5f3737f2efce31c.jpg

HSG Konstanz stürmt Herrenberger Markweghalle

02.02.2014
02.02.2014 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: PM

HSG Konstanz stürmt Herrenberger Markweghalle

Die HSG Konstanz schwimmt in der 3. Liga Süd weiter auf der Erfolgswelle. Mit dem 26:23 (10:10)-Sieg bei der SG H2Ku Herrenberg blieb Konstanz auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen, baute die Erfolgsserie auf nunmehr 15:1 Punkte aus und verschaffte sich dadurch auch noch etwas Luft zum Verfolger auf Platz fünf aus Heilbronn.

Hatte Daniel Eblen schon vor der Partie vor „dem heißen Pflaster in Herrenberg“ gewarnt, so wurde zumindest von den Rängen von den fast einhundert mitgereisten HSG-Fans schon lange vor der Partie für große Unterstützung der Gastmannschaft gesorgt. Ein heißes Pflaster somit auch für die Gastgeber. Die alle in gelb gekleideten Anhänger aus Konstanz und die Herrenberger Fans sorgten von Beginn an für Hexenkesselatomsphäre in der Markweghalle. Diese Unterstützung schien die Spieler der HSG Konstanz in den Anfangsminuten regelrecht zu beflügeln. Mit einem Blitzstart ging die HSG auch ohne den gesperrten Paul Kaletsch in der achten Minute bereits mit 4:1 in Führung. Angestachelt von der lautstarken Kulisse entwickelte sich jedoch in der Folgezeit eine abwechslungsreiche, kampf- und körperbetonte sowie emotional geführte Begegnung.

Hatte das unter der Woche im Training geübte Spiel gegen eine offensive 3:2:1-Abwehr „noch nicht so gut funktioniert“, so Max Folchert, gelang dies im Spiel gegen Herrenberg von Beginn an recht ordentlich. Zumindest bis zur zwölften Minute, als Matthias Faißt für das 7:4 für die „Gelbhemden“ gesorgt hatte. Als die Gastgeber aber nach und nach auch besser in das Spiel gefunden hatten, entwickelte sich ein packender Kampf auf dem Parkett. Herrenberg wurde nun noch aggressiver in der Deckung und agierte dort immer „dominanter“, wie es Co-Trainer Andre Melchert umschrieb. Die Folge waren einige technische Fehler im Spiel der HSG, etwas aufkommende Hektik und kurzzeitige Konzeptlosigkeit. Die Pässe waren nun - auch aufgrund des enormen Drucks der SG-Abwehr - nicht mehr genau, schnell und druckvoll genug gespielt, die Ballannahme unter Bedrängnis sowie die Abschlüsse, die immer wieder aus ungünstigen Positionen ausgeführt werden mussten, waren nicht mehr von Erfolg gekrönt.

Dass dem so war, lag auch am 35-jährigen Torhüter-Routinier Tobias Barthold im Herrenberger Kasten, den Nico Kiener in der elften Minute eingewechselt hatte. Der eigentlich schon vor der Saison verabschiedete Schlussmann, der auch schon im Pokalspiel unter der Woche zu einem ersten Einsatz nach seinem Rücktritt kam, zeigte sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung. Es entwickelte sich auf dieser Position damit auch ein packender Kampf Alt gegen Jung. Sein Gegenüber Max Folchert, der nach dem erkältungsbedingten Ausfall von Mannschaftskapitän Patrick Glatt die alleinige Verantwortung im HSG-Tor trug, wurde dieser ebenfalls in beeindruckender Art und Weise gerecht. „Ich bin immer froh über Verantwortung und habe das Vertrauen der Verantwortlichen gespürt. Dies und die geile Unterstützung der Fans haben mich von Anfang an gepusht“, meinte er zu dem guten Start in die Partie.

Als die HSG jedoch einige Male zusätzlich in - teils doppelter - Unterzahl agieren musste, nutzte die SG die vorübergehende Konfusion und Unsicherheit gnadenlos aus und schlug Tor um Tor zurück. Bis es soweit war, dass Ingo Krämer per Siebenmeter erstmals wieder für einen ausgeglichenen Spielstand sorgte (9:9, 27.). Kurz vor der Halbzeit ging die SG sogar zum ersten Mal überhaupt in dieser Partie mit 10:9 in Führung. Enorm wichtig vor allem für die Psyche des jungen Konstanzer Teams war der Schlusspunkt der ersten Hälfte, als Mathias Riedel zehn Sekunden vor dem Halbzeitpfiff doch noch der Ausgleich zum 10:10 gelang. Die Gäste hatten sich damit mit einem Gleichstand in die Pause gerettet, nachdem sie zuvor fast 13 Minuten nicht mehr erfolgreich zum Torabschluss gekommen waren.

Der zweite Durchgang begann dann allerdings wieder genau wie der erste. Zwar erzielte Herrenberg noch einmal die Führung (11:10, 32.), doch es sollte die letzte für die SG gewesen sein, denn Konstanz kam gut erholt und sehr konzentriert aus der Kabine und legte schnell zum 14:11 vor (41.). „Wir haben eine klasse Abwehr und unser eigenes Spiel gespielt“, meinte Max Folchert zu der Phase, als die HSG Konstanz für sich abgesetzt hatte und Herrenberg nun seinerseits fast zehn Minuten ohne Torerfolg geblieben war. Immer wieder konnten Ballgewinne durch eine bewegliche und aggressive Deckung erobert und erfolgreich für Tempogegenstöße genutzt werden. Yannick Schatz war es schließlich, der Samba mit der gesamten SG-Defensive tanzte und knapp zehn Minuten vor dem Ende zum vorentscheidenden 22:15 getroffen hatte. Dies war zugleich der Startschuss für eine große Party im HSG-Fanblock, der weithin sichtbaren „gelben Wand“. Schon jetzt wurden lautstark „Auswärtssieg, Auswärtssieg“- Sprechhöre angestimmt. Die SG-Anhänger waren längst verstummt, auch wenn ihr Team sich in den letzten Minuten nicht aufgab und für eine Resultatsverbesserung sorgen konnte. In etwas hektisch verlaufenen Schlussminuten konnte Herrenberg durch eine offene Deckung noch einmal auf 23:26 verkürzen, bevor die Spieler zur Fan-Party auf der Tribüne hinzustoßen konnten.

„Es war heute richtig fantastisch, was wir für eine laute Unterstützung bekommen haben. Wir haben die heimischen Fans gar nicht gehört, das hat uns getragen. Da hat jeder noch einmal zehn Prozent mehr gegeben, schließlich wollten wir die vielen Fans nicht enttäuschen“, strahlte auch Mathias Riedel angesichts des ersten Sieges der HSG im Gäu seit September 2006 nach dem Schlusspfiff über das ganze Gesicht. Andre Melchert konstatierte eine „gute Leistung, Kompliment an das Team. Wir haben in der zweiten Hälfte wieder mehr Selbstvertrauen demonstriert und durch mehr Bewegung, eine kompakte Defensive und einen guten Max im Tor zum Glück verhindern können, dass das Spiel bis zum Ende Spitz auf Knopf steht.“

Bereits am kommenden Freitag trifft die HSG Konstanz um 20.30 Uhr in heimischer Schänzlehalle nun auf den spielstarken, technisch versierten und mit vielen hoffnungsvollen Talenten gespickten Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen.

HSG Konstanz: Hengst, Folchert (Tor); Mittendorf, Oesterle (2), Groh (4), Riedel (5), Hafner, Flockerzie, Schlaich (3), Faißt (5), Schatz (6/4), Krüger, Lauber (1), Bruderhofer
Zuschauer: 800