Gelungener EM-Abschluss
Zum Abschluss der EM feiert die deutsche Mannschaft einen Sieg gegen Russland. - Foto: Sascha Klahn
25.01.2022 A-Männer

Gelungener EM-Abschluss

Mit 30:29 gewinnt die deutsche Mannschaft ihr letztes EM-Spiel gegen Russland

Deutschlands Handballer hüpften erst ausgelassen im Kreis und genossen dann völlig ausgepumpt den Beifall der mitgereisten Fans. Alfred Gislason geriet nach dem kleinen Coup zum Abschluss einer verrückten EM kurzzeitig gar ins Schwärmen. "Das sagt alles über den Charakter der Mannschaft", bekräftigte der Bundestrainer nach dem 30:29 (16:12) gegen Russland, einem versöhnlichen Abschluss eines denkwürdigen Turniers.

Das 13-köpfige Rumpfteam des Deutschen Handballbundes (DHB) zeigte bei seinem letzten Auftritt in Bratislava großen Willen, große Leidenschaft - und auch große Qualität. Die Partie entschied ein Doppel-Kempa zwölf Sekunden vor dem Ende, Linksaußen Patrick Zieker verwandelte eiskalt. "Es ist ein gutes Gefühl, uns so zu verabschieden. Wir haben phasenweise wirklich guten Handball gespielt. Wir wollen mutig spielen und die Zuschauer begeistern, das haben wir im letzten Angriff angedeutet", sagte Kapitän Johannes Golla. Der Kreisläufer war mit sechs Toren vor 1443 Zuschauern zusammen mit Rechtsaußen Tobias Reichmann und Zieker (beide 5) der erfolgreichste deutsche Werfer.

Johannes Golla war im Spiel gegen Russland mit sechs Toren bester Werfer. - Foto: Sascha Klahn

Die Leistung des DHB-Teams war nicht hoch genug zu bewerten. Am Ende des Turniers hatte die DHB-Auswahl mit insgesamt 15 Coronafällen schließlich mehr Infektionen zu beklagen als einsatzfähige Spieler zur Verfügung. "Man hat gesehen, dass einige Spieler völlig am Ende waren. Mit dieser Mannschaft hätten wir kaum noch ein Spiel spielen können", sagte Gislason nach der Partie im ZDF. Das war gegen Russland kaum zu spüren. Golla ging in der Abwehr und im Angriff mit großem Einsatz voran. Zudem stachen Torhüter Daniel Rebmann mit tollen Paraden sowie Rückraumspieler Paul Drux mit guter Übersicht heraus.

Während die EM für die Corona-Patienten mit der Heimreise schon vor dem offiziellen Abschluss beendet war, gab der Rest alles. In einem temporeichen Spiel startete Deutschland effektiv und sehenswert. Ein Kempa-Trick und der starke Torhüter Rebmann waren die Highlights einer munteren ersten Halbzeit. Allerdings machte sich im siebten Spiel in elf Tagen auch der Kräfteverschleiß bemerkbar. Die Partie blieb deshalb spannend bis zum Schluss, beim 26:25 (51.) ging Russland erstmals in Führung. Doch Deutschland gab alles - und wurde belohnt.

(SID)

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