„Wir surfen auf einer verrückten Welle“: Oldenburger Zweite weiter ganz oben
„Wir surfen auf einer verrückten Welle“: Oldenburger Zweite weiter ganz oben
Wer nach zahlreichen Abgängen von starken, wichtigen Spielerinnen befürchtet hatte, dass der VfL Oldenburg II in der Spitzengruppe der Dritten Liga Nord keine Rolle mehr spielen werde, dürfte spätestens seit Samstag als widerlegt gelten. Der VfL II gewann auch das Drittliga-Derby gegen den ebenfalls als Spitzenmannschaft geltenden TV Oyten mit 24:22 (12:14) und führt die Tabelle weiter ohne Verlustpunkt an. Hinter Oldenburg (14:0 Punkte) rangiert jetzt Werder Bremen (11:3) nach einem 29:23 im Verfolgerduell gegen die HSG Badenstedt (9:3). Oyten (6:4) kassierte die zweite Saisonniederlage. Verletzt hat sich gestern allerdings Miriam Thamm.
„Wir surfen gerade auf einer verrückten Welle“, sagte Trainerin Alex Hansel am Tag danach: „Aber das nehmen wir gerne mit - vor allem, wenn die Mädels so gut spielen, wie sie es im Moment tun.“
Gegen Oyten mussten sich die Oldenburgerinnen aber ins Spiel kämpfen. Nach Joseffa Baumanns 1:0 (2.) kassierte der VfL II vier Tore in Folge (1:4/7.) und sah sich später gar mit einem Fünf-Tore-Rückstand konfrontiert (4:9/15., 5:10/19., 8:12/25.). „Aber in schwierigen Situationen verliert das Team nicht den Kopf und kämpft sich wieder rein“, sagte Hansel. Fünffach-Torschützin Kim Balthazar glich in der 43. Minute erstmals aus (19:19), sorgte in der 52. Minute für die erst zweite Führung (21:20) und eineinhalb Minuten vor dem Ende mit dem 24:21 für die Entscheidung. Hansel: „Die Art, mit der sich die Mannschaft zurück gekämpft hat, macht mich stolz.“
Zuvor, bei 20:20, hatte ein Oldenburger Gegenstoßversuch die Partie geprägt. Miriam Thamm rannte der Führung entgegen, wurde aber von Ex-VfL-Bundesligaspielerin Jacqueline Reinhold (gestern 6/3 Tore) gestoßen und fiel unglücklich auf die Hand. Reinhold kassierte ihre dritte Zeitstrafe und damit Rot, Thamm musste ausgetauscht werden und suchte noch am Abend die Notaufnahme im Krankenhaus auf. Nach drei Stunden des Wartens die Erlösung: kein Bruch, kein Riss, lediglich eine Überdehnung. Ob die Aufbauspielerin nächsten Samstag (2.11.) um 16 Uhr beim TSV Hahlen dabei sein kann, ist aber unsicher. Neben Reinhold spielten auch die Ex-Oldenburgerinnen Insa Janssen (Tor) und Marielle Juricke für den TVO.
Oldenburg behielt in diesem kampfbetonten aber guten und von zwei starken Defensivleistungen geprägten Handballspiel so beide Punkte und feierte den siebten Sieg im siebten Spiel. „Das wird nicht so weitergehen“, sagte Hansel und erinnerte an den glücklichen 33:32-Sieg in Bad Salzuflen. „Aber bis die schlechteren Spiele kommen, nehmen wir die Punkte gerne mit.“
Nach dem Gastspiel beim noch sieglosen TSV Hahlen (2:10) ist zum nächsten Heimspiel am 9. November um 16.30 Uhr der PSV Recklinghausen in die Oldenburger Sporthalle Wechloy zu Gast.
VfL Oldenburg II: Jandt, Hullmann; Heidergott 4, Busse 1, Zwick 1, Albertzarth, Buschmann 1, Otto 1, Neßlage 2, Schulte 4, Baumann 4, Balthazar 5, Thamm 1