Bauer: Mit Platz drei haben wir noch nicht genug
Nach seinen Einsätzen in der U16-Nationalmannschaft spielt Jordan Hammer mit der A-Jugend des SC Magdeburg am Wochenende um die nächsten Bundesliga-Punkte. - Foto: René Weiss
13.01.2022 Jugendbundesliga männlich

Bauer: Mit Platz drei haben wir noch nicht genug

Am Wochenende steht der erste komplette Hauptrundenspieltag nach der Weihnachtspause an

Hauptrunde A

Gruppe 1: Haase: Favorit nur auf dem Papier

SC DHfK Leipzig – Füchse Berlin (Freitag, 19 Uhr). Die Leipziger scheinen rechtzeitig zum Duell mit dem Deutschen Meister aus Berlin in Topform zu sein. So sahen zumindest die letzten Ausdrücke aus dem alten Jahr aus, als die Mannschaft von Matthias Albrecht deutliche Siege gegen Flensburg und Potsdam landete. „In der Hauptrunde konnten wir unsere bisherigen Leistungen weiter steigern und gute Ergebnisse abliefern. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass wir gut gearbeitet haben und dass wir uns auf einem guten Weg befinden, eine starke Hauptrunde zu spielen“, sagt der Leipziger Trainer. Platz eins hat Berlin mit 14:0 Punkten sicher und wird diesen auch nach dem ersten Spieltag im neuen Jahr für sich beanspruchen. Leipzig hat aber allemal das Potenzial, den Rückstand auf zwei Zähler zu verringern. Das Hinspiel ging mit 29:26 an die Füchse.

HSG Lemgo – SG Flensburg-Handewitt (Sonntag, 13 Uhr). Die Gäste stehen beim Tabellenvorletzten unter Zugzwang. Durch drei Niederlagen aus den jüngsten vier Begegnungen hat die SG an Boden verloren und ist auf Platz fünf zurückgefallen. Jetzt braucht das Team von Trainer Michael Jacobsen in Ostwestfalen unbedingt ein Erfolgserlebnis, um den Anschluss zu den Top-Vier-Plätzen zu wahren, die die Qualifikation fürs 1/16-Finale bedeuten.
„Wir sind hochmotiviert und wollen das Spiel möglichst lange offen gestalten und den Favoriten ärgern", erklärt Lemgos Maik Schulze, der einen engagierten Gast erwartet: „Flensburg wird versuchen, die beiden Niederlagen vor der Pause wettzumachen. Sie sind körperlich sehr robust und haben einen starken Torwart. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Finn Hasenkamp, ein sehr starker Rückraumshooter. Wichtig wird eine schnelle Rückzugsbewegung und das Unterbinden der zweiten Welle sein."

1. VfL Potsdam – GWD Minden (Sonntag, 15 Uhr). Nach ein paar freien Tagen über Weihnachten hat Potsdam am 3. Januar den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. „Wir wollen ähnlich erfolgreich sein wie in der Hinrunde“, sagt Trainer Alexander Haase. 7 von 14 möglichen Punkten holte der VfL, einen gab’s im Hinspiel in Minden. „Gegen Minden sind wir nur auf dem Papier der Favorit. Im Hinspiel befanden sich beide Mannschaften absolut auf Augenhöhe“, erinnert sich Haase an das 26:26. In dieser Begegnung sprang der bislang einzige Hauptrunden-Punkt für GWD heraus.


HSV Hamburg – SC Magdeburg (Sonntag, 16 Uhr). Gegen Minden und Lemgo hat Hamburg gepunktet, aber in den Vergleichen mit den besser platzierten Teams gingen die Hanseaten bislang leer aus. Auch im Hinspiel gegen Magdeburg musste der HSV seinem Widersacher gratulieren. Aktuell beträgt der Rückstand auf Rang vier zwei Punkte, um diesen nicht größer werden zu lassen, brauchen die Gastgeber eine Überraschung gegen die zuletzt formstarken Magdeburger, die bis dato lediglich gegen Berlin verloren. „Mit Platz drei sind wir noch nicht zufrieden. Wir haben noch höhere Ambitionen und wollen noch mehr“, so die Kampfansage von SCM-Trainer Julian Bauer. Seine Mannschaft sei gut durch die ruhigere Weihnachtszeit gekommen und absolut fit. Das belegten die sehr guten Ergebnisse bei der Leistungsdiagnostik. „Gegen Hamburg erwarte ich ein Spiel mit sehr hohem Tempo. Beide Mannschaften legten darauf großen Wert“, so Bauer. Hamburgs Sven Rusbült spekuliert auf eine Steigerung in der Rückrunde: „Die Rückrunde wird mindestens genauso schwer wie die Hinrunde. Wir gehen in einigen Spielen als Außenseiter in die Partie, aber wollen uns im Vergleich zu den Hinspielen steigern und den ein oder anderen Punkt mehr einfahren."

Gruppe 2: Wael Horri übernimmt HCD zur neuen Saison

JSG Melsungen/Körle/Guxhagen – TSV Bayer Dormagen. Die Partie wurde aufgrund eines Corona-Falles beim TSV abgesagt.

JSG Balingen-Weilstetten – SG Pforzheim/Eutingen (Sonntag, 14 Uhr). Diese Partie könnte noch richtig bedeutend werden: Aktuell belegen Balingen und Pforzheim mit jeweils sieben Punkten die Positionen vier und fünf. „Hier könnte am Ende möglicherweise sogar der direkte Vergleich entscheiden", hält Pforzheims Trainer Alexander Lipps ein Kopf-an-Kopf-Rennen für nicht unrealistisch. Derzeit spricht der direkte Vergleich für Balingen, das das Hinspiel in letzter Sekunde mit 26:25 für sich entschied. „Ich gehe davon aus, dass es auch am Sonntag eine Begegnung auf Augenhöhe wird", so Lipps. Abzuwarten bleibt, welche Spieler beiden Teams zur Verfügung stehen, weil im Seniorenbereich auch der eine oder andere A-Jugendliche zu erwarten ist.

HSG Rodgau Nieder-Roden – TV Bittenfeld (Sonntag, 16 Uhr). Mit 11:3 Punkten hat der TV Bittenfeld eine gute Ausganssituation für die Rückrunde geschaffen. „Damit muss Platz fünf normalerweise gelingen“, glaubt Trainer Ulf Hummel. Ihren guten Lauf von vier Siegen am Stück versuchen die Schwaben am Sonntag fortzusetzen. Allerdings beklagen sie erstmals in dieser Runde personelle Probleme. Unter anderem stehen hinter den Einsätzen von allen drei Rechtsaußen Fragezeichen. Hummel hat vor der HSG eine hohe Meinung: „Sie werden in der A-Jugend-Bundesliga völlig unterbewertet. Sie spielen einen schnellen Ball und haben einige starke Einzelspieler.“ Dazu zählt insbesondere Ben Seidel, der in Frankfurt/Oder vor einer Woche seine ersten beiden Länderspiele für die U16-Nationalmannschaft bestritt. Das 32:32 im Hinspiel zeigte, dass die HSG mithalten kann. „Wir haben in Bittenfeld einen Punkt verloren, den wir uns am Sonntag zurückholen wollen. Ich bin optimistisch, dass wir ein tolles Spiel abliefern und auf Augenhöhe agieren können“, erklärt Nieder-Rodens Trainer Christian Sommer. Zum Ziel für die Rückrunde sagt er: „Wenn wir noch sechs Punkte holen und noch eins, zwei Plätze klettern können, wäre das überragend.“

Rhein-Neckar Löwen – HC Düsseldorf (Sonntag, 17 Uhr). Der 37:26-Sieg der Löwen in der Hinrunde stand symbolisch für so viele Ergebnisse der Badener: Es war einer von sieben (!) Siegen in dieser Saison mit zehn oder mehr Toren Unterschied. Im Vergleich zwischen dem Gruppenersten und dem Gruppenletzten scheinen die Karten klar verteilt. In Düsseldorf gibt es derweil Neuigkeiten was das Trainer-Team betrifft: Der tunesische WM-, EM- und Olympia-Teilnehmer Wael Horri wird die A-Jugend ab der Saison 2022/23 übernehmen. „Wael wäre auch schon in der letzten Saison ein Kandidat für unseren Verein gewesen, da er aber erst nach Saisonstart in die Gegend gezogen ist, gab es noch keine Möglichkeit, ihn adäquat einzubauen. Umso mehr freuen wir uns, dass es jetzt geklappt hat und wir einen absoluten Fachmann für unser Aushängeschild im Verein gewinnen konnten“, sagt Düsseldorfs Sportlicher Leiter und Noch-Trainer Benjamin Daser.

Hauptrunde B

Gruppe 1: Verden-Aller empfängt Horneburg zum Derby

THW Kiel – TSG Altenhagen-Heepen (Freitag, 20 Uhr). Hinter den Gastgebern liegt eine turbulente Vorbereitung. Vor Trainingsbeginn gab es zwei Corona-Fälle mit der obligatorischen Quarantäne. So begrüßte Trainer André Lohrbach im Training teilweise ein nur sehr überschaubares Aufgebot. Rechtzeitig zum Heimspiel gegen Altenhagen-Heepen entspannt sich die Lage aber beim THW. Die Gäste nehmen sich vor, dem Favoriten so lange wie möglich zu ärgern. TSG-Trainer Rafael Jacobsmeiser weiß genau, dass der Gruppenerste nicht der eigenen Kragenweite entspricht. Altenhagen wird auf Mathis Borgmann verzichten müssen (Rippenverletzung) und der Einsatz von Jannik Ullmann ist unsicher.

HSG Verden-Aller – VfL Horneburg (Samstag, 19.30 Uhr). Bereits seit dem 27. Dezember bereitet sich der VfL auf die zweite Hälfte in der Hauptrunde vor. „Das Team arbeitet sehr konzentriert und mit sehr guter Einstellung“, zeigt sich Horneburgs Trainer Stefan Hagedorn zufrieden mit dem Auftreten mit seinen Jungs. „Wir wollen an die starke Vorrunde anschließen und versuchen nach der Heimspielniederlage gegen Kiel wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.“ Gegen den Tabellensiebten verlangt Hagedorn eine konzentrierte Leistung, um die Rückrunde mit einem Sieg zu eröffnen. Die personellen Vorzeichen sind gut: 16 einsatzbereite Spieler warten auf ihre Nominierung. „Wir haben im Hinspiel keine schlechte Leistung abgeliefert“, erinnert sich HSG-Trainer Sascha Kunze an das 31:38. Es war eine von zwei Partien, in denen Verden-Aller mehr als 30 Tore erzielte. Nach zwei guten Testspielen in der Vorbereitungsphase sieht er sein Team ordentlich aufgestellt, wenngleich Horneburg der Favorit ist: „Wir müssen in diesem Derby ein ganz dickes Brett bohren.“ Bislang ist der Qualifikant zufrieden mit seinem Abschneiden. Aktuell steht Verden-Aller auf Platz sieben. Kunze: „Unser Ziel war es, nicht Letzter zu werden. Das sieht derzeit ganz gut aus. Ich glaube auch, dass wir noch einen Rang aufholen können, wenn alles gut läuft.“

JSG HLZ Ahlen – MTV Lübeck (Sonntag, 15 Uhr). Die Gastgeber wollen ihren dritten Platz mindestens verteidigen, die Gäste versuchen den Rückstand auf den begehrten vierten Platz zu reduzieren - weder Ahlen noch Lübeck hat am Sonntagnachmittag etwas zu verschenken. Deshalb erwartet Ahlens Trainer Christopher Brehl ein hartes Stück Arbeit. Darauf deutet auch schon das spannende Hinspiel hin, das die JSG mit 31:30 gewann. „Lübeck verfügt über einen starken Mittelblock und ist gut im Eins-gegen-eins. Dagegen brauchen wir viel Entschlossenheit im Angriff", so Brehl. Lübecks Trainer Mirko Spieckermann gibt zu Protokoll: „Beim Spiel in der Hansehalle waren wir schon ebenbürtig, haben aber viel zu viele Chancen liegen lassen. Wir haben zwei Wochen gut trainiert und werden alles in die Waagschale werfen.“ Dabei ist lange noch nicht klar, was genau in die Waagschale kommt. Der MTV hat neben den „normalen“ Verletzungsausfällen mit der ganzen Bandbreite der Pandemie-Auswirkungen zu kämpfen: Quarantäne, Impfung und Infizierung nehmen immer wieder Spieler weg.

HC Empor Rostock – HC Bremen (Sonntag, 16 Uhr). Auch wenn Rostock das Hinspiel in Bremen verloren hat, sah Trainer Tobias Seering in dieser Begegnung grundsätzlich keine schlechte Leistung. „Die schlechte Chancenverwertung hat uns mögliche Punkte gekostet. Um gut reinzukommen, müssen wir ins in diesem Bereich verbessern.“ Im Heimspiel gegen Bremen steckt bereits eine ordentliche Bedeutung. Mit einer Niederlage würde Rostock den begehrten vierten Rang an Bremen verlieren.

Gruppe 2: Spitzenspiel in Schwerin

NSG EHV/Nickelhütte Aue – LHC Cottbus (Samstag, 16.30 Uhr). Nach dem Sieg im Derby gegen den HC Elbflorenz vor einer Woche hat Aue gute Aussichten, seine Punktausbeute in den zweitstelligen Bereich zu schieben. Im Heimspiel gegen die junge Cottbuser Mannschaft ist das Team aus dem Erzgebirge der Favorit. Drei Siege aus den jüngsten vier Begegnungen sprechen dafür. Cottbus schaffte es im Hinspiel (30:38) zum bislang einzigen Mal in dieser Saison die 30-Tore-Marke zu knacken.

HC Elbflorenz – JSG LIT (Samstag, 19 Uhr). Gegen Elbflorenz und Cottbus, die Mannschaften aus der unteren Tabellenregion, hat die JSG LIT in den ersten Aufeinandertreffen gepunktet. Daran darf sich aus der Sicht von Trainer Niels Pfannenschmidt am Samstagabend nichts ändern, wenn sein Team in Dresden zu Gast ist. Der Durchhänger der JSG setzte sich vor einer Woche auch in Schwerin fort, wo es die vierte Niederlage in Folge setzte. Es wird für die Ostwestfalen Zeit das Blatt zu wenden, sonst droht der Zug in Richtung 1/16-Finale ohne sie abzufahren.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen – Eintracht Hildesheim (Sonntag, 16 Uhr). Auf ihre Abwehr kann sich der Zusammenschluss aus Dutenhofen, Münchholzhausen und Hüttenberg verlassen. Die „Mittelhessen Youngsters“ sind neben dem SC DHfK Leipzig eine von nur zwei Mannschaften in der gesamten A-Jugend-Bundesliga, die in dieser Saison in noch keiner Partie mehr als 30 Gegentore kassiert haben. Wenn der Angriff jetzt noch etwas mehr Durchschlagskraft entwickelt, dann muss die Überraschung gegen Burgdorf kurz vor Weihnachten nicht die letzte gewesen sein. Gegner Hildesheim hatte zuletzt mit Elbflorenz und Cottbus zwei schwächere Gegner vor der Brust. In Hüttenberg wartet am Sonntag eher ein Duell auf Augenhöhe.

Mecklenburger Stiere Schwerin – TSV Burgdorf (Sonntag, 16 Uhr). Mit 2:8 Punkten schlossen die Schweriner die Vorrunde ab. Dass sie jetzt die Gruppe 2 der Hauptrunde B anführen, war im Herbst nicht absehbar. „Die Mannschaft hat eine großartige Entwicklung genommen. Wir setzen alles daran, die Qualifikation für das 1/16-Finale zu erreichen", sagt Schwerins Pressesprecherin Barbara Arndt. Sieben Partien in Folge entschieden die Jungstiere vor dem Spitzenspiel gegen den zwei Punkte dahinter liegenden TSV Burgdorf, der aber eine Partie weniger absolviert hat, für sich. Die letzte Niederlage kassierten sie im Hinspiel gegen den nächsten Gegner. Burgdorf bestritt in der Vorbereitung auf das Gipfeltreffen ein Testspiel gegen Eisenach, um den Rhythmus wieder zu finden. „Wir haben eine herausfordernde Aufgabe vor uns, die sicherlich richtungsweisend für den restlichen Verlauf der Hauptrunde sein wird. Wir streben Platz eins an und müssen dafür direkt voll da sein", so TSV-Coach Vincent Marohn.

Gruppe 3: Essen vertraut seiner Stärke

TV Gelnhausen – TuSEM Essen (Samstag, 15 Uhr). Auch wenn Lukas Ellwanger von der Leistung im Hinspiel nicht überzeugt war, sprach das deutliche Endergebnis von 37:29 für TuSEM. „Wir gehen als Favorit in die Begegnung und wollen dieser Rolle auch gerecht werden“, sagt Essens Coach. Gelnhausen ist zwar bekannt für seinen unorthodoxen Angriff, allerdings ist Ellwanger guter Dinge, diesen mit gewohnter Abwehrstärke bändigen zu können.

HG Saarlouis – VfL Gummersbach (Sonntag, 12 Uhr). Fünf Zähler holte die HG Saarlouis in der ersten Hauptrunden-Hälfte. Ein Wert, den die Saarländer in der Rückrunde überbieten wollen. „Wir hatten einige personelle Probleme. Hoffentlich verbessert sich die Situation. Wir schielen schon noch auf Platz vier“, verrät Trainer Tom Paetow. Über allem steht jedoch die individuelle Entwicklung der Spieler. Mit dem VfL Gummersbach erwartet die HG den starken Tabellendritten. Paetow hält Zählbares auch gegen die Oberbergischen für denkbar. Im Hinspiel führte Saarlouis lange Zeit, ehe sie eine Verletzung und eine Rote Karte aus der Bahn warf.

VfL Eintracht Hagen – HSG Hanau (Sonntag, 12 Uhr). Vor Weihnachten strich Hagen gegen Gelnhausen und den Bergischen HC zwei Siege ein, aber es wird nicht einfach, diesen Flow mitzunehmen, zumal der Gegner aus Hanau ein anderes Kaliber ist. Die Hessen waren im Hinspiel klar überlegen und hatten beim 40:24-Sieg keinerlei Probleme. „Wir streben ein besseres Ergebnis an. Hanau ist der klare Favorit", sagt VfL-Jugendkoordinator Axel Meyrich. Neben einem Spieler, der sich vor Trainingsbeginn mit Corona infizierte müssen die Gastgeber vorerst Neal Walker ersetzen, der sich im Training einen Nasenbeinbruch zuzog.

Bergischer HC – TSG Münster (Sonntag, 15 Uhr). Als Tabellenführer der Gruppe 3 hat die TSG die beste Ausgangslage. „In dieser Position haben wir mit Sicherheit das Recht das Ziel zu formulieren, den Einzug ins 1/16-Finale schaffen zu wollen. Jetzt versuchen wir auch dort oben bleiben. Allerdings wartet eine heiße Rückrunde unter anderem mit schwierigen Spielen gegen Essen, Gummersbach und Hanau“, sagt Münsters Trainer Tim Dautermann. Auch die Partie beim Bergischen HC wird kein Selbstläufer. „Im Hinspiel haben sie uns geärgert“, erinnert sich Dautermann. Zudem tut er sich schwer, den aktuellen Leistungsstand der Löwen einzuschätzen, die im alten Jahr unzählige verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren mussten. Die Hessen wollen sich auf sich selbst konzentrieren. Das machte das Team in der Hinrunde stark. Die Vorbereitung nutzte die TSG, um die Akkus der Spier aufzuladen. Regeneration, Stabilisationstraining und Athletikeinheiten standen im Mittelpunkt. Bei den Gastgebern hat sich die personelle Situation zumindest etwas entspannt. „Die Rückrunde kann eigentlich nur besser werden als die Hinrunde. Wir wollen endlich auch einmal ein Spiel gewinnen", sagt BHC-Trainer Jens Sieberger der Woche für Woche haufenweise Spieler ersetzen musste. Eins, zwei Akteure stehen bereits gegen Münster wieder zur Verfügung, weitere sollen in den nächsten Wochen folgen. „Die Jungs sind motiviert und wir schauen von Spiel zu Spiel. Für Platz vier kommen wir nicht mehr Frage. Wir nutzen die Möglichkeiten bereits, um uns für die nächste Saison einzuspielen", erklärt Sieberger.

Gruppe 4: Göppingen traut sich gegen Allach etwas zu

Frischauf Göppingen – TSV Allach (Samstag, 19 Uhr). „Da in unserer Gruppe alles noch offen ist, wird höchstwahrscheinlich jedes Spiel sehr wichtig und umkämpft sein", geht Göppingens Trainer Gerd Römer davon aus, dass sich keine Mannschaft eine Verschnaufpause erlauben darf, wenn sie in die Runde der letzten 32 will. Mit Allach gibt der derzeitige Tabellenführer seine Visitenkarte in der EWS-Arena ab. Göppingen hat Respekt, aber keine Angst vor den Münchenern. „Die Vorrunde hat gezeigt, dass wir nur mit voller Konzentration für Punktgewinne gut sind, dann aber auch in der Lage sind, die Vorderen zu schlagen", hätte Römer nichts gegen einen neuerlichen Nachweis dieser Qualitäten.

HSC Coburg – HG Oftersheim/Schwetzingen (Sonntag, 15 Uhr). Im zwölften Saisonspiel hat die HG Oftersheim/Schwetzingen für ein Novum gesorgt. Zum ersten Mal in dieser Runde gewann der Tabellendritte zwei Partien hintereinander. Daraus versucht die Sieben von Christoph Lahme in Coburg eine Serie zu machen. Die Weihnachtspause kam für die HG zur Unzeit. Gerade harmonierten die Abläufe, gerade stimmte das Selbstvertrauen. Jetzt hofft Lahme, dass seine Truppe das gute Gefühl aufrechterhalten kann. Den Schlüssel zum Erfolg sieht der Oftersheimer Übungsleiter in der Deckung. Weil der eine oder andere Spieler möglicherweise in der 2. Mannschaft zum Einsatz kommt, könnte eine Gäste-Mannschaft auf der Platte stehen, die so noch nicht zusammen agierte. „Aber", so Lahme, „wir haben zweimal gesehen, dass es egal ist, wer zum Einsatz kommt, wenn alle alles für den Sieg tun."

HSG Konstanz – TV Nieder-Olm (Sonntag, 17 Uhr). Unfassbar, wie eng es in B-Hauptrunden-Gruppe 4 zugeht. Zwischen dem zweiten Erlangen und dem Siebten Konstanz liegen nur zwei Punkte Differenz. Auch wenn sich die Anzahl der absolvierten Spiele noch unterscheidet, deutet sich hier ein bis zum letzten Spieltag dramatischer Kampf um die Sechzehntelfinal-Plätze an. Mittendrin im dichten Gedränge befindet sich der TV Nieder-Olm. „Unser Ziel ist es, unter die Top-Vier zu kommen“, erklärt Trainer Jan Ludwig. „Dafür ist es wichtig, die nächsten Wochen gut zu überstehen.“ Auch wenn die Rheinhessen das Nachholspiel gegen Allach verloren, widerlegten sie die Befürchtungen, nach der Quarantäne chancenlos zu sein. Mit einer Woche mehr Praxis am Ball und wieder gesteigerter Fitness wollen die Gäste nach der langen Busreise an den Bodensee ihren vierten Hauptrunden-Sieg einfahren. Die HSG erwies sich im November und Dezember als Wundertüte mit kaum vorhersehbaren Ergebnissen.

SV Salamander Kornwestheim – HC Erlangen (Sonntag, 17 Uhr). Kornwestheim erzielte im einseitigen Hinspiel nur 16 Tore (16:39) gegen den Bundesliga-Nachwuchs und stellte damit seinen Saison-Negativwert auf. Erlangen hofft im bevorstehenden zweiten Vergleich gegen den punktlosen Tabellenletzten auf eine ähnlich klare Kiste. Nach einer guten Trainingswoche ist das Team von Johannes Heufelder bereit für das Auswärtsspiel. „Wir sind guter Dinge und wollen das Spiel deutlich für uns gestalten. Wir peilen ganz klar die zwei Punkte an“, sagt der HCE-Trainer.   (RW)

News