Oranienburg gegen Altlandsberg: Raus aus dem Keller
Oranienburg gegen Altlandsberg: Raus aus dem Keller
Am kommenden Samstag (Anwurf 18.30 Uhr) trifft der Tabellenletzte, Gastgeber Oranienburger HC, auf den Tabellenvorletzten, Drittliga-Aufsteiger MTV 1860 Altlandsberg - eine Begegnung, die genau deshalb hochdramatisch zu werden verspricht.
Der Oranienburger HC (in der abgelaufenen Saison noch Tabellenelfter) ist schlecht in die neue Spielzeit gestartet. Nach vier absolvierten Partien gab es für den Traditionsklub noch keinen einzigen Sieg, ein einsames Unentschieden und sonst nur Niederlagen zu verzeichnen. Die gegen Hennsetdt-Ulzburg (24:36) sowie gegen den VfL Potsdam (23:27) mögen so erwartet worden sein, die gegen Aufsteiger Habenhausen (22:29 nach 14:6 Führung) dürfte dem gesamten OHC aber heute noch schwer im Magen liegen.
Tatsächlich ist der Oranienburger HC so schlecht in die neue Spielzeit gestartet, dass er in der Tabelle sogar um einen Platz schlechter dasteht als der MTV 1860 Altlandsberg. Viel Honig können die Grün-Weißen aus diesem Umstand aber nicht saugen. Denn der OHC ist Tabellenletzter und der MTV um nur einen einzigen Punkt besser. Mit anderen Worten: OHC und MTV stehen nicht nur vor dem nächsten Brandenburg-Derby. Beide Mannschaften müssen am Samstag unbedingt gewinnen, um sich perspektivisch wieder in Richtung Tabellenmittelfeld und Klassenverbleib zu bewegen. Eine Ausgangslage, die vielleicht kein schönes, aber ganz bestimmt ein spannendes Spiel in Aussicht stellt.
„So merkwürdig das auch klingen mag“, erläutert MTV-Coach Ferenc Remes, „unsere letzte Niederlage in Großburgwedel hat uns innerlichen Auftrieb verschafft. Die Jungs haben gesehen, dass sie auch gegen nominell besser aufgestellte Teams eine Chance haben, wenn sie den Kampf konzentriert annehmen und sich keinen Schlendrian leisten.“ Die Altlandsberger hatten Großburgwedel lange Zeit Paroli geboten, kurz vor Ende der ersten Halbzeit sogar mit 17:14 vorn gelegen, bis zur 45. Minute das Unentschieden (24:24) halten können, sogar fünf Minuten vor Schluss nur einen Treffer hinten gelegen (28:29), ehe sie dem hohen Tempo des Spiels und der Tatsache mit einer „Rumpftruppe“ (Ferenc Remes) angereist zu sein Rechnung tragen mussten und mit 29:35 unverdient hoch verloren.
„Anders als gegen Hennstedt-Ulzburg und gegen Potsdam waren wir in Großburgwedel konkurrenzfähig“, so der Altlandsberger Übungsleiter. „Daran wollen wir in Oranienburg unbedingt anschließen. Wir wollen raus aus dem Tabellenkeller. Dafür müssen wir gewinnen. Und dafür werden wir alles investieren, was wir zu bieten haben.“ Wozu beim MTV auch die treuen und nicht klein zu kriegenden Fans zählen. MTV-Sponsor Holger Zeidler hat dafür extra den MTV-Bus und 40 Plätze zur kostenlosen Fahrt nach Oranienburg und zurück zur Verfügung gestellt. „Ich kann Holger gar nicht genug danken“, freut sich Ferenc Remes über die Aktion. „Mit unseren Fans im Rücken waren und sind wir immer mindestens einen Tick schneller, cleverer und erfolgreicher.“ (Abfahrt ist um 17.15 Uhr, Strausberger Straße Ecke Am Bahnhof 1 in Altlandsberg).
Natürlich werden die Oranienburger die Partie mit der exakt gleichen Zielstellung angehen. Auch die Schützlinge von Trainer Christian Pahl können sich eine Niederlage keinesfalls leisten. Im Fall des Falles hätten sie sich die Rote Laterne nämlich noch fester um den Bauch gebunden. Der OHC hat allerdings damit zu kämpfen, dass seine Abteilung Attacke eindeutig unter Ladehemmung leidet. 95 Tore nach vier Spielen bedeuten auch in Sachen Torausbeute den letzten Platz in der Liga (zum Vergleich: Spitzenreiter Hennstedt-Ulzburg hat bereits 134 Treffer auf dem Konto und der SV Beckdorf bringt es bei einem Spiel weniger auf elf Tore mehr).
Man könnte es aber auch so sagen: Der schwächste Angriff trifft auf die zweitschlechteste Abwehr der Liga. Die Torhüter des MTV haben bereits 129 Mal hinter sich greifen müssen, nur der VfL Fredenbeck steht mit 138 Gegentreffern statistisch betrachtet schlechter dar. Aber wie heißt es schon in Goethes Faust: „Grau teurer Freund ist alle Theorie / und grün des Lebens goldener Baum“. Ferenc Remes: „Alle Statistiken sind bei Spielanpfiff nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Sobald es losgeht, wird es in Oranienburg nur eins geben: eine Altlandsberger Mannschaft, die dieses Spiel auf Biegen und Brechen gewinnen und den hoffentlich zahlreich anwesenden Fans mehr als nur einen Grund zum Feiern schenken will. Abgesehen davon wird das ein ganz heißer Tanz, ein ganz schwieriges Spiel und ganz bestimmt nichts für schwache Nerven.“