Altlandsberg unterliegt in Leipzig mit 19:24 / Knieverletzung bei Mandy Gramattke
Altlandsberg unterliegt in Leipzig mit 19:24 / Knieverletzung bei Mandy Gramattke
Fürs Protokoll: Der HC Leipzig II besiegt in der 3. Liga Ost vor offiziell 75 Zuschauern die Frauen des MTV 1860 Altlandsberg mit 24:19 (10:13). Aus der Sicht der Gäste die fünfte Pleite in Folge und wieder mal eine denkwürdige Partie.
„Ich weiß gar nicht, wie wir die Begegnung nach dem 10:14-Rückstand gedreht haben. Aber dass es klappte, freut mich natürlich“, sagte später vor der Arena Leipzig beim Plausch mit ihren Eltern sowie mit ihrer jüngeren Schwester Elaine HCL-Linksaußen Joanna Rode. Sie steuerte zum Erfolg einen Treffer bei. Gemeinsam mit drei anderen Talenten ihres Teams gehört die Linksaußen, die das Handball-ABC in Altlandsberg lernte, der U17-Nationalmannschaft an.
Freude auf der einen Seite. Ein Bild des Kummers nach den 60 Spielminuten auf der anderen. Hauptgrund neben den verlorenen zwei Punkten: Für MTV-Rechtsaußen Mandy Gramattke war das Spiel beim Stand von 1:3 nach 7 Minuten und 13 Sekunden mit einer Knieverletzung beendet. Wie schlimm der Schaden ist, werden die Untersuchungen der nächsten Tage ergeben. Für ihren Verein ist das auf jeden Fall ein weiterer großer Verlust. Mandy, bisher 42 Tore in sieben Spielen, wird nach der operierten Abwehr-Chefin Sylvia Kalina die zweite Frau aus dem Stammsechser wohl für etwas längere Zeit ausfallen.
Keine Frage: Das wird ganz, ganz schwer, scheint aber trotz der jüngsten Niederlage und aller Personalprobleme im kleinen Kader nicht unlösbar. Das zeigte trotz der schmerzhaften Niederlage die Partie von Leipzig.
Da zogen sich die Damen in Grün-Weiß nach dem 1:3-Rückstand ziemlich gut aus der Affäre, weil die eine oder andere Kombination klappte, weil auch wieder mal Kontertore zu sehen waren. Und weil nicht zuletzt Kathrin Wiehle im Tor (kaufte dem HCL II unter anderem vier Siebenmeter ab) großartig hielt. Das beeindruckte auch Olympiasieger Wieland Schmidt auf der kleinen Tribüne. Den früheren Top-Torhüter haben noch viele als Phantom vom SC Magdeburg in Erinnerung. Heute ist „Willy“ Co-Trainer beim Champions-League-Starter HC Leipzig.
Aber ob er kapierte, was da ablief? Die jungen Gastgeberinnen deuteten ihr Talent an, lieferten aber nun keineswegs eine glanzvolle Partie ab. MTV-Manager Wolfram Eschenbach klipp und klar: „Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen. Trotz des Ausfalls von Mandy Gramattke.“
Kathrin Wiehle: „Nach unserer 14:10-Führung lief gar nichts mehr zusammen. So kann man nicht gewinnen. In der zweiten versuchte jeder seinen Erfolg nur noch auf eigene Faust.“ Irgendwie verloren die MTV-Damen in den zweiten 30 Minuten den Faden. Speziell von der 33. bis zur 46. Minute, als aus der 14:10-Führung ein 15:20-Rückstand wurde. „Man kann ja mal ein, zwei Minuten abschalten, okay. Aber gleich so lange, das verstehe ich nicht“, ärgerte sich MTV-Trainer Fabian Lüdke.
Klar, bei der Beurteilung der MTV-Leistung von Leipzig ist: Torjägerin und Regisseurin Sophie Lütke spielt nach ihrem beim FHC zugezogenen Trauma trotz aufopfernden Kampfgeistes noch nicht wieder wie zuvor. Und auch Dominic Wielsch, Marion Priemer oder Zugang Christiane Wiechert können nach ihren langwierigen Kreuzbandverletzungen noch nicht wieder auf dem erforderlichen Leistungsniveau sein.
Man wird Geduld haben und sich etwas einfallen lassen müssen. Nur so kann die Talfahrt gestoppt werden…
MTV 1860 Altlandsberg: Kathrin Wiehle, Juliane Schlein; Manja Berger, Sophie Lütke 4, Sophie Mrozinski 4, Mandy Gramattke, Franziska Chmurski 4/4, Annika Fleck 3, Christiane Wiechert 1, Marion Priemer 1, Stefanie Kretzschmann 1, Dominic Wielsch 1