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Drittliga-Preview #Spieltag10

27.10.2017
27.10.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga · Von: cb

Drittliga-Preview #Spieltag10

Im Schatten der Länderspielpause dominieren im Norden an diesem Wochenende die Niedersachsen-Derbies. Besonders zwischen dem HSV Hannover und Handball Hannover-Burgwedel wird ein hitziges Duell erwartet. Die beiden Coaches schossen im Vorfeld bereits kleine Spitzen in Richtung des Kontrahenten ab. Im Osten wird es spannend zu beobachten sein, wie der HSV Bad Blankenburg nach der Trainerentlassung von Jörn Schläger gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden auftreten wird. Oftmals setzt ein Trainerwechsel neue Kräfte frei. Im Westen stehen die beiden Spitzenteams TuS Ferndorf und Bayer Dormagen vor Aufgaben gegen kampfstarke und sehr unangenehme Kontrahenten. Denn der OHV Aurich will Dormagen „mit verrückten Dingen“ vor Probleme stellen. Im Süden geht es vor zwischen Platz zehn und 16 extrem eng zu. Überraschend tummelt sich die TSB Heilbronn-Horkheim in diesem Feld.

Staffel Nord: Niedersachsen-Derbies im Mittelpunkt

An dieser Stelle hatten wir schon mehrfach darüber berichtet. Die Handballfreunde Springe stehen mit lediglich drei Minuspunkten sehr gut da und somit, zumindest was die verlustpunkte angeht, auf einer Stufe mit dem Klassenprimus HSV Hamburg. Der Weg des Teams von Oleg Kuleshow soll möglichst weiter nach oben gehen. Dazu gilt es, die schwer einzuschätzende Reserve der TSV Hannover-Burgdorf vor eigenem Anhang zu schlagen. Prognosen über die Spielausgänge des Teams von Trainer Heidmar Felixson fallen aus zwei Gründens schwer. Zum einen stellt sich für den Trainer des Gegners die Frage, welcher Spieler aus dem Bundesliga-Kader bei der Reserve auflaufen wird und zum anderen, sind die bisherigen Ergebnisse der Jungrecken wechselhaft, aber bis auf die Klatsche in Hamburg zumeist knapp. Zuletzt erwischte man im Heimspiel gegen den VfL Fredenbeck einen gebrauchten Tag und will sich in Springe für die 23:27-Niederlage rehabilitieren.

Das zweite Derby im Norden steigt zwischen dem HSV Hannover und der Handball Hannover-Burgwedel. Die Gäste stehen unter enormen Zugzwang und wollen nach dem zuletzt spielfreien Wochenende endlich wieder in die Erfolgspur zurück. Bisher haben die Schützlinge von Jürgen Bätjer erst fünf Punkte eingesammelt, trotz so namenhafter Verstärkungen wie Florian Freitag oder Art Antonevitch. Doch die Gastgeber, die seit fünf Woche nicht gewonnen haben, sorgten an den vergangenen beiden Spieltagen für mächtig Furore, trotzdem den beiden Spitzenteams HSV Hamburg und TSV Altenholz jeweils einen Punkt ab und gehen voller Selbstbewusstsein und Vorfreude in das Derby. Vor dem Derby flogen schon einmal die verbalen Spitzen. „Anderten soll sich warm anziehen“, formulierte Bätjer. Seinen Kollegen Stephan Lux interessiert diese Aussage nur am Rande. „Die haben im Moment genug mit sich zu tun“, weiß Lux.

Staffel Ost: Wer bleibt den Roten Teufeln auf den Fersen?

Die Heimtabelle dürfe den Verantwortlichen des HSC Bad Neustadt ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Mit 9:1-Punkten rangiert man in dieser auf Platz zwei hinter der HSG Hanau (10:0). Auswärts sieht hat es dagegen eher mau aus: In der Fremde stehen lediglich 2:6 Punkte zu Buche. Gut also, dass das Verfolgerduell und Franken-Duell gegen den Tabellenzweiten HC Erlangen II in der Bürgermeister-Goebels-Halle steigt. Ihre Heimbilanz wollen die Schützlinge von Trainer Margots Valkovskis auf jeden Fall ausbauen und sich in der Tabelle vor die Erlanger setzen. Vielleicht können Gary Hines und Co. auch die Baggerseepiraten der HSG Rodgau Nieder-Roden überflügeln.

Die stehen vor einer unangenehmen Aufgabe beim HSV Bad Blankenburg. Der Aufsteiger trennte sich vor wenigen Tagen von Trainer Jörn Schläger. „Als Folge einer internen Analyse nach der Niederlagenserie, die in Bad Neustadt ihren vorläufigen Höhepunkt fand, hat der HSV Bad Blankenburg Jörn Schläger von seiner Funktion als Trainer der ersten Männermannschaft entbunden“, hieß es in einer Presserklärung seitens des Klubs. Übernommen hat Co-Trainer Igor Ardan. Der soll nun beim Tabellenletzten für die dringend benötigten Zähler sorgen. Nicht nur wegen der Trainerentlassung sind die Baggerseepiraten gewarnt. Ein derartig blutleerer Auftritt wie am fünften Spieltag. Dort unterlag man nach einer ganz schwachen Listung beim damaligen Letzten Eintracht Baunatal.

Staffel West: Wie bissig sind die Panther?

Stellt man die Frage nach den Überraschungsteams im bisherigen Saisonverlauf, kommt man zwangsläufig auf die SG Schalksmühle-Halver und die Bergischen Panther. Die unterlagen zuletzt zu Hause gegen den Longericher SC und können beim Klassenprimus TuS Ferndorf befreit aufspielen. Der TuS hatte nach dem sensationellen Auftritt gegen die Rhein-Neckar Löwen im DHB-Pokal schnell wieder in den Liga-Allt5ag zurückgefunden und zerlegte mit einer seriösen Leistung den ATSV Haben hausen mit 34:16. Die Panther sind aber ein anderes Kaliber als der Mitaufsteiger, was auch Ferndorfs-Trainer Michael Lerscht weiß und gegenüber der Westfalenpost äußerte: „Das wird ein echter Prüfstein für uns.“

Eine echte Prüfung hat auch Bayer Dormagen vor sich. Das Team von Trainer Ulli Kriebel muss nach Ostfriesland reisen und wird dort auf den kampfstarken Tabellenelften OHV Aurich treffen. Der hat derzeit mit einigen personellen Problem zu kämpfen. Aber Coach Arek Blacha will die Flinte nicht schon vor dem Anwurf ins Korn werfen: „Mit dem Kader, den du derzeit zur Verfügung hast, musst du mit guter Laune an die Sache herangehen und dir einfach komische Sachen ausdenken“, meinte der Pole gegenüber den Ostfriesischen Nachrichten. Die Personalsituation bei OHV verschärft hat die Länderspielpause. Keeper Youri Denert ist mit der belgischen Nationalmannschaft im Einsatz und trifft mit den Belgiern in der WM-Qualifikation im Nachbarschaftsduell auf die Niederlande. Auch die auf Tabellenplatz zwei liegenden Gäste haben einen Ausfall zu verkraften. Zwar konnte Zugang Daniel Eggert die Erwartungen vieler Außenstehender noch nicht ganz erfüllen. Doch der Grund scheint nun gefunden: Dem Dänen wurden jüngst freie Gelenkkörper aus dem Knöchel entfernt. Diese hatten beim Rückraumrechten starke Schmerzen versursacht.

Staffel Süd: Dansenberg will um jeden Zentimeter fighten

Nach drei Erfolgen in Serie musste die TSG Haßloch am vergangenen Spieltag zu Hause gegen die TGS Pforzheim eine 23:29-Heimschlappe hinnehmen und verpasste es, sich weiter an die Tabellenspitze heran zu robben. Nun geht es zum Drittletzten HC Oppenweiler/Backnang. Die benötigt jeden Punkt und will die für den Klassenerhalt nötigen Punkte in allererster Linie zu Hause einfahren. Aber: Bisher sprang nach vier Heimspielen in der verrückten Süd-Liga erst ein mageres Pünktchen heraus. Doch hatte man in den ersten drei Heimspielen mit dem TV 1863 Neuhausen, der TGS Pforzheim und den Rhein-Neckar Löwen II ausnahmslos Schwergewichte der Liga zu Gast. Den ersten Punktgewinn ergatterte man gegen den letztjährigen Mitaufsteiger HG Oftersheim/Schwetzingen. Nun kommt mit Haßloch ein vermeintlicher Gegner auf Augenhöhe, der sich den Klassenerhalt auf die Fahnen geschrieben hat und derzeit über Soll liegt. Trotzdem fällt die Ansage von HCOB-Coach Matthias Heinecke deutlich aus: „Wir müssen die Angriffe klarer du ohne technische Fehler abschießen, damit wir ein Heimspiel auch mal aus einer Führung heraus bestreiten können.“

Überhaupt noch nicht in Tritt gekommen, ist die TSB Heilbronn-Horkheim. Überraschend rangiert der Vizemeister der vergangenen Serie mit sechs Pluspunkten im unteren Tabellendrittel und muss nun zum heimstarken Aufsteiger TuS Dansenberg (ebenfalls 6:12) reisen. Der steht – genauso wie die Hunters – unter Zugzwang, denn Platz zehn und 16 trennen gerade einmal zwei Punkte. Zuletzt unterlag Dansenberg zu Hause in einem emotionalen Derby gegen die Pfalzbiber aus Hochdorf und ziemlich heftig (33:41) beim VfL Pfullingen. Es war die vierte Niederlage in Serie nach einem euphorisierenden Saisonstart. Gegen einen Gegner, der den Umbruch mit sechs zu integrierenden Spielern noch nicht gemeistert hat, will Dansenbergs Trainer Mirco Sliwa den Trend mit aller Macht umkehren. „Wir können nur dann erfolgreich sein, wenn wir in der Abwehr um jeden Zentimeter fighten und uns auf unsere Tugenden besinnen, die uns in den ersten Heimspielen ausgezeichnet haben: Kampf, Leidenschaft, Emotionen und der Glaube daran, bis zur letzten Sekunde das Spiel gewinnen zu können.“

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