Altlandsberg gegen Lemgo: Keine Angst vor großen Namen
Altlandsberg gegen Lemgo: Keine Angst vor großen Namen
Mit der HSG Handball Lemgo II bekommen es die Drittligaherren des MTV 1860 Altlandsberg am kommenden Samstag (Anwurf 19.30 Uhr) mit einem weiteren Juniorteam eines Bundesligisten zu tun - und mit dessen Trainer, dem Europa- und Weltmeister Florian Kehrmann.
Fünf Spiele bisher. Die vorläufige Bilanz: Ein Sieg, vier Niederlagen. Macht 2:8 Punkte. Nicht ganz so gut wie es hätte aussehen können (der doppelte Punktverlust gegen Oranienburg war schlicht und einfach unnötig). Allerdings auch nicht viel schlechter als es in dieser Anfangsphase - gerade angesichts der Personalprobleme in der Truppe - zu erwarten gewesen ist. Und nicht nur der MTV steckt im 2:8-Punkte-Turm. Auch der VfL Fredenbeck, der ATSV Habenhausen und der SV Mecklenburg-Schwerin gehören dazu. Oranienburg hat gerade mal einen, Potsdam und der TSV Burgdorf II haben zwei Zähler mehr. Hier sind jederzeit binnen eines Spieltages enorme Veränderungen möglich. Mit anderen Worten: Kein Grund zur Panik. Anlass zu extremer Vorsicht hingegen schon.
Zumal den MTV-Herren am kommenden Samstag wieder eines jener Junior-Teams eines Bundesligisten gegenübersteht, die nicht zufällig als Wundertüten bezeichnet werden. Was den jungen Akteuren an Erfahrung vielleicht fehlt, machen sie mit nicht nachlassender Schnelligkeit mehr als wett. Und technisch sind die Jungs sowieso alle erstklassig ausgebildet. Bei den Lemgo Youngsters kommt die schillernde Person des Trainers als Sahnehäubchen oben drauf. Der heißt nämlich seit diesem Jahr Florian Kehrmann und war schon so ziemlich alles was man im Handball so werden kann: DHB-Pokalsieger (2002), Deutscher Meister (2003), Europameister (2004), EHF-Pokalsieger (2006 und 2010), Weltmeister (2007), beinahe Olympiasieger in Athen (2004), Vize-Welthandballer (2006) und mehrfach deutscher Handballer des Jahres (2003, 2005, 2006).
Der Start seiner Youngsters in die Saison allerdings war von eher mittlerer Art und Güte. Zu Hause ungeschlagen haben sie ihr bestes Auswärtsergebnis gerade letzte Woche mit dem 33:33 in Großburgwedel erzielt. Mit augenblicklich 5:5 Punkten bekleiden sie den 8. Tabellenrang. Aus Altlandsberger Sicht ist das beneidenswert, an den eigenen Erwartungen gemessen wird man in Lemgo zumindest klammheimlich ein wenig enttäuscht sein. Wer käme da besser zu Pass um sein Mütchen zu kühlen als der Aufsteiger und Tabellenvierzehnte MTV 1860 Altlandsberg.
„Wenn wir aus der vermeintlichen Auswärtsschwäche unseres heutigen Gegners etwas machen wollen“, fordert MTV-Coach Ferenc Remes. „Dann müssen vor allem die Fans zahlreich und geschlossen hinter uns stehen. Gegen diese grün-weiße Wand aus Körpern, Fahnen, Trommeln und Lärm anzuspielen fällt bestimmt auch Lemgo nicht leicht.“ Leicht fallen wird es den MTV-Drittligaherren ihrerseits auch mit den Fans nicht gegen Lemgo irgendetwas Zählbares für sich zu reklamieren. Ferenc Remes: „Einmal mehr brauchen wir uns um die Favoritenfrage keine Gedanken machen. Aber zuletzt gegen Großburgwedel und Oranienburg stand ein anderer MTV auf der Platte, als die Truppe, die sich gegen Henstedt-Ulzburg und Potsdam eindeutige Klatschen abgeholt hatte. Mental müssen wir daran anschließen und ergebnistechnisch den Spieß endlich mal wieder umdrehen.“
Da trifft es sich gut, dass mit Patrick Dörrs Rückkehr ins Team Remes Alternativen im Rückraum wieder an Variabilität zunehmen. Ronny Lessau, der seinen MTV-Einstand in Großburgwedel gleich mit drei Treffern hatte feiern können, steht auch wieder zur Verfügung. Und vielleicht wird auch Nico Kornelius endlich sein MTV-Drittligadebüt hinter sich bringen können. „Die Lage ist zwar noch nicht perfekt, sieht aber schon deutlich besser aus als den ganzen September über“, atmet der Altlandsberger Übungsleiter durch. „Ginge es hier um Wahrscheinlichkeitsrechnung, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Lemgoer Siegs hoch, die Wahrscheinlichkeit eines Altlandsberger Heimerfolgs aber ihrerseits so groß wie seit der Partie gegen Habenhausen nicht mehr.“ Klingt nach einer Ankündigung eines spannenden Drittligamatches, bei dem es zumindest für den MTV schon jetzt um alles geht.