Kunze und Piontek schieben Favoritenrolle ab
13.01.2022 Jugendbundesliga weiblich

Kunze und Piontek schieben Favoritenrolle ab

Am 2. Hauptrunden-Spieltag können die ersten Entscheidungen fallen

Gruppe 1: Gebeutelter HCL empfängt Blomberg

Wenn zwei Spitzenmannschaften aufeinandertreffen, gehört es dazu, dass die Trainer die Rolle des Favoriten auf die Seite des Gegners schieben wollen. So ist es auch im Vorfeld des Aufeinandertreffens zwischen dem HC Leipzig und der HSG Blomberg-Lippe am frühen Samstagnachmittag. In Worten hört sich das so an: „Wenn man auswärts beim amtierenden Deutschen Meister spielt, dann ist man unabhängig vom Ausgang der bisherigen Partien nicht der Favorit“, sagt HSG-Coach Björn Piontek, der ein „hochinteressantes Spiel auf sehr gutem Jugend-Niveau erwartet“. Sein HCL-Kollege Fabian Kunze beleuchtet die derzeit schwierige Personalkonstellation, die Leipzig etwas in die Defensive drängt: „Wir müssen die Regionalliga-B-Jugend personell abdecken und zudem natürlich das Zweitliga-Spiel der Frauen am Sonntag bedenken. Das wird etwas eng. Blomberg ist mit seinen Ausnahmespielerinnen ein Favorit auf den Meistertitel. Wir wollen uns ordentlich verkaufen, aber es wird verdammt schwer, erfolgreich zu sein.“
Blombergs Stärke bekam am 1. Spieltag der SV Grün-Weiß Schwerin zu spüren, der mit 31:53 verlor. Am Samstag ist das Ensemble von Menc Exner beim VfL Bad Schwartau zu Gast, für den es das erste Meisterrunden-Spiel wird.
Die Paarungen: HC Leipzig – HSG Blomberg-Lippe (Samstag, 13 Uhr), VfL Bad Schwartau – SV Grün-Weiß Schwerin (Samstag, 17.30 Uhr).

Gruppe 2: BSV will Matchball verwandeln

Die beiden Sieger des Hauptrunden-Auftakts stehen den Verlierern gegenüber. Borussia Dortmund (20:32 gegen den TV Aldekerk) und der HTV Hemer (24:45 gegen den Buxtehuder SV) sind bereits zum Siegen verdammt. Buxtehude genießt eine komfortable Ausgangslage, die die Nordlichter beim BVB veredeln möchten. „Wir haben unseren ersten Matchball, und den wollen wir verwandeln“, kündigt Trainer Adrian Fuladdjusch an. In Bestbesetzung kann der BSV nach Westfalen reisen. Weil das Frauen-Bundesligaspiel gegen den Thüringer HC ausfällt, steht auch Mailee Winterberg im Kader. Fuladdjusch warnt vor den Schwarz-Gelben: „Für Dortmund geht es um alles, und bekanntermaßen ist ein angeschlagener Boxer besonders gefährlich. Ihre Niederlage in Aldekerk ist nicht besonders aussagekräftig. Sie mussten diese Partie an einem Freitagabend auswärts bestreiten. Das ist etwas anderes als ein Heimspiel am Wochenende.“  
„Nur mit einem Sieg halten wir uns die Tür offen, die Runde als Gruppenzweiter abzuschließen und dann noch ins Viertelfinale einziehen zu können. Dennoch fahren wir nur mit Außenseiterchancen zum Favoriten nach Aldekerk. Natürlich werden wir alles geben und hoffen auf einen guten Tag. Dann ist vieles möglich“, hofft Hemers Trainer Ivan Kavran auf das Nutzen der letzten Chance auf einen der ersten beiden Plätze. Aldekerks René Baude weiß um die Schnelligkeit und Kampfkraft der Gäste: „Ich schätze die Mannschaft und den Trainer sehr. Vielleicht spielt es auch eine Rolle, wer besser aus der Pause kommt.“
Die Paarungen: Borussia Dortmund – Buxtehuder SV (Samstag, 15.30 Uhr), TV Aldekerk – HTV Hemer (Samstag, 16 Uhr).

Gruppe 3: Gewinner-Duell an der Oder

Mit einem Paukenschlag eröffnete der Frankfurter HC sein Meisterrunden-Kapitel und das Bundesliga-Jahr 2022. Man setzte sich gegen den Thüringer HC mit 33:19 durch und an die Tabellenspitze. Am Samstag kommt es in der Brandenburg-Halle zum Aufeinandertreffen der beiden Auftaktsieger in der Gruppe. Der HC Erlangen versucht an der Oder seinen knappen Erfolg gegen die HSG Würm-Mitte zu bestätigen. Frankfurts klarer Erfolg gegen den THC entstand auch durch die Ausfälle bei den Thüringern. Unter anderem musste Leistungsträgerin Lucy Gündel passen. Kann davon auch Würm-Mitte profitieren? Die Münchenerinnen reisen bereits am Samstag an, um gut vorbereitet zu sein. „Unsere Erfolgsaussichten hängen davon ab, wer beim Gegner zur Verfügung steht. Für uns ist alles drin. Wir würden schon gerne zwei Punkte mitnehmen, wofür wir hart arbeiten müssen. Umgekehrt werden wir mit schlechter Verfassung mit leeren Händen die Heimreise antreten“, sagt HSG-Trainerin Miriam Hirsch, die auf Kristina Krecken verzichten muss. Außerdem ist Franziska Neumeyer angeschlagen.
Die Paarungen: Frankfurt HC – HC Erlangen (Samstag, 16 Uhr), Thüringer HC – HSG Würm-Mitte (Sonntag, 15 Uhr).

Gruppe 4: Bayer schätzt das Privileg spielen zu dürfen

Nach der Niederlage gegen die SG BBM Bietigheim trifft die SG Kappelwindeck/Steinbach am zweiten Spieltag direkt auf das nächste Schwergewicht. „Wir haben nicht das glücklichste Los gezogen“, sagt Trainer Arnold Manz zur Gruppenkonstellation mit zwei Gegnern, die in der Vorsaison das Final Four um die deutsche Meisterschaft erreichten. „Wir sind der demütige Underdog, der nichts zu verlieren hat und sich in Leverkusen gut verkaufen will“, so Manz. Punktuell zeigte Kappelwindeck immer wieder gute Leistungen, aber um den Großen unangenehm werden zu können, braucht die Manz-Sieben längere Phasen am Leistungslimit. In Leverkusen weiß man das Privileg zu schätzen, weiterhin spielen zu dürfen. Dementsprechend motiviert ist das Team, was auch schon im Training zu spüren war. „Wir sind heiß auf die beiden noch ausstehenden Hauptrundenspiele, aus denen wir das für uns Beste herausholen wollen", sagt Bayer-Trainerin Jennifer Karolius.
In der zweiten Begegnung der Gruppe empfängt die HSG Bensheim-Auerbach die SG BBM Bieitigheim. Bensheim bot Leverkusen bei seiner 19:23-Niederlage ordentlich Paroli. Mit einer ähnlichen Leistung ist es vielleicht möglich, das Punktekonto auszugleichen und die Entscheidung über ein Weiterkommen auf den letzten Gruppenspieltag zu vertagen.  (RW)
Die Paarungen: HSG Bensheim-Auerbach – SG BBM Bietigheim (Sonntag, 15 Uhr), TSV Bayer Leverkusen – SG Kappelwindeck/Steinbach (Sonntag, 16.30 Uhr).

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