Spieltag #12: Närrische Zeiten in Köln, Baggerseepiraten wollen fette Beute machen
Die HSG Rodgau Nieder-Roden will den Spitzenreiter stürzen. - Foto: HSG Rodgau Nieder-Roden
08.11.2019 Männer

Spieltag #12: Närrische Zeiten in Köln, Baggerseepiraten wollen fette Beute machen

Vorhang auf zu Spieltag 12 in der 3. Liga der Männer. In den vier Staffeln dürfen sich die Fans auf einige handballerischen Leckerbissen freuen.

Staffel Nord-West

Staffel Nord-West
Erst Spenge schlagen, dann Karneval feiern: Valentin Inzenhofer und der Longericher SC sind gut drauf. - Foto: Schmidt

Das Topspiel des 12. Spieltages steigt am Samstagabend beim Longericher SC. Die Kölner um Trainer Andreas Klisch empfangen den TuS Spenge. Mit den Worten: „LSC Fans opjepass! Es knistert in Köln“, leitete der gastgebende LSC seinen Vorbericht auf der Homepage an. Und mit einem Sieg im Duell Vierter (14:6) gegen Zweiter (17:5) können die Kölner zwei Tage vor dem im Rheinland so wichtigen Feiertag des 11. Novembers noch mehr Spannung in das Platz zwei bis Platz sieben umspannende Verfolgerfeld bringen. Das Duell geht der LSC mit drei Siegen in Serie im Rücken an. Eine Bilanz, die den Sportlichen Leiter Chris Stark hoffen lässt: „Diese Bilanz gibt unseren Spielern natürlich Rückenwind und Selbstvertrauen, jedoch wissen alle, was für eine extrem schwere Aufgabe am Samstag auf uns wartet. Wir haben viel Respekt vor Spenge.“ Und auch beim TuS Spenge ist die Vorfreude auf das Duell in Köln. Die Überschrift nach dem jüngsten 28:27-Heimsieg im Spitzenspiel gegen die SG Schalksmühle-Halver lautete „Einfach nur geil“. Mit dieser euphorisierten Stimmung reisen die Männer von Trainer Heiko Holtmann sicher auch in die Domstadt und werden gewarnt sein. Das Klisch-Team schlug in eigener Halle schon Eintracht Hagen.

Einen scharfen Blick wird auch die SGSH auf das Duell in Köln haben. Die Dragons begrüßen in Leichlinger TV in Schalksmühle und stehen unter Zugzwang, um den Anschuss an die Top-Ränge nicht zu verlieren, dürften aber auch gewarnt sein. Leichlingen hat sich in den vergangenen Wochen stabilisiert, holte drei Siege aus fünf Spielen und kann wieder auf Spielmacher Valdas Novickis zurückgreifen.  

Nach der 24:28-Heimniederlage im Topspiel gegen den Wilhemshavener HV und diversen ärgerlichen Punktverlusten, darf sich Eintracht Hagen in den kommenden Wochen keine Niederlagen mehr erlauben, um den Anschluss an den WHV noch einigermaßen hallten zu können. Nun geht es zu LiT Tribe Germania. Und deren Trainer Daniel Gerling wusste bereits vor der Saison: „Wir können an einem guten Tag jeden Gegner schlagen.“ Als beweis dient das 32:32-Remis beim TuS Spenge. Die Eintracht wird auf der Hut sein, auch wenn LiT einige Personalprobleme hat.

Der Wilhemshavener HV hat eine von der Papierform her leichte Aufgabe zu bewältigen. Es gastiert der VfL Gummersbach II. Doch die Kunst ist es, nach dem gewonnenen Topspiel vor einer Woche die Konzentration gegen einen vermeintlichen Underdog hochzuhalten. Gegen GWD Minden II gelang das nicht unbedingt. Am Ende siegte man zwar 30:29, schrammte aber hauchdünn an einem Punktverlust vorbei. Eine kleine Parallele zu den Wochen Mitte September: Vor dem Sieg gegen Minden siegte der WHV in überragender Manier mit 32:18 bei den Bergischen Panthern.

Die Panther gastieren beim heimstarken TuS Volmetal. Eine schwere Aufgabe: Zum einen ist Volmetal extrem heimstark (Sieg gegen Wilhelmshaven) und wird zum anderen nach der 20:30-Packung bei der Ahlener SG Widergutmachung betreiben wollen. Nach der erneuten schweren Verletzung von Rückraumspieler Simon Wolter lautet die Devise bei den Raubkatzen: Kämpfen für Simon!

Die weiteren Partien lauten GWD Minden II gegen die Rhein Vikings, der OHV Aurich empfängt die SG Menden Sauerland. Sowohl für Minden und auch Menden wären Punkte unglaublich wichtig.  

Staffel Nord-Ost

Staffel Nord-Ost
Der Einsatz von Julian Bausch beim Heimspiel gegen die Mecklenburger Stiere ist fraglich. - Foto: HSV Hannover

Die zentrale Frage dieser Staffel lautet: Wer durchbricht als erstes den Lauf des Dessau Roßlauer HV. Der fuhr bisher die Optimalausbeute ein und hat in seinem elften Spiel den Oranienburger HC zu Gast. „Der Oranienburger HC zählt zu den Teams, die bisher sicherlich ein bisschen mehr erwartet haben in dieser Saison. Sie haben gute Spiel gemacht, aber eben auch eher schlechtere, vor allem vergangenes Wochenende gegen Anhalt Bernburg. Ihre Leistung ist oft sehr schwankend“, sagt DRHV-Trainer Uwe Jungandreas, der mit dem Selbstverständnis von zehn Siegen in Reihe betont: „ „Wenn wir die Leistungen der letzten Wochen abrufen, werden wir sicherlich gewinnen.“ Und den OHC werde man auf keinen Fall unterschätzen. Das taten seine Schützlinge vor einer Woche nicht. Da siegten die Biber 32:14 beim Schlusslicht Handball Hannover Burgwedel. Eine Woche zuvor hieß es bei Vorletzten TSV Burgdorf II 34:25.

Die beiden Schlusslichter stehen vor schweren Auswärtsaufgaben. Hannover-Burgwedel reist zum 1. VfL Potsdam, der sich in den vergangenen Wochen vorerst aus der Gefahrenzone spielte. Die Jungrecken reisen zum Niedersachsenderby zum Tabellendritten Eintracht Hildesheim. Der hat sich nach dem 1:3-Fehlstart stabilisiert und fuhr 16:2 Punkte in Serie ein. Nur der 24:26 bei Anhalt Bernburg fiel da aus der Rolle.

Das Ergebnis wird aber erklärbar, wenn man auf die aktuelle Entwicklung der Bernburger blickt. Mit vier Siegen in Folge zogen sich die Anhaltiner am eigenen Schopf aus der Misere. Die Siegessserie startete zu Hause gegen Hildesheim. Gegen die Füchse Berlin will man diesen Lauf fortsetzen und die Chancen stehen gut. Die Füchse weisen in der Fremde eine Bilanz von 2:10 Zählern auf, stehen mit 6:16 Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz und auch mit dem Rücken zur Wand.  Gleiches gilt auch für den SC Magdeburg II.  Für den hängen die Trauben beim Tabellenzweiten Empor Rostock aber noch höher als für die Füchse in Bernburg, vor allem, weil Rostock sich keinen Ausrutscher erlauben darf. Ansonsten wäre der Abstand auf Dessau-Roßlau mit sechs Zählern fast schon zu groß, um noch einmal ernsthaft in den Titelkampf eingreifen zu können.

Nach dem bitteren Unentschieden im Derby gegen den HSV Hannover reist der TuS Vinnhorst zum TSV Altenholz. Der Fünfte empfängt den Vierten und ist ein Duell auf Augenhöhe. Der moralische Sieger des Stadtderbys empfängt die Mecklenburger Stiere. Die absolvierten mit drei Spielen binnen sechs Tagen ein Mammutprogramm und beschlossen das mit dem 29:29-Kantersieg über Hamburg-Barmbeck. Nach einigen freien Tagen werden die Stiere mit erholten Muskeln und freiem Kopf nach Hannover kommen.

Die HGHB, die zuletzt in Schwerin unter die Räder kam, empfängt die HSG Ostsee. Für beide Mannschaften ist es eine enorm wichtige Partie. Beide weisen 8:14 Punkte auf und sind Tabellennachbarn und für beide zählt im Abstiegskampf nur ein Sieg. „Ostsee spielt momentan sehr stark, der Sieg in Altenholz ist ein großes Ausrufezeichen. Sie spielen einen sehr geduldigen und effizienten Angriff. In der Abwehr müssen wir gegen eine sehr defensiv agierende Deckung und einen guten Torhüter die Lösungen finden. Die Mannschaft ist heiß auf das kleine Derby und wir wollen natürlich die Punkte in Hamburg behalten“, blickt HGHB-Trainer Tobias Skerka auf das Duell, das bei 100 Kilometer Entfernung auch als ein kleines Derby durchgeht.

Staffel Mitte

Staffel Mitte
Oliver Lücke hat bei der HSG Hanau eine schwere Situation zu meistern. - Foto: Moritz Göbel

Derbyzeit in der Staffel Mitte. Unter anderem empfängt der TV Großwallstadt den TV Kirchzell. Die Rollen in diesem besonderen Duell sind klar verteilt. Beide Mannschaften unterlagen zuletzt knapp mit einem Treffer und stehen unter Zugzwang, in den kommenden Wochen die nötigen Punkte einzufahren. Großwallstadt, um am Spitzenreiter Nußloch dran zu bleiben, Kirchzell, um im Tabellenkeller nicht noch mehr unter Druck zu geraten.

Das zweite Topspiel mit großem Zuschauerinteresse steigt bei der HSG Rodgau Nieder-Roden. Die empfängt die SG Nußloch und weist genauso wie der Spitzenreiter lediglich vier Minuspunkte auf. Zuletzt siegte die HSG deutlich in Dresden beim HC Elbflorenz. Die Außenzange mit Henrik Schopper (8 Tore) und Sam Hoddersen brachte es auf sagenhafte 20 Treffer. Die HSG ist blendend in Form und hat bereits in der vergangenen Spielzeit mit einem Heimsieg über den ThSV Eisenach bewiesen, dass sie große Namen in eigener Halle zum Stolpern bringen kann.  „Das ist eine Mannschaft, die über 60 Minuten sehr diszipliniert Handball spielt und mehrere Akteure in ihren Reihen hat, die ein Spiel alleine entscheiden können. Mit Timo Kaiser fehlt zwar ihr bester Spieler, aber ich finde sie deswegen noch gefährlicher, da sich ihr Spiel nicht auf den einen Mann konzentriert“, sagt Nußlochs Trainer Marc Nagel, der auf einen wieder in Topform spielenden Christian Zeitz bauen kann. Im Topspiel in Leutershausen, nach dem die SG die Tabellenführung übernahm, glänzte Zeitz mit 12 Treffern.

Auf Rang zwei der fünf Mannschaften umfassenden Spitzengruppe steht die SG Leutershausen. Die greift jedoch erst wieder am kommenden Wochenende bei Eintracht Baunatal ins Geschehen ein. Der Lokalrivale der SGL, der TV Germania Großsachsen, gastiert bereits am Freitag bei der HSG Bieberau Modau und kann den Roten Teufeln wichtige Schützenhilfe leisten.

Das zweite Derby des Spieltages steigt beim TV Gelnhausen, der die HSG Hanau empfängt. So muss Trainer Oliver Lücke muss derzeit sechs Spieler ersetzen und somit fast eine komplette Mannschaft. „Der TVG hat eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Sie verfügen über ein sehr gutes Tempospiel, sind allgemein schwierig zu bespielen und vor allem zu Hause sehr stark“, erwartet HSG-Coach Lücke einen bis unter die Haarspitzen motivierten Gegner. Zur Personallage sagt Lücke: „Jammern hilft nicht.“

Unterdessen unternimmt das Schlusslicht HSC Bad Neustadt gegen den SC DHfK Leipzig II den nächsten Anlauf, endlich den ersten Sieg der Saison einzufahren. Die zweite Zweitvertretung der Liga, der HC Elbflorenz II, steht wie Bad Neustadt extrem unter Druck und reist zu Eintracht Baunatal. Die benötigt ebenfalls jeden Zähler, um ein Abgleiten ins untere Feld zu vermeiden. Die gleiche Ausgangslage herrscht zwischen der HG Oftersheim/Schwetzingen und der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II. Die siegte vor einer Woche gegen den TV Großwallstadt und ließ mehr als nur aufhorchen.

Staffel Süd

Staffel Süd
Mario Rumisnsky ist ein sicher Rückhalt beim HBW II. - Foto: Kara

Ein Topspiel jagt das andere: Nach dem Knaller zwischen dem TuS Fürstenfeldbruck und dem VfL Pfullingen steigt das Topspiel des 12. Spieltages in Balingen. Die Bundesliga-Reserve des HBW II hat den TSB Heilbronn-Horkheim zu Gast. „Sie haben eine sehr gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern mit sehr flinken Außen - ein richtig gutes Gesamtpaket. Der Gegenstoß ist sehr gut, Horkheim spielt einen schnörkellosen Handball und eine raffinierte schnelle Mitte“, zählt HBW-II-Trainer André Doster die Stärken des Gegners auf, weiß aber auch um das Selbstvertrauen und die Stärken seiner Mannschaft: „Viele Dinge funktionieren bei uns derzeit richtig gut.“ Auf der anderen Seite sagte TSB-Spieler Tobias Gehrke der Heilbronner Stimme: „Wir müssen hundert Prozent geben und nicht jetzt schon denken, wir sind die Allergrößten.“

Der Tabellenzweite muss die schwere Aufgabe gegen die HG Saarlouis zu lösen. Konzentration halten und gegen ein vor der Spielzeit zu den Topteams gezählten Mannschaften eine gute Leistung abrufen, lauten die Zielstellungen. Auswärts riss die HGS aber bisher keine Bäume aus und siegte lediglich beim TV Willstätt. Das war am dritten Spieltag.  

Der VfL Pfullingen musste nach acht Siegen in Serie vor einer Woche gegen die „Brucker“ erstmals nach dem ersten Spieltag wieder eine Niederlage akzeptieren. Nun geht es zum Schlusslicht TSV Blaustein. Der lieferte vor einer Woche bei de knappen Niederlage bei der TSB Heilbronn-Horkheim eine mutige und kämpferisch bärenstarke Leistung ab.

Hinter dem Quartett HBW II, Fürstenfeldbruck, Pfullingen und Heilbronn-Horkheim leigt der TuS 04 KL-Dansenberg auf der Lauer. Vier Siege aus den letzten fünf Spielen lautet die Bilanz der Pfälzer vor dem Derby bei der TSG Haßloch.    „Jedem in unserem Team ist klar, dass es am Samstag in Haßloch ein besonderes Spiel sein wird. Da werden auch die bisher gezeigten Leistungen in den vergangenen Spielen kaum eine Rolle spielen. Wir freuen uns natürlich sehr auf die Atmosphäre und die Stimmung, die dieses Derby begleiten werden und werden viel Leidenschaft und Motivation mitbringen“, blickt TuS-Trainer Steffen Ecker auf das Pfalzduell. Die Hausherren punkteten in den zurückliegenden Wochen stabil und werden sich als Mutmacher das gewonnene Derby in eigener Halle in der vergangenen Saison ins Gedächtnis rufen. Zwischen beiden Teams bestehen diverse Querverbindungen aus der Vergangenheit. Die Freundschaften werden für 60 Minuten aber ruhen und auch auf der Tribüne werden sich die Anhänger ein lautstarkes Duell liefern. Knisternde Atmosphäre ist garantiert.  

Ein Derby im weitesten Sinne ist auch das Duell zwischen dem HC Oppenweiler/Backnang und dem TV Plochingen. Die letzten Punktspiele der beiden Mannschaften liegen bereits dreieinhalb Jahrzehnte zurück. „Sie haben ein angriffsstarkes Team und sind im Eins-gegen-Eins brandgefährlich“, sagt HCOB-Coach Matthias Heineke vor dem Württemberg-Duell. Beide Mannschaften verloren am letzten Spieltag. Die Niederlage in Dansenberg wurmt den Coach der Gastgeber: „Wir wollen uns selbst zeigen, dass wir es besser können.“ Trotz einer blendenden Offensive, die pro Spiel im Schnitt 31 Tore schafft, stürzte der Aufsteiger in den vergangenen Wochen in der Tabelle ab. Auch die Verpflichtung von David Špiler wirkte der Niederlagenserie noch nicht entgegen.

Weitere Spielen empfängt der SV Kornwestheim den TV Hochdorf, der TV Willstätt die Rhein-Neckar Löwen II und die TGS Pforzheim die HC Erlangen II. Siege der drei Kellerkinder Hochdorf, Willstätt und Erlangen II kämen einer Überraschung gleich.

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