieler, Verein und Trainern, bis hin zu unseren Angeboten sportpsychologischer Unterstützung, medialem Training oder einer Beratung bei Schritten auf der dualen Karriere. Wir haben sowohl Themen, die alle gleichermaßen betreffen, als auch individuelle Bereiche, um jedem Spieler eine für ihn bestmögliche Förderung zu ermöglichen.
Wie nehmen die Spieler die Unterstützung auf und in Anspruch?
Martin Heuberger: Es gibt beide Wege. Zum einen, dass ich die Initiative ergreife und Themen bei den Spielern anspreche, aber auch, dass sie auf mich zukommen. Zum Beispiel, wenn es um die Zukunft in ihren Vereinen geht, und Rat suchen. Hier geben wir gerne Empfehlungen, dass sie bei der Wahl auf sportliche Perspektive, die Chance auf Einsatzzeiten und damit verbunden, auch wie die Einstellung der Heimtrainer dazu ist, jungen Spielern eine Chance zu geben. Ich zeige dabei meine Meinung auf, die Entscheidung liegt aber natürlich ganz allein beim Spieler. Insgesamt kann man sagen, dass wir alles tun, um das Feld auf dem leistungssportlichen Weg zu bereiten. Aber die Spieler müssen dabei harte Arbeit leisten, das ist die Verpflichtung, um es nach ganz oben zu schaffen. Sie brauchen 100 Prozent Einstellung und Fokussierung. Aber davon gehen wir aus.
Der männliche Elitekader ist in diesem Jahr von acht auf zehn Spieler gewachsen. Ein Indiz für die positive Entwicklung im deutschen Nachwuchshandball?
Martin Heuberger: Auf jeden Fall. Wir haben viele tolle Talente und freuen uns darüber, dass in der Ausbildung jede Menge passiert ist. In den Vereinen wird leistungsorientierte Arbeit betrieben, die Trainings finden in höheren Umfängen und mit besserer Qualität statt und zudem gibt es bei den Trainern ein größeres Vertrauen in die jungen Spieler, die mehr Einsatzzeiten in der 1. und 2. Bundesliga erhalten. Ich muss weit zurückblättern, dass so viele Spieler schon im ersten Juniorenjahr in der 1. und 2. Bundesliga gespielt haben.
Sehen sie mit zehn Spielern im Elitekader das Maximum erreicht?
Martin Heuberger: Um eine bestmögliche individuelle Förderung gewährleisten zu können, sollte sich bei um die zehn Spieler pro Geschlecht die Grenze befinden. In Bezug auf das Alter sollte mit ungefähr 23 Jahren, nach dann 4, 5 Jahren Leistungssport, die Stelle erreicht sein, an der die Bereiche, in denen wir Unterstützung leisten können, abgeschlossen sind. Wir verschaffen uns regelmäßig einen Überblick und besetzen unseren Elitekader zu Beginn einer jeden Saison im September neu. Wir ziehen dabei auch in Betracht, auf welchen Positionen wir in den nächsten Jahren in der A-Nationalmannschaft welche Spieler und Typen brauchen.
Wie sehen die Perspektiven aus?
Martin Heuberger: Im Sommer werden sich bei der U18-Europameisterschaft die nächsten Talente hervortun. Davon sind wir überzeugt. Wir haben viele Talente im Blick. Sie können sich über gute Leistungen bei den internationalen Turnieren beweisen und so in den Elitekader aufrücken.