Spieltag9: „Rotmilane“ picken den ersten Punkt
Die HSC-Spieler kämpften in den vergangenen Wochen ritterlich um die ersten Erfolgserlebnisse. - Foto: Verein
21.10.2019 Männer

Spieltag9: „Rotmilane“ picken den ersten Punkt

In den vier Staffeln der 3. Liga der Männer steht nur noch eine Null. Nämlich weiterhin beim Dessau Rosslauer HV 06 auf der Sollseite. Der Spitzenreiter der Staffel Nord-Ost baut - wie seinem Vorbild aus der Tierwelt an seiner Unterkunft - beharrlich weiter an seiner makellosen Bilanz. Ein anderes tierisches Vorbild eines Drittligisten – der Rotmilan steht auf Rang drei der vier Bedrohungsstufen. Ziemlich bedroht, nämlich vom Abstieg, ist der HSC Bad Neustadt Schlusslicht der Staffel Mitte immer noch, aber zumindest sicherten sich die Handball-spielenden Greifvögel den ersten Zähler. Als letztes Team aller 64 Männer-Drittligisten.

Staffel Nord-West

Das ist einmal ein Statement: Eintracht Hagen befreit sich mit einem 32:28-Auswärtsieg beim TuS Spenge von einer Zwei-Spiele-Negativserie und kurbelt damit den Kartenvorverkauf für das Topspiel gegen den Wilhelmshavener HV am 3. November nachhaltig an. Am kommenden Wochenende gilt es aber noch, die Pflichtaufgabe bei GWD Minden II zu bewältigen. Zurück in die Gegenwart beziehungsweise die jüngste Vergangenheit: Die Mannschaft von Trainer Ulli Kriebel diktierte von Beginn an das Geschehen, die Gastgeber lagen nicht ein einziges Mal in Führung. Nur beim 26:8 und 27:29 aus Spenger Sicht hatte die Eintracht ernsthafte Attacken der Hausherren abzuwehren. „Es war das mit Abstand beste Saisonspiel von uns“, lobte Hagens Trainer Ulli Kriebel.

Zum einen fuhr Hagen die Big Points beim Tabellenzweiten ein, zum anderen knöpfte die SG Schalksmühle-Halver dem Spitzenreiter Wilhelmshaven beim 28:28 einen Zähler ab. Die Gäste egalisierten mit einer Energieleistung den 13:17-Rückstand zu Pause und auch den 22:18-Vorsprung der Sauerländer in der 39. Minute. In der 48. Minute gelang Evgeny Vorontsov sogar die 25:22-Führung für den WHV. Dan kamen die SGSH nach dem 0:7-Lauf wieder zurück ins Spiel. Wilhelmshaven fiebert nun dem Derby gegen den OHV Aurich entgegen.

Das dritte Spiel mit Beteiligung eines Spitzenteams endete ebenfalls remis. Etwas überraschend entführte der OHV Aurich nach drei Niederlagen in Serie einen Punkt bei den Bergischen Panthern (25:25). Zur Pause führte der Aufsteiger noch mit 15:12. Die Panther büßten somit erstmals seit dem 15. September wieder einen Punkt ein, schraubten ihre Serie aber auf 9:1 Punkte.  

Im Abstiegskampf gelang dem TuS Volmetal ein eminent wichtiger 22:19-Heimsieg über die SG Menden. Durch den Derbysieg schieben sich die Volmetaler wieder über den Strich. Für die Gäste war es mittlerweile die fünfte Partie ohne Sieg hintereinander (1:9 Punkte). Das OWL-Derby zwischen dem Team HandbALL Lippe II und GWD Minden II diktierten die Lipper vor allem in Durchgang zwei (29:21). Der VfL Gummersbach II ließ nach dem überraschend klaren Heimsieg über den Longericher SC nun einen 27:26-Auswärtsiseg beim Leichlinger TV folgen und kann den kommenden Wochen ein wenig entspannter entgegenblicken. Der Gegner der Vorwoche, der Longericher SC, rehabilitierte sich hingegen trotz großer personeller Probleme mit einem 31:28-Heimsieg gegen die Rhein Vikings, deren 7:1-Punkte-Serie gerissen ist. Lit Tribe Germania siegte nach starkem 4:1-Schlussspurt mit 28:25 bei der Ahlener SG und feierte den ersten Sieg in der Fremde.

 

Staffel Nord-Ost

Spitzenreiter Dessau-Roßlauer HV 06 marschiert weiter souverän durch die Liga. Auch beim 34:25-Auswärtserfolg bei der TSV Burgdorf II ließen die Anhaltiner nach der eher knappen 14:12-Halbzeitführung nichts anbrennen und sind weiterhin ohne Minuspunkt.  

Der ärgste Verfolger, der TuS Vinnhorst, hatte dagegen im Derby gegen Schlusslicht Handball Burgwedel deutlich mehr Widerstand zu brechen. Das Siegtor gelang David Sauß erst zehn Sekunden vor Schluss. Mit dem Sieg behaupten die TuS-Handballer Rang zwei.

Zum Verfolgerfeld zählt nun auch wieder Eintracht Hildesheim. Die Niedersachsen entschieden das Duell Vizemeister gegen Meister gegen Empor Rostock in eigener Halle mit 30:26 für sich. Nach dem die Schützlinge von Trainer Uwe Bätjer im Spitzenspiel sich vom 10:10 auf 18:13 (37.) gelöst hatten, war das die Vorentscheidung.

Zum ersten Heimsieg der laufenden Spielzeit spielte sich der HSV Hannover. Gegen den SC Magdeburg II hieß nach 60 temporeichen Minuten mit eher schwachen Abwehrreihen 38:32. Am kommenden Spieltag steigt das prestigeträchtige Derby gegen die Burgdorfer Bundesliga-Reserve, wieder eine Woche später das gegen den TuS Vinnhorst.

Beinahe hätte es für den Vorletzten 1. VfL Potsdam beim TSV Altenholz zu einem Punkt gereicht. Doch Sven Ehrig hatte etwas dagegen und markierte mit der Sirene das 29:28 für die Wölfe, die sich weiter in Reichweite der Top-Vier befinden.

Linus Dömeland war der Mann des Abends beim Oranienburger HC. Der siegte in eigener Halle gegen die Mecklenburger Stiere 32:30. Dömeland übernahm in der 58. und 59. Minute Verantwortung und traf von der Strafwurflinie zum 30:29 und 31:29, OHC-Rechtsaußen legte noch das 32:29 nach. Die Punkte waren gesichert. Aus den vergangenen vier Spielen holte der OHC 6:2 Zähler. 

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Im Abstiegskampf sicherten sich zwei Teams ganz wichtig Zähler und zogen die jeweiligen Gegner mit in die Gefahrenzone hinunter. Der HSG Ostsee gelang mit dem 29:28-Erfolg gegen die Füchse Berlin II der zweite Erfolg in den vergangenen drei Spielen und robbt sich mit 6:12 Punkten leicht nach oben. Torwart Max Folchert rettete den zweiten Punkt für die gastgebende HSG. 

Zudem sicherte sich der SV Anhalt Bernburg die Punktefünf und sechs beim Aufsteiger HG Hamburg-Barmbek. Bis zum 24:24 liefen die Gäste stets einem Rückstand hinterher und machten mit einem starken 5:2-Lauf in den letzten Minuten alles klar. Mit dem zweiten Sieg in Serie arbeitet sich Bernburg auf Rang zwölf hoch.  

Staffel Mitte

Die HSG Bieberau/Modau dominierte in der Startphase die Liga, holte satte 12 Punkte. Nun setzte es die dritte Niederlage in Serie. Dieses Mal war der vormalige Spitzenreiter im Topspiel bei der HSG Rodgau Nieder-Roden 25:28 unterlegen. Die hatte ihrerseits mit einem remis und einer Niederlage vor wenigen Wochen die Chance zur Tabellenführung verspielt, mischt aber mit dem jüngsten Erfolg und jetzt 12:4 Punkten (Platz vier) wieder voll im Konzert der Großen mit. Die HSG ließ sich auch vom 4:0-Turbostart der Gäste nicht aus dem Konzept bringen.

Auf Platz drei rangiert inzwischen der TV Großwallstadt. Bei der HSG Hanau musste sich der Meisterschaftsanwärter aber mächtig strecken, um die Punkte mit auf die Heimreise zu nehmen. Vor 810 Zuschauern hatten die Hausherren den 13:15-Halbzeit-Rückstand sogar in eine 19:17-Führung gedreht und pausenüberbergreifend vom 11:15 zum 19:17 einen 8:2-Lauf hingelegt. Dann schlug der TVG in der umkämpften und hochklassigen Partie noch einmal zurück. 

Den zweiten Platz konnte die SG Nußloch ohne größere Probleme mit dem 34:25 16:10)-Heimerfolg gegen den TV Germania Großsachsen behaupten. Mit den dritten hohen Sieg in Serie sind die Mannen um Weltmeister Christian Zeitz voll in der Spur.  

Einen ungefährdeten 26:23 (18:10)-Heimsieg fuhr die SG Leutershausen gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen ein. Vom 4:3 setzte sich der Spitzenreiter auf 10:4 ab. In der zweiten Halbzeit verwaltete die SGL den Vorsprung, ehe den Gästen in den Schlussminuten noch Ergebniskosmetik gelang. Am kommenden Spieltag steigt in eigener Halle der Knüller gegen die SG Nußloch. 

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Unterdessen kam im Tabellenkeller der HSC Bad Neustadt zu seinem ersten Punkt. Beinahe wären es beim TV Gelnhausen sogar zwei geworden. Aber Benjamin Wöhrner traf für die Gastgeber mit der Schlusssirene mit seinem einzigen Treffer zum Ausgleich. „Das war natürlich bitter“, sagte HSC-Coach Frank Ihl gegenüber der Rhön- und Saalepost. Vier Minuten vor Schluss führten seine Männer noch mit 29:25. Für Frust bleibt nicht viel Zeit: Am Mittwoch gastiert die US-Nationalmannschaft zum Freundschaftsspiel und am kommenden Samstag kommt Mitaufsteiger TV Kirchzell zum Abstiegskracher nach Bad Neustadt.      

Der kommende Neustädter Gegner wird sicher mit breiter Brust kommen. Denn dem 25:24-Auswärtsieg vor zwei Wochen ließ man nun beim HC Elbflorenz die nächsten Auswärtszähler (30:25) folgen. Somit springt der TVK auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Elbflorenz II rutscht auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

Den ersten Abstiegsplatz belegt der Northeimer HC. Die 21:30-Niederlage gegen die SG Dutenhofen/Münchholzhausen II, die ihren Negativlauf stoppte, in eigner Halle war die dritte Pleite in Serie für die Süd-Niedersachsen. Eintracht Baunatal konnte die letzten fünf Spiele nicht gewinnen. Gegen den SC DHfK Leipzig setzte sich die Negativserie bei der der 29:32-Heimniederlage fort. Bereits am Mittwoch vor dem Spiel trat Eintracht-Coach Mattias Deppe zurück. Vorübergehend übernimmt Co-Trainer Dennis Weinrich das Amt des Cheftrainers.  

Staffel Süd

In der Sporthalle an der Wittelsbacherallee ereignete sich am Wochenende Historisches. Der TuS Fürstenfeldbruck feierte erstmalig sieben Siege in Serie in der 3. Liga. Das fand der Münchener Merkur heraus. Gegen den HC Erlangen II genügten 45 gute Minuten, um zu einen die rund 700 Zuschauer zu begeistern und zum anderen, um mit 30:19 den nächsten Erfolg einzufahren und die Spitzenposition gegen den VfL Pfullingen zu verteidigen. Besondere Note: Keeper Markus Winkler hielt in den letzten zehn Minuten drei Siebenmeter.  

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Im Verfolgerduell zwischen dem VfL Pfullingen und dem TuS 04 Dansenberg lieferten sich Pfullingens Marc Breckel und Dansenbergs Aleyey Wertz ein Privatduell. Es endete 10 zu 10. Das Spiel schließlich gewannen die Hausherren mit 32:26, weil sie hinter Breckel mit Christian Jabot (7/5) und Niklas Roth (5) noch zwei weitere treffsichere Schützen hatten. Das Topspiel in eigener Halle gegen den TuS Fürstenfeldbruck steigt am 2. November.

Der Tabellendritte HBW Balingen/Weilstetten II hatte gegen die TGS Pforzheim beim 30:20-Heimsige deutlich weniger Mühe als erwartet. Abteilungsleiter Wolfgang Taafel kündigte an: „Ich werde jetzt dafür sorgen, dass die Zügel angezogen werden. Da wird sich dann zeigen, wer für die TGS Herzblut hat.“

Auf Platz vier stehen die Rhein-Neckar Löwen II. Die gewannen das Derby beim TV Hochdorf souverän mit 37:29. Nach dem Seitenwechsel (18:18) drehten die Junglöwen richtig auf.

Wieder zurück in die Spur fand die HG Saarlouis. In eigener Halle besiegte man den TV Plochingen mit 36:32. Die Gäste scheinen nach ihrem bärenstarken Saisonstart so langsam in der neuen Liga ernst genommen zu werden. Erst recht nach der Verpflichtung von David Špiler. Es war die vierte Niederlage in Serie. Trotzdem war es vor über 1000 Fans ein hartes Stück Arbeit für die HGS. „Unsere Fans hatten große Erwartungen an uns. Ich denke, das haben wir ganz gut gemeistert – auch wenn die Abwehrleistung sicher nicht optimal war“, sagte HGS-Rückraumspieler Niklas Louis gegenüber der Saarbrücker Zeitung. Louis traf sieben Mal, war hinter Josip Grbavac (8) zweitbester Werfer seines Teams. Auf der Gegenseite genügten die zwölf Tore von Christos Erifopoulos nicht für etwas Zählbares.

Felix Kazmeier vom SV Salamander Kornwestheim bewahrte seine Mannschaft vor zwei verlorenen Zählern gegen den TV Willstätt. Beim 35:35 traf Kazmeier insgesamt zwölf Mal und dabei bei neun Versuchen neun Mal sicher von der Strafwurflinie. Unter anderem zehn Sekunden vor dem Ende zum Ausgleich. Für die heimstarken Salamander-Handballer aber zu wenig, um sich in der Tabelle wieder ein wenig nach oben zu orientieren. Trotzdem man einen Sechs-Tore-Rückstand in den letzten neun Minuten wettmachte. Zudem gab es noch eine schlechte Nachricht: Abwehrchef Hendrick Schoeneck erlitt einen Bruch des Scheinbeins. Für die Gäste aus der Ortenau war es ein ganz wichtiger Zähler im Abstiegskampf.   

In dem wird es für den TSV Blaustein immer finsterer. Die Mannschaft von Trainer Sandro Jooß schaffte gegen die TSG Haßloch, die den Blick ebenfalls eher nach unten richtete, gerade einmal drei Tore in Halbzeit eins zustande. Am Ende hieß es 13:22.

cb

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