Vier Teams jagen in Göppingen den Pokal
Der VfL Horneburg ist eines der vier Teams beim Final-Four um den A-Jugend-DHB-Pokal. „Unsere 6400 Einwohner bekämen wir fast komplett in die 5600 Zuschauer fassende EWS-Arena", scherzt VfL-Trainer Stefan Hagedorn. - Foto: René Weiss
13.05.2022 Jugendbundesliga männlich

Vier Teams jagen in Göppingen den Pokal

A-Jugend-DHB-Pokal: Göppingen, Horneburg, Oftersheim und Rodgau Nieder-Roden bestreiten am Sonntag das Final-Four in der EWS-Arena

Das neu geschaffene Format des A-Jugend-DHB-Pokals findet am Wochenende seinen abschließenden Höhepunkt: In der Göppinger EWS-Arena kämpfen der VfL Horneburg, Gastgeber Frischauf Göppingen, die HSG Rodgau Nieder-Roden und die HG Oftersheim-Schwetzingen beim Final-Four um den Titel. Einen ersten Erfolg haben alle vier Teams schon in der Tasche. Das Erreichen des Halbfinales bedeutet gleichzeitig auch die Qualifikation für die A-Jugend-Bundesliga-Saison 2022/23. „Das Pokal-Format hat allen Mannschaften sehr geholfen", findet Göppingens Trainer Gerd Römer. „Für alle beteiligten Mannschaften ist dieses Final-Four das maximal Erreichbare in dieser Saison. Es geht um den größten Titel, wenn man nicht Berlin, Rhein-Neckar Löwen, Magdeburg oder Leipzig heißt.“
In der ersten Partie trifft Horneburg ab 11 Uhr auf Göppingen, das zweite Vorschlussrundenspiel bestreiten ab 13 Uhr Rodgau Nieder-Roden und Oftersheim. Das Finale beginnt um 17 Uhr. Durch das dazwischen geschaltete B-Jugend-Viertelfinale bekommen die Endspielteilnehmer etwas Zeit zum Verschnaufen.

Frischauf Göppingen: Stressresistenz bewiesen

Frischauf Göppingen: Stressresistenz bewiesen
DHB-Auswahl-Torwart Julian Buchele hat mit seinem Team am Sonntag den Heimvorteil. - Foto: René Weiss

Wie man sich in knappen Duellen behauptet, weiß die Göppinger Mannschaft aus dem Achtel- und Viertelfinale zu Genüge. In der Endabrechnung hatte Frischauf nach 120 Minuten jeweils ein Tor mehr erzielt als der VfL Gummersbach und die NSG EHV/Nickelhütte Aue. „Die Jungs haben ihre Stressresistenz bewiesen. Das sind gute Erfahrungen, die wir ins Final-Four mitnehmen", sagt Trainer Gerd Römer. Auch beim Heimspiel könnte es auf diese Fähigkeiten ankommen, denn Römer erwartet Duelle zwischen ausgeglichenen Mannschaften. „Alle vier Teams haben aufgrund ihrer Vorleistungen berechtigte Aussichten auf den Pokalsieg. Dementsprechend spannend wird es, wer das Rennen macht." Wenn er in die eigenen Reihen schaut, spürt er in den entscheidenden Saisonwochen eine deutliche Weiterentwicklung im Team. „Wir sind mit viel Motivation und gestärkt aus diesen Erfahrungen herausgegangen. Diese besonderen Partien machen etwas mit den jungen Spielern." Weil die Göppinger B-Jugend zwischen dem Halbfinale und dem Endspiel ihr Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft bestreitet, wird es keine Aushilfe aus der U17 geben. Hier spielt vor allem Ausnahmekönner Krischa Leis eine Rolle, der, wann immer er in der A-Jugend zum Einsatz kam, das Spiel mit seinen Führungsqualitäten prägte. „Wir haben Möglichkeiten, das auf mehrere Schultern zu verteilen und hoffen, dass das gelingt", sagt der Frischauf-Trainer, der auch auf seine Deckung inklusive Torhüter Julian Buchele große Stücke setzt.

VfL Horneburg: Letzter Einsatz nach zehn Jahren

VfL Horneburg: Letzter Einsatz nach zehn Jahren
Jonas Gerkens sorgt im rechten Horneburger Rückraum für viel Betrieb. - Foto: René Weiss

Noch im Idealfall zwei gemeinsame Spiele am Sonntag, dann endet für den Großteil der Horneburger Mannschaft eine gemeinsame Ära. Trainer Stefan Hagedorn arbeitet mit dem Team seit zehn Jahren zusammen und will vor dem Wechsel der meisten Talente in den Seniorenbereich ein finales Ausrufezeichen setzen. „Wir haben in dieser Saison gezeigt, dass wir als kleiner Dorfverein offensichtlich vieles richtig machen", verweist Trainer und Abteilungsleiter Hagedorn unter anderem auf den Sieg gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen. Auch das ganz knappe Ausscheiden mit einem Tor Unterschied nach 120 Minuten im 1/16-Finale um die deutsche Meisterschaft gegen den HSV Hamburg macht ihn im Nachhinein stolz. Das Team mit der weitesten Anreise macht sich am Samstagvormittag um 7 Uhr mit einem Doppeldeckerbus auf in Richtung Göppingen. „Das wird ganz bestimmt keine lockere Abschlussfahrt für uns. Jetzt wollen wir natürlich auch den Pokal", macht Hagedorn die Ambitionen seines körperlich starken Teams um den wurfstarken Rückraum mit seinem Sohn Ole und Jonas Gerkens deutlich. Eine Portion Wehmut wird zum Abschluss der gemeinsamen Jugendzeit beim VfL mit dabei sein, aber viele Wege bleiben verbunden. Acht, neun Spieler laufen in der kommenden Runde für die 1. Horneburger Mannschaft auf.

HG Oftersheim-Schwetzingen: Kirsche auf der Sahnetorte

HG Oftersheim-Schwetzingen: Kirsche auf der Sahnetorte
Wichtiger Mann für die HG im Rückraum: Till Nasgowitz. - Foto: René Weiss

„Vor der Saison hätte uns wohl niemand zugetraut, dass wir so weit kommen", sagt Oftersheims Trainer Christoph Lahme über den für viele überraschend weiten Weg der Kurpfälzer in dieser Spielzeit, die zwischenzeitlich einer Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen glich. Die Nehmerqualitäten der Mannschaft sind groß. Immer wieder trotzte man erheblichen Personalproblemen. Auch die Viertelfinal-Niederlage im Hinspiel gegen den TSV Burgdorf wurde kompensiert und in eigener Halle gedreht. „Unser kompletter Verein, die ganze Mannschaft und der Trainerstab sind überglücklich, diesen schon jetzt Riesen-Erfolg und die Qualifikation für die nächste Saison geschafft zu haben. Das Final-Four ist für uns die Kirsche auf der Sahnetorte. Jetzt sind wir heiß, auch den ganz großen Coup zu landen", wünscht sich Lahme, dass die Erfolgsgeschichte auch über das Halbfinale hinaus weitergeht. Auf ein paar Spieler kommt wahrscheinlich ein reise- und spielintensives Wochenende zu, weil sie für das Drittliga-Spiel der ersten Mannschaft am Samstagabend in Hagen gegen den TuS Volmetal eingeplant sind. Daran schließt sich eine kurze Nacht an. „Ich hoffe, dass mir der gewohnte Innenblock zur Verfügung steht. Wie wichtig diese Formation ist, hat sich im Rückspiel gegen Burgdorf gezeigt", so Lahme. (RW)

HSG Rodgau Nieder-Roden: Neuling startet durch

HSG Rodgau Nieder-Roden: Neuling startet durch
Nieder-Rodens B-Jugendlicher Ben Seidel ist für seine Gegner schwer zu bremsen. - Foto: René Weiss

In ihrem ersten Jahr in der A-Jugend-Bundesliga hat die HSG Rodgau Nieder-Roden als Qualifikant direkt von sich Reden gemacht. Die Hessen sind die einzige Mannschaft im Pokal-Final-Four, die in der Hauptrunde A vertreten war. Als die 1/16-Final-Niederlage gegen den HC Erlangen feststand, dauerte es nicht lange, bis das Team ein neues Ziel definierte: den Pokalsieg. Genau dieses Vorhaben streben die „Baggerseepiraten" am Sonntag in Göppingen weiterhin an. Dass der Bundesliga-Neuling eine so gute Figur abgibt, überraschte Trainer Christian Sommer nicht unbedingt. Die Rodgauer wussten, dass ihre Jahrgänge 2003 bis 2005 einiges drauf haben. In der C-Jugend gewannen sie die Hessenmeisterschaft, jetzt führte eine kontinuierliche Weiterentwicklung zum bevorstehenden Saisonhöhepunkt. „Wie alle Mannschaften, die es nach Göppingen geschafft haben, wollen auch wir den Pokal holen. Mit Oftersheim erwarten wir im Halbfinale einen Gegner, der nie aufgibt", weiß Sommer was seine Jungs erwartet. Aller Voraussicht nach kann die HSG auf den kompletten Kader zurückgreifen, der zuletzt TuSEM Essen und die Mecklenburger Stiere Schwerin ausschaltete. Lediglich die beiden Langzeitverletzten Lennart Jackl und Tim Ripperger fallen weiterhin aus.

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