„Heimspiel“ für Tobias Reichmann bei der EURO in Polen
„Heimspiel“ für Tobias Reichmann bei der EURO in Polen
Tobias Reichmann ist nicht nur der einzige Spieler im DHB-Kader für die EM, der nicht in der Bundesliga spielt – sondern für den früheren Kieler ist die EURO in Polen ein ganz besonderes Turnier. Denn der 27-Jährige spielt seit 2014 beim polnischen Meister Vive Tauron Kielce. Im Interview mit dhb.de spricht der Rechtsaußen der DHB-Auswahl über diese Situation und seine Rolle in der Mannschaft.
Herr Reichmann, ab Samstag haben Sie bei der EURO quasi ein Heimspiel, schließlich spielen Sie bei einem polnischen Verein.
Tobias Reichmann: Die Vorfreude auf Polen ist bei mir groß. Für mich, der in Kielce spielt, ist das eine ganz besondere Situation. Ich freue mich auf jeden Fall darauf.
Wie fällt kurz vor dem EM-Start Ihre Bilanz der letzten Testphase aus?
Tobias Reichmann: Während der Vorbereitung haben wir noch weiter zusammengefunden, müssen aber noch an den Absprachen in der Abwehr und an der Chancenverwertung im Angriff arbeiten.
Auf Außen fehlen den Deutschen bei der EM einige Spieler wegen Verletzungen. Wie gehen Sie mit dieser Misere um?
Tobias Reichmann: Wir können das leider nicht ändern, deswegen müssen wir als Mannschaft noch enger zusammenstehen, andere können und werden ihre Qualitäten einbringen, denn alle haben ihre Qualitäten.
Kommt somit auch auf Sie mehr Verantwortung zu?
Tobias Reichmann: Johannes Sellin und ich haben die nötige internationale Erfahrung, wir übernehmen gemeinsam die Verantwortung für unsere Position. Wir sind bereit, das zu schultern.
Wie wichtig sind gerade bei der EM die einfachen Tore per Gegenstoß?
Tobias Reichmann: Ganz wichtig! Gerade wir Gegenstoßspezialisten können so die Mannschaft entlasten und wir können entscheidende Nadelstiche setzen. Ich denke, wir haben einige schnelle Spieler im Kader.
Auf der linken Außenbahn ist mit Rune Dahmke ein junger Spieler, der sein erstes Turnier spielt. Wie eingespielt sind Sie schon mit ihm?
Tobias Reichmann: Ich habe beim Supercup erstmals mit ihm zusammengespielt, das hat schon gut ausgesehen. Ich denke, die Laufwege des anderen Außen zu kennen, ist gut, aber nicht so wichtig wie zum Beispiel das Zusammenspiel von Rückraumspielern. Ich denke, wir werden uns gut auf dem Feld verstehen.
Stehen Sie in Polen eigentlich in ständigem Kontakt mit Bundestrainer Dagur Sigurdsson?
Tobias Reichmann: Wir hatten vor dem Supercup telefoniert und auch vor der letzten Phase der EM-Vorbereitung. Er ist, denke ich, immer gut über meinen aktuellen Stand informiert.
In der Vorrunde treffen Sie auf zwei Vereinskameraden aus Kielce, den Spanier Julen Aguinagalde und den Slowenen Uros Zorman, im Falle des Weiterkommens wartet vielleicht sogar ein Duell mit ihrem Vereinstrainer Talant Dujshebaev, der auch die Ungarn trainiert. War das im Vorfeld ein Thema im Verein?
Tobias Reichmann: Wir haben ein bisschen gewitzelt, wer von uns als erstes wieder in Kielce eintrifft. Schließlich haben wir eine schwere Gruppe, in der alles passieren kann. Platz drei ist aber unser Minimalziel, mal schauen, ob ich dann gegen Ungarn und Talant spielen werde.