Medaillentraum vorbei: Deutschland unterliegt Ägypten
Aus im Viertelfinale: Paul Drux und die deutschen Männer unterlagen Ägypten. - Foto: IHF
03.08.2021 A-Männer

Medaillentraum vorbei: Deutschland unterliegt Ägypten

Viertelfinal-Aus bei Olympia 2020 in Tokio / Fehlstart leitet Niederlage ein

Heimreise statt Halbfinale: Der Medaillentraum der deutschen Handballer ist geplatzt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason verlor ihr Viertelfinale gegen Außenseiter Ägypten chancenlos mit 26:31 (12:16) und muss nach einer über weite Strecken ganz schwachen Leistung mit leeren Händen den Rückflug antreten.

Statt in Tokio nach der fünften olympischen Medaille für ein deutsches Männerteam zu greifen, gab es die nächste Enttäuschung: Das erklärte Verbandsziel war das Halbfinale gewesen. Doch hinten wie vorne genügte die Vorstellung gegen den Afrikameister den internationalen Ansprüchen nicht. Auch die bislang so starken Torhüter Andreas Wolff und Johannes Bitter erreichten am Dienstag nicht ihr Niveau.

"Wir sitzen jetzt am Tisch, an dem der Kuchen verteilt wird. Und wir haben Hunger", hatte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor der Partie angekündigt. Dieser Hunger, der unbedingte Wille war deutlich erkennbar, doch es lief zunächst kaum etwas zusammen. Das deutsche Team erwischte einen klassischen Fehlstart, von der Souveränität der gelungenen Olympia-Generalprobe (29:27) gegen die Afrikaner vor rund drei Wochen war nichts zu sehen.

Vorne unterliefen Spielmacher Philipp Weber und Co. etliche Fehlpässe und Fehlwürfe. Und selbst in der bislang so starken Abwehr inklusive Keeper Wolff bekam die deutsche Mannschaft zunächst überhaupt keinen Zugriff - das Ergebnis nach knapp zehn Minuten: 1:6. Diesem Rückstand lief das Gislason-Team erfolglos hinterher.

"Ägypten ist mit der erwarteten Wucht auf uns zu gekommen. Sie haben eine unglaubliche Explosivität an den Tag gelegt. Unser eigenes Spiel wirkt sehr statisch. Wir müssen mehr in Bewegung kommen", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Halbzeit. Es blieb ein frommer Wunsch.

Auch im zweiten Abschnitt diktierten die Ägypter, die im WM-Viertelfinale im Januar erst nach Siebenmeterwerfen gegen den späteren Champion Dänemark verloren hatten, das Geschehen und führten nach einer Dreiviertelstunde mit 22:17, erhöhte anschließend sogar auf 27:21. Das deutsche Team kämpfte verzweifelt und versuchte es in verschiedenen Formationen - kam aber nicht mehrheran.

(SID)

News