Mission Auswärtserfolg erfolgreich: Konstanz gewinnt in Zweibrücken
Mission Auswärtserfolg erfolgreich: Konstanz gewinnt in Zweibrücken
Im fünften Auswärtsspiel der neuen Drittligasaison sollte es im rheinland-pfälzischen Zweibrücken, dem aktuellen Tabellenschlusslicht der 3. Liga, endlich mit dem ersten Auswärtssieg der neuen Saison klappen. Die HSG Konstanz setzte sich mit 32:29 (14:13) beim VT Zweibrücken-Saarpfalz durch.
Im Vorfeld lohnte auch der Blick auf die Tabelle als Motivation: Platz sechs mit dem ersten Auswärtssieg oder Platz zwölf mit der fünften Niederlage im fünften Auswärtsspiel? Es wurde der erste Auswärtssieg und Tabellenplatz sechs, womit der HSG Konstanz ein großer Sprung nach vorne gelang. Und endlich konnte man sich mit einer damit verbundenen schönen Heimfahrt belohnen.
Vor dem Spiel war die Devise, die auch schon in den letzten Spielen gezeigte Abwehrstärke zu konservieren und zusätzlich das zuletzt lahmende Offensivspiel zu beleben. Und es gelang beides. Dabei waren die Vorzeichen alles andere als optimal, musste HSG-Trainer Daniel Eblen doch neben dem nicht mitgereisten und an bei der Arbeit zugezogener Handverletzung laborierenden Stefan Bruderhofer auch auf Mathias Riedel und zudem weitestgehend auf Paul Kaletsch verzichten. Beide litten unter starken Erkältungssymptomen und waren gar nicht bzw. nur sporadisch einsetzbar. Nach dem ersten Treffer der Partie in der ersten Spielminute für die HSG durch Simon Geßler zeichnete sich trotzdem schon bald eine munterere Begegnung als vor Wochenfrist ab. Die Partie begann äußerst lebhaft, denn war in der Partie gegen Pforzheim bis zur vierten Minute lediglich ein Treffer gefallen, so eroberte Zweibrücken in der vierten Minute mit dem 3:2 durch Philip Wiese erstmals die Führung und legte nach dem immer wieder erfolgten Ausgleichstreffer durch die HSG Konstanz jeweils ein Tor vor, die HSG zog in schöner Regelmäßigkeit mit dem Ausgleich nach. Als Simon Geßler nach diesem Muster den 7:7-Ausgleich herstellte (14.) und der Zweibrücker Björn Zintel drei Minuten später mit einem Siebenmeter scheiterte, ging jedoch die HSG wieder durch zwei schnelle Tore in Überzahl von Sebastian Groh und Yannick Schatz mit 9:7 in Führung (18.). „Es ging von Anfang an auf und ab, wir waren von Beginn an präsent und haben uns gegen einen gut spielenden Gegner einfach reingebissen“, meinte Daniel Eblen vor allem in Bezug auf das gut funktionierende Kreisspiel der Zweibrücker, das ihnen neben dem zehnmal erfolgreichen Philip Wiese auf Halblinks am meisten zu schaffen machte. „Der hat uns die Bälle in jeden Winkel des Tores verteilt und war nicht zu kontrollieren“, so Daniel Eblen anerkennend.
In der Folge kam die HSG dann richtig ins Rollen und der Zweibrücker Trainer Mirco Schwarz sah sich nach dem Treffer zum 11:8 für Gäste wiederum durch den gut aufgelegten Simon Geßler zu einer Auszeit gezwungen. Danach jedoch zunächst dasselbe Bild: 12:8 durch Matthias Faißt, anschließend verkürzten jedoch die Einheimischen auf 10:12 und 11:13 (25.). Kurz vor der Pause ging es dann drunter und drüber, als zunächst Tomas Mazar zum 12:14 für die Gastgeber traf, nach einer Zeitstrafe jedoch auf die Bank musste und HSG-Trainer Daniel Eblen 43 Sekunden vor der Pause per Auszeit zur Besprechung mit seinem Team bat. Dennoch lief es nicht wie gewünscht, denn selbst nach einer weiteren Zeitstrafe für Zweibrücken gelang es den Konstanzern nicht, die sich bietende Chance auf eine komfortable Halbzeitführung zu nutzen. Im Gegenteil, denn drei Sekunden vor der Pausensirene handelte sich Matthias Faißt, nach einem Ballverlust in der Offensive, im Rückzug seinerseits eine Zeitstrafe ein und zugleich stellte Wiese sogar den Anschluss zum 13:14 für seine Farben her. „Wir haben uns manchmal ungeschickt angestellt, aber haben auch durch ein großes Kämpferherz überzeugt“, so Daniel Eblen zu vielen zurückeroberten Bällen und der handballerisch nicht immer überzeugenden Leistung, die allerdings durch großen Willen und viel Einsatz kompensiert werden konnte.
Auch nach der Halbzeitpause schien sich die HSG Konstanz noch nicht wieder recht sortiert und den Schock der letzten Minuten der ersten Hälfte noch nicht verdaut zu haben. Zweibrücken nutzte die sich bietende Gelegenheit und glich nach fast einer Viertelstunde Spielzeit in Rückstand wieder aus (14:14, 32.). Und auch das Überzahlspiel der Gäste schien an diesem Abend nicht richtig gelingen zu wollen, denn erneut konnte dieses nicht in Zählbares umgemünzt werden. Schlimmer noch, denn wieder war es Zweibrücken, das in Unterzahl zum Torerfolg kam (15:15, 35.) und wieder handelte sich die HSG Konstanz obendrein erneut eine Zeitstrafe ein, die die Gastgeber auch prompt zur erneuten Führung nutzen konnten.
Nun allerdings drehte Simon Flockerzie auf und sorgte per Doppelschlag für den erneuten Führungswechsel, die die HSG in der Folge durch Simon Oesterle auf zwei Tore ausbauen konnte (16:18, 39.) – bis sich zuerst Yannick Schatz und kurz darauf auch noch Simon Geßler wieder Zeitstrafen einhandelten und Zweibrücken daraus abermals Kapital zu schlagen wusste. Dieses Mal allerdings nur in Form eines Treffers, den die HSG nun sogar mit fünf Toren in Folge vor allem durch Matthias Faißt zum 18:24 in der 50. Minute zu kontern wusste. Dabei lag das Erfolgsrezept für Daniel Eblen auf der Hand: „Max Folchert hat in dieser Phase im Zusammenspiel mit einer wieder gut stehenden Abwehrformation hervorragend gehalten und wir haben die sich uns bietenden Gegenstöße auch nutzen können.“ Zudem war das Angriffsspiel der HSG auch wieder deutlich dynamischer, schneller und von mehr Bewegung geprägt. Die entstandenen Freiräume konnten sodann über die Außen genutzt und zusammen mit einigen Schnellangriffen für viele einfache Tore genutzt werden.
Dass eine solch irrsinnige Aufholjagd, wie sie die HSG Konstanz vor einer Woche im Spiel gegen Pforzheim vollbracht hatte, die absolute Ausnahme bleibt, musste Zweibrücken in den letzten Minuten ernüchtert zur Kenntnis nehmen. Zwar gelang den Hausherren in den letzten Minuten der Begegnung – auch durch das Umstellen auf eine Manndeckung – noch eine Resultatsverbesserung, für die Wende hat es hingegen nicht mehr gereicht. Dafür zeichnete laut Eblen auch ein Marc Hafner, der „am Ende seine ganze Erfahrung ausgespielt hat“, verantwortlich. Entsprechend war die Gefühlslage direkt nach dem Schlusspfiff: Hängende Köpfe bei den Einheimischen und ausgelassen durch die Halle tanzende Gäste aus Konstanz. Wie letzte Woche konnten wieder die Spieler der HSG Konstanz feiern. Die Freude über den ersten Auswärtssieg der Saison war riesig, fast so, als wäre allen Beteiligten nach dem ersten Auswärtssieg beim Tabellenschlusslicht ein riesen großer Stein vom Herzen gefallen. Endlich konnte die weite Heimreise zum Bodensee als lang ersehnter Partytrip zurück nach Konstanz in Angriff genommen werden.
HSG Konstanz: Glatt, Folchert (Tor); Kaletsch, Mittendorf (1), Oesterle (1), Groh (3), Riedel, Hafner (4), Flockerzie (3), Schlaich (4), Faißt (7), Schatz (4/2), Krüger, Geßler (5).
Zuschauer: 300