In letzter Sekunde: Frauen schlagen Polen in Alicante
25.11.2018 A-Nationalmannschaft Frauen

In letzter Sekunde: Frauen schlagen Polen in Alicante

25.11.2018 · Slider, Home, Nationalteams, Frauen Nationalteam · Von: sid/tk

In letzter Sekunde: Frauen schlagen Polen in Alicante

Die deutschen Handballerinnen haben eine Woche vor EM-Beginn im Schlussakt der dreiteiligen Generalprobe doch noch Selbstvertrauen getankt. Das Team von Bundestrainer Henk Groener feierte am Sonntag beim Vierländerturnier in Alicante nach einem erfolgreichen Schlussspurt mit 28:27 (14:15) gegen Polen den ersten Sieg im dritten Spiel. Zuvor hatte Deutschland gegen Panamerikameister Brasilien (19:20) und Gastgeber Spanien (20:22) verloren.

Beste Werferin im deutschen Team war Frankreich-Legionärin Xenia Smits (Metz) mit fünf Toren. Jeweils viermal trafen Emily Bölk und Alicia Stolle (beide Thüringer HC), die in der Schlussminute auch den Siegtreffer markierte.

Henk Groener: "Die Mannschaft hat wie in allen Spielen mit viel Leidenschaft gekämpft und gespielt. Heute hatten wir auch mehr Bewegung in unseren Positionsangriffen und somit auch mehr Tore. Die Mannschaft gibt nie auf und hat sich auch heute wieder nach einem vier-Tore-Rückstand rangekämpft und den Sieg geholt. Das war eine tolle Moral und auch spielerisch wieder ein Schritt vorwärts."

Die deutsche Mannschaft, bei der Xenia Smits auf der Mittelposition im Rückraum startete, begann wieder hellwach. Eine frühe 2:0-Führung war die Folge, ehe die Polinnen besser ins Spiel kamen. Im weiteren Verlauf agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe und konnten sich nicht absetzen. Mit einem knappen 14:15-Rückstand aus Sicht der deutschen Mannschaft ging es in die Kabine. 

Nach dem Seitenwechsel kam Polen besser ins Spiel und startete mit einem 3:0-Lauf. Die deutsche Mannschaft hatte jetzt in der Verteidigung Probleme, die polnischen Angriffe abzuwehren und tat sich auch im eigenen Angriff zeitweise schwer. Doch wie auch in den beiden Spielen gegen Brasilien und Spanien zeigte die DHB-Auswahl Herz und kämpfte sich zurück ins Spiel. In der Offensive war vor allem aus dem Rückraum jetzt mehr Durchschlagskraft, was zu einigen Toren führte. 

Dramatik in der Schlussphase: Nach einer Zeitstrafe gegen Franziska Müller mussten Julia Behnke & Co. die letzten zwei Minuten in Unterzahl agieren. Den letzten Angriff der Polinnen verteidigte die DHB-Auswahl stark, sodass der letzte Wurf des Spiels Deutschland gehörte. Mit der Schlusssirene tankte sich Alicia Stolle durch und sorgte mit ihrem vierten Treffer für den Sieg zum Abschluss des Vier-Länder-Turniers. 

Für die Auswahl des Deutschen Handballbundes steht am 1. Dezember das erste EM-Spiel gegen Titelverteidiger Norwegen an. Die Mannschaft wird noch bis Mittwoch in Spanien bleiben, reist dann über Paris in den EM-Spielort Brest an der Atlantikküste. Nach dem Auftakt gegen Norwegen sind in der schwierigen Gruppe D Rumänien (3. Dezember, 18.00 Uhr) und Tschechien (5. Dezember, 18.00 Uhr) die weiteren Gegner.

Der Europameister qualifiziert sich direkt für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die drei Medaillengewinner lösen zudem das Ticket für die WM 2019 in Japan. Zudem ist die EM-Platzierung entscheidend für die neun WM-Play-offs, die am 15. Dezember in Paris ausgelost und im Juni 2019 ausgespielt werden.

Deutschland – Polen in Alicante 28:27 (14:15)

Deutschland: Eckerle, Roch; Zapf (3/1), Berger (3), Schmelzer (2), Smits (5), Behnke (1), Zschocke, C. Müller, Großmann (1), Weigel (1), Geschke (3), F. Müller (1), Lauenroth, Minevskaja, Schulze, Bölk (4/1), Stolle (4)
Polen: Placek, Gawlik; Labuda (2), Kobylinska (5), Grzyb (4), Matuszczyk (2), Kudladz-Gloc (8), Janiszewska (1), Zych (1), Rosiak, Wolosyzk, Kochaniak, Szarawaga, Achruk (2), Sobiech (2), Urtnowska. - Siebenmeter: 4/4:2/2. - Zeitstrafen: 6:4 Minuten. (Schulze/4, F. Müller -Kudlacz-Gloc, Woloszyk). - Schiedsrichter: Ortega/Fabian (Spanien)