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DHB-Präsident besucht Frauen-Nationalmannschaft

22.10.2013
22.10.2013 · Home, Nationalteams, Frauen Nationalteam · Von: tok

DHB-Präsident besucht Frauen-Nationalmannschaft

„Mir ist es wirklich wichtig, bei Euch zu sein - aber da muss ich auch gleich ein Sorry loswerden”, sagte Bernhard Bauer, als er sich am Montagmittag in Trier bei der Frauen-Nationalmannschaft vorstellte. Der Grund für die Entschuldigung: Wenn das Team am Mittwoch gegen Russland in die EURO-Qualifikation startet (Anwurf 19.30 Uhr in der Arena Trier), wird der Präsident des Deutschen Handballbundes gerade in der Luft auf dem Weg nach Doha sein. Dort wird am kommenden Montag die Männer-Weltmeisterschaft 2019 vergeben, und um deren Ausrichtung haben sich Deutschland und Dänemark gemeinsam beworben. Eben deshalb wird Bauer in Trier fehlen. „Das sollte aber auch das erste und letzte Mal sein”, versprach der 62-Jährige der Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen.

Eine gute Stunde dauerte der Erstkontakt, bei dem sich Team und Präsident austauschten. „Das Präsidium fühlt sich verantwortlich, die Rahmenbedingungen für sportlichen Erfolg zu schaffen - aber wir können nicht auf der Platte stehen”, sagte Bauer und betonte mit Blick auf die hohen Erwartungen an die Nationalmannschaften: „Wenn man Leistung bringen will, muss man auch einen gewissen Druck aushalten können.” Und dieser Druck resultiert auch aus der Verantwortung für die gesamte Sportart.

„Für uns ist der sportliche Erfolg der Nationalmannschaften enorm wichtig, denn Ihr werdet in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Ihr repräsentiert den Handball und steht für dessen Werte”, appellierte Bauer an die Spielerinnen und nannte neben dem „schönen und intelligenten Spiel” vor allem die Attribute „sympathisch, ehrlich und glaubwürdig”.

Wie bei seinem Besuch der Männer-Nationalmannschaft Anfang Oktober in Barsinghausen lud Bauer die Spielerinnen ein, den offenen Dialog mit dem Präsidium zu suchen. „Was”, fragte er in die Runde, „können wir besser machen, um gemeinsam mit Euch erfolgreich zu sein?”

Die Spielerinnen zeigten sich angetan vom Besuch des Präsidenten. „Ich bin sehr froh, dass sich etwas bewegt”, sagte Torfrau und Kapitänin Clara Woltering. „Das Angebot zur Zusammenarbeit ist eine Chance, die wir nutzen müssen. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass etwas passieren kann.” Anja Althaus, mit 31 Jahren derzeit älteste und mit 212 Länderspielen auch erfahrenste Spielerin sagte: „Bernhard Bauer hat uns das Gefühl gegeben, dass er zuhört und sich wirklich mit uns beschäftigt. Allein in dem kleinen Raum hat er so viel Energie versprüht - er hat Spaß an dem Ganzen und liebt auch den Frauenhandball. Aber es ist auch klar, dass die Umsetzung seiner Ideen eine Weile brauchen wird.”

Meilensteine könnten die kommenden Großereignisse sein: 2015 Frauen-WM in Dänemark, 2017 Frauen-WM in Deutschland und vielleicht 2019 Männer-WM in Deutschland und Dänemark - daraus, so Bauer, könne eine „wunderbare Kampagne” entstehen: „Ich wünsche mir, dass wir 2017 eine Euphorie entfachen, wie wir sie 2007 bei den Männern erlebt haben. Wir haben ein riesiges Potenzial im Frauenhandball - davon bin ich überzeugt.”

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